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Skurrile Fälle

Diebstahl im Job kann Stelle kosten

1,30 Euro in Pfandgutscheinen "veruntreut"? Den Brötchenbelag in der Bäckerei genascht? Immer mehr Fälle von Diebstahl im Job geistern durch die Medien. Ein Überblick über skurrile Fälle

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Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Zwei Bäcker testen in der Filiale einer Bäckereikette einen neuartigen Brotaufstrich. Der Arbeitgeber setzt die beiden vor die Tür. Zu Unrecht, wie ein Gericht nun beschied. Ein Bagatellfall, der die Deutschen aufregt.
Der Fall schwirrte durch die Medien. Alles nur wegen eines Brötchenbelags? Doch vieles, was Arbeitnehmer kleinlich finden, ist nicht rechtens. Erst vor wenigen Wochen …
… wurde eine Supermarkt-Kassiererin wegen Pfandbons im Wert von 1,30 Euro fristlos entlassen.
Das Landesarbeitsgericht Berlin gab dem Arbeitgeber Recht. Er sah das Vertrauensverhältnis gestört.
Schätzungen des Handels-Forschungsinstituts EHI entstehen im deutschen Einzelhandel jährlich Schäden von bis zu einer Milliarde Euro.
Erstaunliche Statistik: Jeder fünfte Deutsche hat schon einmal beim Arbeitgeber etwas unerlaubt eingesteckt.
Für die meisten Arbeitnehmer scheint das illegale "Mitgehenlassen" von Büromaterial nur ein Kinkerlitzchen zu sein. Für Herrn Koch natürlich nicht. Den Kuli hat er bestimmt aus eigener Tasche bezahlt.
Ob der Arbeitgeber nun schon wegen eines Kugelschreibers eine Kündigung anstrebt, bleibt ihm überlassen. Allerdings:…
… schon der entwendete Büro-Kuli kann Sie den Job kosten.
Klopapier, Kaffeepulver, Büroklammern, Firmenkulis – für so manchen Arbeitskollegen ist die Firma ein Selbstbedienungsladen. Aber auch teure Objekte …
… wie Taschenrechner, Locher oder Tinte wandern schon nach so manchem Meeting in die eigene Aktentasche vieler Deutschen. Erst gucken und dann schnell einstecken. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Glos tut dies jedoch nur zu Demonstrationszwecken.
In Thüringen wurde ein Busfahrer gekündigt, weil er sich vor Abfahrt aus der Unternehmenstoilette eine Klorolle eingesteckt hat. Der arme Mann …
… hatte Durchfall und wollte zur Sicherheit was zum Wischen zur Hand haben.
Ein weiterer Grund für eine fristlose Kündigung: Unerlaubtes Kopieren von Daten. Dienstliche Informationen gehören grundsätzlich nicht auf private Disketten oder Laufwerke.
Der Arbeitgeber verliert in diesem Fall jegliche Kontrolle über die Verwendung der Daten und hat daher das Recht auf eine fristlose Kündigung.
Kurze private Telefonate mit dem Firmenhandy rechtfertigen allerdings nicht ohne weiteres die sofortige Kündigung eines Mitarbeiters.
Sie können erst nach wiederholter Abmahnung zum fristlosen Rausschmiss führen.
Kündigungen wegen eingestecktem Obst? Das gab's tatsächlich schon.
Einer langjährigen, 53 Jahre alten Mitarbeiterin einer Einzelhandelskette wurde gekündigt, nachdem sie eine Weintraube aus der Dekoration genascht hatte.
Eine Obstverkäuferin steckte sich eine Kiwi ein. Die Frucht sei nicht mehr frisch gewesen und wäre noch am selben Tag im Müll gelandet. Das half ihr allerdings auch nicht weiter: Ihr wurde gekündigt.
Briefmarkenwert für insgesamt 4,95 Euro fallen nicht auf? Im Fall einer Versicherung schon. Ein Mitarbeiter hatte neun private Briefe von der Poststelle der Firma frankieren lassen. Das Urteil:…
…Kündigung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mitarbeiter sich das Porto diebstahlsähnlich erschleichen wollte.
Schon mal im Büro das private Handy aufgeladen? Dabei ist Vorsicht geboten.
Wer nämlich den Strom aus der Steckdose des Büros für private Zwecke verwendet, kann Probleme bekommen. Das Abzwacken fremder elektrischer Energie kann als Diebstahl angesehen werden.
Da waren die Augen wohl größer als der Verstand: 1984 wurde einer Verkäuferin gekündigt, weil …
… sie sich an einem Stück Bienenstich vergangen hatte.
Wenn der Nachhauseweg mal wieder etwas länger dauert, kann es schon mal vorkommen, dass einen der Hunger zu kriminellen Machenschaften treibt. So auch 1998 …
… einen Lagerarbeiter aus einer Großbäckerei. Am Ende seiner Spätschicht steckte er sich einfach noch ein Fladenbrot in die Tasche. Das Skurrile daran:…
… Das Brot lag schon in der Restetonne und wäre normalerweise für die Weiterverarbeitung als Tierfutter verwendet worden. Der Mann verlor seinen Job.
Brot-Diebstähle scheinen beliebte Mittel zu sein, um dem Chef mal gehörig eins auszuwischen. Denn auch ein 50 Jahre alter Teigmacher einer Großbäckerei konnte in einem anderen Fall seine langen Finger nicht unter Kontrolle halten und …
… steckte sich kurzerhand ein 500-Gramm-Brot im Wert von 1,30 Euro ein. Zwar war der Verzehr innerhalb des Werkes erlaubt, …
… da er den Laib aber mitnahm, handelte es sich um Diebstahl. Die Folge: Rauswurf.
Kriminelle Hintergedanken: Nicht nur, dass ein Mann aus einem Betrieb Aluminiumreste mit nach Hause nahm, er …
… verkaufte sie auch noch eigenhändig an ein Recyclingunternehmen. Übrigens: Den Richtern war es in diesem Fall egal, dass es sich um Abfall gehandelt hatte. Dem Mann wurde gekündigt.
Solch außergewöhnliche Kündigungsurteile spielen sich allerdings nicht nur in Deutschland ab: In Italien beispielsweise …
… hatte eine Frau bei der Arbeit fröhlich ein paar Noten gesungen. Das ganze hörte der Chef nicht gern und ruckzuck hatte die Frau viel Zeit zum singen, denn …
… zur Arbeit musste sie seitdem nicht mehr erscheinen. 17 Jahre lang war sie in dem norditalienischen Betrieb tätig gewesen.

(N24)

11.03.2009 18:05 Uhr

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