Kanzlerin Angela Merkel hat dem vorzeitigen Ende der Koalition eine Absage erteilt. Zuvor hatte Horst Seehofer der SPD einen Ausstieg nahegelegt. Auch SPD-Chef Franz Müntefering will weitermachen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine vorzeitige Neuwahl wegen des zunehmenden Streits in der Koalition ausgeschlossen. Sie wolle in der großen Koalition die Aufgaben erfüllen bis zur Bundestagswahl, sagte Merkel in der ARD. Merkel forderte die SPD indirekt zu einem Ende der Attacken auf: "Ich kann nur jedem raten, genau dasselbe zu tun." Sie könne nach allem, was sie wisse, eine vorzeitige Neuwahl ausschließen. Merkel forderte mit Blick auf CSU-Chef Horst Seehofer Geschlossenheit der Union. CDU und CSU müssten "in einer Richtung am Karren ziehen".
Auch der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat einen vorzeitigen Ausstieg seiner Partei aus der großen Koalition strikt abgelehnt. Nach einer entsprechenden Äußerung von CSU-Chef Horst Seehofer sagte Müntefering in Elmshorn beim Parteitag der schleswig-holsteinischen SPD: "Wir werden ihn quälen, so lange wir können - bis zum letzten Tag der Legislaturperiode." Seehofer hatte der SPD einen Ausstieg aus der Koalition nahegelegt.
"Es geht nicht darum, dass wir beleidigt sind, sondern dass wir Dinge entschieden haben wollen, die vereinbart sind", sagte Müntefering unter anderem mit Blick auf die gescheiterte Reform der Jobcenter. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse zu diesen Vereinbarungen stehen. Er habe nicht damit gerechnet, Merkel in dieser Frage trotz aller Absprachen "auf der anderen Seite" zu sehen. "Die Union ist aus der Spur", sagte Müntefering. Zuspitzungen im Wahlkampf seien in einer Demokratie zwar normal, trotzdem müsse sich die Koalition ihrer Verantwortung für das Land bewusst sein.
Die Aussagen von Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) zur Zukunft des angeschlagenen Autoherstellers Opel nannte Müntefering "leichtfertig". Kauder hatte eine Sonderbehandlung für den Konzern abgelehnt. "Ich weiß auch nicht, ob wir tatsächlich helfen können - aber wir wollen helfen", sagte der SPD-Chef. Die Arbeitsplätze müssten gerettet werden. "Wenn Opel pleite geht, gibt das ganz, ganz tiefe Krater."