Turn-EM in Mailand
Hambüchen legt nächste Bruchlandung hin
Au weia: Fabian Hambüchen hat einen glatten Fehlstart bei der Turn-EM hingelegt. Schon wieder fiel er vom Reck - die Titelverteidigung an seinem Lieblingsgerät kann er damit abhaken.
Er blies die Backen auf und schüttelte fast unmerklich den Kopf: Fabian Hambüchen hat bei den Europameisterschaften in Mailand einen Fehlstart hingelegt und durch einen Sturz vom Reck alle Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung verspielt. Der Reck-Weltmeister musste in der Qualifikation beim Kolman-Salto das "Königsgerät" vorzeitig verlassen und verpasste damit den Sprung in das Finale am Sonntag (17 Uhr).
Dass der 21-Jährige von der TSG Niedergirmes im weiteren Verlauf seiner Übung noch einmal in Schieflage geriet und auch den Abgang nicht ganz sauber stehen konnte, fiel dann schon gar nicht mehr ins Gewicht. Mit 14,125 Punkten landete der Olympia-Dritte sogar noch hinter seinem Teamkollegen Philipp Boy aus Cottbus (14, 575), musste die Enttäuschung darüber aber schnell abschütteln, denn die Qualifikation ging an den anderen fünf Geräten für den Hessen noch weiter.
Vater Hambüchen: Stürze gehören dazu
Für Hambüchen setzte sich damit eine Serie von Patzern an seinem Schokoladengerät fort. In Peking hatte er den Olympiasieg verpasst und auch bei den Weltcup-Turnieren in Stuttgart und Cottbus nicht immer durchturnen können. Dazwischen lag allerdings auch der Sieg beim traditionsreichen American Cup in New York. "Reckturnen ist Risiko pur. Da gehören Stürze einfach dazu", sagte Hambüchens Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen.
Bereits hellwach war hingegen am frühen Vormittag Morgenmuffel Matthias Fahrig. Der 23-Jährige legte an seinen Spezialgeräten im Kampf um die Finalplätze mächtig vor und durfte zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht das Forum von Mailand verlassen. Sowohl am Boden als auch beim Sprung erturnte der Hallenser mit 15,350 bzw. 16,025 Punkten die höchste Note und lag damit zunächst jeweils auf dem ersten Platz.
Fahrig ist nun eine Medaillenhoffnung
"Wenn die Form stimmt, ist die Tageszeit egal", sagte der Halb-Kubaner, der aus disziplinarischen Gründen zwei Jahre lang an keinem internationalen Championat mehr teilgenommen hatte. Der sprunggewaltige Modellathlet konnte es sich sogar leisten, sich seinen Paradesprung, den Dragulescu, für die Entscheidung am Sonntag (15 Uhr) aufzuheben. Fahrig optimistisch: "An beiden Geräten ist eine Medaille drin."
Auch von Bundestrainer Andreas Hirsch kassierte Fahrig ein Lob. "Die Bodenübung war sehr schön, am Sprung hat er gezeigt, was er kann", meinte der Chefcoach, der davon ausging, dass sein Schützling im Finale voll angreifen wird: "Da ist dann noch ein bisschen Ballett im Saal."
Nicht schlecht lief es auch am Boden für Marcel Nguyen, der mit 14,825 Zählern Rang fünf im Zwischenklassement einnahm. Am Barren war der Unterhachinger mit 15,000 Punkten zunächst sogar Dritter, obwohl er auf seinen Spezialabgang, den an diesem Gerät selten geturnten Tsukahara, verzichtete. Am Reck allerdings musste der Olympiateilnehmer das Gerät vorzeitig verlassen.
Unter seinen Möglichkeiten blieb am Seitpferd Robert Weber aus Ehmen, der schon kurz nach Beginn seiner Übung neben die Pausche griff und stürzte. Ein ähnliches Missgeschick unterlief dem 25-Jährigen am Reck, auch dort musste Weber einen Absteiger verkraften.
(sid, N24)
03.04.2009 15:53 Uhr







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