Medwedew bei Merkel
Kanzlerin will in Sicherheitsfragen kooperieren
Ein ungeahnt harmonisches Treffen im Kanzleramt: Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medwedew wollen beim Thema Sicherheit künftig enger zusammenarbeiten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine engere Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU in Sicherheitsfragen ausgesprochen. Bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew schlug sie vor, regelmäßige europäisch-russische Konsultationen ergänzend zum NATO-Russland-Rat zu beginnen. "Das ist als kein Gegeneinander zu verstehen, sondern als eine Ergänzung", sagte die CDU-Chefin.
Der Dialog im NATO-Russland-Rat war wegen des Georgien-Kriegs im August 2008 unterbrochen worden und soll beim Gipfeltreffen des transatlantischen Bündnisses in Straßburg und Baden-Baden Ende der Woche wieder aufgenommen werden. Medwedew begrüßte diesen Schritt. "Dass es zu einer Pause gekommen ist, ist nicht uns zuzuschreiben", sagte er.
Gleichzeitig bekräftigte Medwedew seinen Vorschlag, einen Sicherheitsvertrag für ganz Europa abzuschließen. "Deutschland hat ein Interesse daran bekundet", sagte er. "Wir treten dafür ein, dass die Diskussion dieser Idee auf ganz verschiedenen Plattformen fortsetzt wird."
Merkel empfing Medwedew im Berliner Kanzleramt. Nach dreistündigen Gesprächen - auch mit deutschen Wirtschaftsvertretern - flog sie mit ihm zum Gästehaus der Bundesregierung nach Meseberg nördlich der Hauptstraße weiter, wo es ein Abendessen gab.
Merkel will in London nicht nur Sprüche klopfen
Es war das erste Treffen der beiden seit den deutsch-russischen Konsultationen in St. Petersburg vor einem halben Jahr, die noch unter dem Eindruck der Kaukasus-Krise stattfanden. Am Mittwoch und Donnerstag werden beide am G-20-Gipfel in London teilnehmen. Bei der zweitägigen Konferenz wollen die führenden Industrie- und Schwellenländer die Weltfinanzreform weiter voranbringen.
Merkel und Medwedew sprachen sich für möglichst konkrete Beschlüsse aus. "Diese Krise ist ein tiefer Einschnitt", sagte die Kanzlerin. "Man kann sagen, die Welt steht an einem Scheideweg." Man müsse in London ambitioniert arbeiten und "nicht nur ein paar Sprüche" klopfen.
Medwedew unterstützte Merkels Vorstoß für eine "Charta des nachhaltigen Wirtschaftens", die eine Art Grundgesetz für die Finanzmärkte darstellen soll. Der Gipfel in London müsse "den Start für die große Arbeit an der Erschaffung einer neuen Finanzarchitektur" sein. Man müsse das Instrumentarium schaffen, um Krisen wie die derzeitige künftig verhindern zu können.
(AP, N24)
31.03.2009 20:26 Uhr









