Ekelbilder von verfaulten Zähnen oder Raucherlungen werden erstmal nicht auf Zigarettenschachteln abgebildet. Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing will die Wirkung dieser Fotos zunächst erforschen.
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Schockbilder auf Zigarettenschachteln soll es in Deutschland vorerst nicht geben. In dieser Legislaturperiode würden sie nicht eingeführt, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing. Man wolle zunächst in einer weiteren Studie die Wirkung der Fotos erforschen lassen, die die Folgen des Rauchens mit Abbildungen von faulenden Zähnen, Tumoren oder einer Raucherlunge plastisch machen sollen.
Wenn belegt sei, dass solche Bilder Raucher zum Aufhören bewegen könnten, werde man die entsprechende EU-Richtlinie anwenden, sagte Bätzing. Die EU hat den Mitgliedsstaaten bereits 2004 geraten, solche Bilder als Mittel zur Gesundheitsvorsorge zu nutzen.
Dies geschieht inzwischen in mehreren Ländern. Großbritannien hatte Ende 2008 beschlossen, die Schockbilder auf Zigarettenpackungen zu drucken. Verpflichtend wird dies im Oktober 2009. Belgien tut es seit 2007. Vorreiter waren Länder wie Kanada, Brasilien oder Thailand.
Studie von 2007 belegt abschreckende Wirkung
In einer 2007 veröffentlichten internationalen Studie mit 15.000 Rauchern sahen Experten Hinweise, dass die Ekelfotos abschrecken. 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, solche Bilder beeinflussten ihr Rauchverhalten. Besonders wirksam seien Bilder von echten Krebsgeschwüren.
In Deutschland waren die Bilder allerdings Zankapfel zwischen den Koalitionsparteien. Während die SPD und das Gesundheitsministerium schon 2007 Sympathie für die Maßnahme bekundeten, lehnte die Union sie ab. Bätzing will Ende April einen Nationalen Aktionsplan gegen das Rauchen vorlegen.