Fußball: 1. Bundesliga

Hamburger SV bleibt im Titelrennen

Zwei Treffer von Paolo Guerrero brachten dem HSV den Sieg gegen Schalke, am Ende stand es 2:1 für die Hanseaten. Damit bleiben die Hamburger auf einem der Spitzenplätze der Bundesliga.

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Schon wieder ein Doppelpack: Paolo Guerrero machte wie im UEFA-Cup gegen Schalke zwei Hütten.
Jonathan Pitroipa im Duell mit Jermaine Jones: Der Ex-Freiburger machte im HSV-Mittelfeld eine Menge Wirbel.
Hamburger im Glück: Paolo Guerrero holt sich das verdiente Lob seiner Mannschaftskollegen Jerome Boateng (M) und Mickael Tavares ab. Der Peruaner traf im Sonntagsspiel gegen Schalke doppelt und hält den HSV so im Aufstiegsrennen.
Dabei hätten doch gerade die derzeit so gebeutelten Schalker unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw einen Sieg gebraucht, um die Wogen zu glätten.
Doch nichts war's. Die Gelsenkirchener waren bemüht (im Bild: Kevin Kuranyi im Duell mit dem starken Dennis Aogo), liefen aber dann einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher.
Was bleibt sind enttäuschte Gesichter. Jermaine Jones, der einen Treffer wegen Abseits aberkannt bekommen hatte, hat die Nase gestrichen voll.
Bereits am Samstag bekamen die in dieser Saison erfolgsverwöhnten Herthaner aus Berlin durch den VfB Stuttgart einen Dämpfer verpasst.
Im Kampf um die Tabellenspitze liegen die Berliner nur noch mit einem Punkt in Führung. München und Wolfsburg greifen ebenfalls nach der Fußballkrone.
Die Schwaben haben die Partie zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Treffer von Cacau (47. Minute) und Sami Khedira (51.) für sich entschieden.
Stuttgart steht nach dem Sieg an der Schwelle zu einem der begehrten UEFA-Cup-Plätze.
Um die Teilnahme an einem internationalen Turnier muss Hoffenheim inzwischen bangen.
Der Dorfclub steht zwar noch auf Platz Fünf der Tabelle, kam gegen Hannover jedoch nicht über ein 2:2 hinaus.
Zwar gingen die Nordbadener durch einen Treffer von Selim Teber (20./Foulelfmeter) frühzeitig in Führung und punkteten durch Wellington (84.) erneut, ...
doch auch die Niedersachsen waren angriffslustig. Hanno Balitsch (22.) und Mario Eggimann (74.) trafen für Hannover.
Hoffenheim-Keeper Timo Hildebrand war mit der Abwehr seines Teams zeitweise gar nicht zufrieden.
Ein regelrechtes Torfestival feierte der VfL Wolfsburg. Mit gleich drei Treffern wilderten "die Wölfe" auf dem Bielefelder Heimplatz und ...
setzten sich in der Tabelle damit noch vor den Rekordmeister FC Bayern München.
Die Tore erzielten Christian Gentner (19.), Grafite (58.) und Ashkan Dejagah (87.). Wölfe-Torwart Diego Benaglio verhinderte mehrmals Gegentreffer der Bielefelder.
Wolfsburg ist nach der Partie nur noch einen Punkt vom Spitzenreiter Hertha BSC entfernt und weiter auf Kurs in ein internationales Turnier.
Auch für Borussia Dortmund geht es wieder aufwärts. Gegen Werder Bremen gelang ihnen endlich der erste Rückrundensieg.
Den einzigen Treffer des Spiels erzielte der Borusse Alexander Frei (64.), der daraufhin von seinen Teamkameraden euphorisch bejubelt wurde.
Den Gästen aus Bremen fehlte mehrfach das nötige Zielwasser. Zudem blieben sie in dem eher dürftigen Spiel insgesamt zu ungefährlich.
BVB-Trainer Jürgen Klopp kann sich freuen. Nicht nur, dass sein Vertrag vor einigen Tagen bis 2012 verlängert wurde. Jetzt scheint es auch wieder auf dem Platz aufwärts zu gehen.
Davon kann beim FC Energie Cottbus keine Rede sein. Die Lausitzer rutschen immer tiefer in den Keller.
Nach der erneuten 0:2-Schlappe gegen Köln fehlen ihnen jetzt bereits vier Zähler auf einen Nichtabstiegsplatz.
Den Doppelpack erhielten die Cottbusser durch den Slowenen Milivoje Novakovic (51./56.- Foulelfmeter).
Während die Kölner jubelnd den Platz verließen, wird es für Energie Cottbus allmählich immer enger. Gelingt nicht bald die Trendwende, wechselt kommende Saison auch noch der letzte Ostverein vom Ober- ins Unterhaus.
Dieses Schicksal blüht auch dem KSC. Bayern-Coach Jürgen Klinsmann zeigte sich schon vor dem Spiel gegen die Blau-Weißen aus Karlsruhe zuversichtlich.
Der Rekordmeister präsentierte sich vor heimischem Publikum von Anfang an wieder meisterlich. Allerdings fehlte bei diversen Chancen zunächst das nötige Torglück.
Der Abstiegskandidat aus Karlsruhe konnte den Bayern nur wenig entgegen setzen. Zwar zeigten sie sich mitunter kämpferisch, gleichzeitig aber auch zu wenig torgefährlich.
Der Argentinier José Ernesto Sosa (r) schoss die Bayern in der 34. Spielminute in Führung. Bis zum Ende der Partie sollte sich an diesem Stand nichts mehr ändern.
Die Bayern sind damit wieder in der Spitzengruppe der Fußball-Königsklasse und haben ihren Anspruch auf die Krone unterstrichen.
Für Bayer Leverkusen rückt die Spitzengruppe hingegen in immer weitere Ferne. Die Werkself verpasste gegen Eintracht Frankfurt zum fünften Mal in Folge den Sieg.
Die Werkself trat, möglicherweise durch das Fehlen mehrerer Stammspieler (Gonzalo Castro, Arturo Vidal, Manuel Friedrich), auf dem Platz zu unsicher und unentschieden auf. Doch auch die Hessen mussten auf gleich acht Spieler verzichten.
Alexander Meier brachte die Gäste in der 16. Minute in Führung. Kurz vor der Pause gelang Leverkusen durch Michal Kadlec (40.) zumindest der Ausgleich.
Für die in dieser Saison nur wenig erfolgsverwöhnten Frankfurter ist das Unentschieden zumindest ein kleiner Erfolg.
Bereits am Freitag standen sowohl der VfL Bochum als auch Borussia Mönchengladbach unter Erfolgsdruck.
Im Kellerduell mussten beide Teams gegen den drohenden Abstieg ankämpfen. Der Bochumer "Verein für Leibesübungen" war dabei erfolgreicher.
In der 29. Minute gelang Dennis Grote für Bochum überraschend das einzige Tor der Partie. Eigentlich hatten die Gladbacher die Führung zu diesem Zeitpunkt mehr verdient.
Bochum konnte damit seine seit elf Jahren andauernde Erfolgsgeschichte gegen die Borussen fortsetzen.
Für die war die Niederlage in Anbetracht ihres guten Spiels bitter. Der Kampf um den Klassenerhalt geht weiter.

Paolo Guerrero hat den Hamburger SV im Bundesliga-Titelrennen einen weiteren Schritt nach vorne gebracht. Der Peruaner führte das erneut letzte Aufgebot der Hanseaten mit seinen Saisontoren Nummer 7 und 8 zum 2:1 (0:0)-Sieg beim Krisenklub Schalke 04 und bis auf einen Punkt an Tabellenführer Hertha BSC Berlin heran.

Drei Tage nach dem 3:2-Triumph im UEFA-Cup bei Galatasaray Istanbul verbesserten die Treffer in der 70. und 75. Minute die Aussichten des HSV auf den Meistertitel weiter. Das Team von Trainer Martin Jol tanzt damit noch auf drei Hochzeiten.

Guerrero nutzte zunächst einen katastrophalen Fehler von Schalke-Torhüter Manuel Neuer zum 1:0, dann verwertete er eine mustergültige Vorlage von Marcell Jansen zur Vorentscheidung. Für die schwachen "Königsblauen", die wohl ihre letzte Chance auf eine Rückkehr in den Europapokal verspielten, verkürzte Jefferson Farfan (80.).

Zunächst wenig Gefahr für Neuers Tor

Immerhin ist bei den "Königsblauen" ein Nachfolger für Müller in Sicht. "Wir haben vier Kandidaten in die engere Wahl genommen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vor dem Spiel, "wir müssen jetzt nur den raussuchen, der uns jetzt richtig weiterhilft." Eine Entscheidung soll bereits in der kommenden Woche fallen. Als Favorit gilt Ex-Nationatorhüter Oliver Kahn, der am vergangenen Donnerstag mit Tönnies verhandelte.

Gegen die schwachen Gastgeber verpasste es der HSV über weite Strecken, seine spielerische Überlegenheit in Torchancen umzumünzen. Jederzeit war erkennbar, dass die Gäste zielstrebiger und konsequenter zu Werke gingen als die verunsicherten Schalker. Allerdings geriet das Tor von Manuel Neuer nur selten in Gefahr.

Schalke-Fans bitter enttäuscht

Nach einer zu kurzen Abwehr des Schalker Torhüters setzte Jonathan Pitroipa den Ball übers Tor (5.), dann rettete Neuer gegen Marcell Jansen (13.). Zudem hatte der U21-Nationaltorhüter Glück, als Pitroipa nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Lewan Kobiaschwili erneut das Tor verfehlte (31.). Beim 0:1 allerdings patzte Neuer, als er am Ball vorbeisprang, und Guerrero völlig unbedrängt einschieben konnte.

Die bis auf Ex-Kapitän Marcelo Bordon (Patellasehnen-Probleme) in Bestbesetzung angetreteten Schalker enttäuschten ihre Fans erneut, spielten viel zu umständlich und kamen kaum zu nennenswerten Torchancen. HSV-Keeper Frank Rost musste nur eingreifen, als er bei einem Schuss von Heiko Westermann auf dem falschen Fuß erwischt wurde (27.).

Starke linke Seite beim HSV

Der HSV, der bereits auf zahlreiche Langzeitverletzte verzichten musste, musste kurzfristig auch noch Ivica Olic ersetzen, der mit einer Grippe ausfiel. So bot Trainer Jol Guerrero als einzigen Stürmer auf. Ihn unterstützte in der Offensive vor allem der starke Jansen, der auch das 2:0 mustergültig vorbereitete.

Ohnehin war die linke Seite beim HSV besonders stark, auch Dennis Aogo sorgte mit seinen Flankenläufen und seinen Standards für Gefahr. Bei den enttäuschenden Schalkern wusste einzig Westermann zu gefallen. Völlig in der Luft hingen die drei Stürmer Farfan, Kevin Kuranyi und Vincente Sanchez.

(sid, N24)

22.03.2009 18:42 Uhr

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