Illegale Tonbandaufnahmen

Ermittlungen gegen Kölner Oberbürgermeister

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Oberbürgermeister Fritz Schramma eröffnet. Dieser soll illegal Tonbandaufnahmen von internen Sitzungen angefertigt haben.

Gegen den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) ermittelt die Staatsanwaltschaft. Es geht darum, dass Schramma illegal Tonbandaufnahmen von internen Sitzungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs gemacht haben soll. "Wir verfolgen den Anfangsverdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes", sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld in Köln.

Schramma soll zwei Sitzungen des sogenannten Koordinierungsstabes zum Archiv-Einsturz illegal mitgeschnitten haben. In diesem Stab erörtern Fachleute der Stadtverwaltung und der Kölner Verkehrs-Betriebe die Bergungsarbeiten nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs und zweier Nachbargebäude. Bei dem Einsturz waren am 3. März zwei Menschen getötet worden.

Mehrere Teilnehmer der Gremiensitzung hatten sich am Montag überrascht gezeigt, dass die Redebeiträge auf Tonband aufgenommen worden waren. Nach Medienanfragen erklärte Schramma, diese Mitschnitte seien zur Erleichterung für die Protokollführer angefertigt worden. Tatsächlich seien sie dafür später aber nicht verwendet und letztlich ohne Abhören gelöscht worden. Bei der Sitzung des Koordinierungsstabes am Montag wurde kein Mitschnitt mehr gemacht. Schramma argumentierte, das Aufnahmegerät sei für jeden Teilnehmer deutlich sichtbar gewesen.

(dpa, N24)

26.03.2009 11:57 Uhr

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