GfK-Konsum-Studie

Deutsche Kauflust nicht in der Krise

Die Kauflust der Deutschen trotzt der Krise. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung ist die Verbraucherstimmung weiterhin gut. Der Konsum bleibt damit eine der wenigen Stützen der Konjunktur.

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Unter anderem Elektroartikel stehen bei den deutschen Verbrauchern weiterhin hoch im Kurs.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland trotzt der Wirtschaftskrise und zeigt sich ungeachtet der zunehmend düsteren Konjunkturprognosen weiterhin erstaunlich robust. Das Konsumklima sei im März nahezu stabil geblieben, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg mit. Vor allem die Kauflust halte sich auf einem guten Niveau.

Gründe dafür seien die niedrige Inflationsrate sowie die finanziellen Anreize des zweiten staatlichen Konjunkturpakets. Auch Hersteller und Handel trügen ihren Teil bei: So ergänzten zum Beispiel einige Autohersteller die Abwrackprämie mit eigenen Aktionen, und Händler aus anderen Branchen hätten die Prämie für ihre Produkte kopiert.

Um 0,1 Punkt gesunken

Der Gesamtindikator für das Konsumklima sinkt laut GfK-Prognose im April auf 2,4 Punkte nach 2,5 Punkten im März. Damit sei die seit Oktober 2008 anhaltende Aufwärtsbewegung zwar vorerst gestoppt; doch das Konsumklima bleibe "in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld" nach wie vor stabil.

"Wie lange die verhältnismäßig positive Verbraucherstimmung der Wirtschaftskrise noch trotzen kann, hängt maßgeblich vom Arbeitsmarkt ab", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. Sollte sich die Arbeitslosigkeit deutlich ungünstiger als erwartet entwickeln, so werde dies das Konsumklima schwer belasten. "Dann würde die Binnennachfrage ihre bisher stabile Position verlieren und könnte die Rezession nicht mehr abmildern", sagte Bürkl.

GfK: Konsum wird 2009 wachsen

Immerhin mache der private Konsum knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Er habe deshalb eine wichtige Rolle inne, wenn es darum gehe, die Einbrüche beim Export abzufedern. Die GfK halte vorerst an ihrer Prognose fest, dass der private Verbrauch in diesem Jahr um 0,5 Prozent wachsen werde. "Wir haben keinen Grund, davon abzugehen", kommentierte Bürkl die relativ stabile Entwicklung des Konsumklimas im März. "Die Konsumenten haben bisher auf die ständigen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft erstaunlich gelassen reagiert." Der Indikator "Anschaffungsneigung" hielt sein Niveau mit 13,9 Punkten nahezu auf dem Vormonatsniveau und weist 24 Zähler mehr auf als vor einem Jahr.

Allerdings werde der Pessimismus der Bürger hinsichtlich der Konjunkturaussichten größer, teilte die GfK mit. Die Angst um den Arbeitsplatz dürfte mehr und mehr in den Vordergrund treten, hieß es in der Studie. Der Indikator für die Konjunkturerwartung verlor nach Zugewinnen im Februar wieder 4,9 Punkte und steht bei minus 32,8 Punkten.

GfK: Abwrackprämie sorgt für weitere Kaufanreize

Nahezu unverändert blieb im März mit minus 11,4 Punkten die Einkommenserwartung der Verbraucher. Sinkende Preise für Lebensmittel stärkten die Kaufkraft der Konsumenten. "Gerade die Discounter liefern sich derzeit einen Preiskampf und locken die Verbraucher mit Angeboten und Rabatten", hieß es. Die Auswirkungen der kürzlich beschlossenen Rentenerhöhung flossen noch nicht in die Studie ein, die auf der Befragung von rund 2000 Verbrauchern beruht.

Bürkl begrüßte die geplante Aufstockung der Abwrackprämie. "Der Erfolg der Abwrackprämie zeigt, dass die Konsumenten solche "Geschenke" gerne annehmen", sagte er. In vielen Haushalten seien noch genügend finanzielle Mittel vorhanden, die man durch weitere Kaufanreize "mobilisieren" könne. Skeptisch zeigte sich der GfK-Experte dagegen bezüglich einer Senkung der Mehrwertsteuer. Es sei nicht gewährleistet, dass diese Maßnahme über Preissenkungen auch wirklich beim Verbraucher ankommen würde.

(dpa, N24)

26.03.2009 08:11 Uhr

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