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Gewalt-Eskalation

Schwere Krawalle überschatten Gipfel

Zum Teil abgebrannte Gebäude, demolierte Ampeln, zertrümmerte Scheiben: Das ist der unerfreuliche Teil der NATO-Gipfel-Bilanz. Hunderte Chaoten randalierten in Straßburg.

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Randale in Straßburg: Die gewalttätigen Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks steckten unter anderem ein Grenzgebäude in Brand.
Video: Gewalt-Eskalation - Schwere Krawalle überschatten Gipfel
Am Rande des NATO-Gipfels in Straßburg ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.
Die NATO-Gegner versuchten, die Zufahrtsstraßen zum Kongresszentrum zu blockieren.
Zunächst hatten die NATO-Gegner die Polizei an der Straßensperre am östlichen Stadtrand nicht attackiert. "Wir sind friedlich. Was seid Ihr?", riefen sie den Sicherheitskräften entgegen.
Mit Rauchbomben und Steinen attackierten die weniger friedlichen Demonstranten ...
... die Sicherheitskräfte, diese versuchten mit ...
... Wasserwerfern ...
... und Tränengas ...
... gegen die protestierenden Massen vorzugehen.
Abhalten ließen sich die Gipfelgegener davon allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. So wurde ...
... auch zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Statt klassischem Schwarz ...
... verkleidete sich eine Protestgruppe als Clowns.
Ob die selbstgebastelten "Waffen" einen Effekt bei ...
... den Sondereinsatzkommandos haben?
Lieber nackt als NATO? Diese ...
... Truppe reduzierte sich ...
... bei ihrem Gipfelprotest aufs Wesentliche.
Während die eine Hälfte der Straßburger vor den Ausschreitungen in Deckung gingen, ...
... bekundeten die anderen symbolisch ihre Solidarität mit den NATO-Gegnern.
Fast beschaulich ging es dagegen in Baden-Baden zu.
Hier hatte die Polizei sogenannte Kommunikatoren eingesetzt, die ...
... Konflikten vorbeugen sollten. Mit wechselndem Erfolg.
Die Baden-Badener setzten bei ihren Protesten ...
... statt Blockaden ...
... auf bildstarke Statements.
Aber auch hier wurde demonstrativ ...
... entblättert. Nach der Abreise von US-Präsident Barack Obama ...
... beruhigte sich die Lage auch in Freiburg. Mit ...
... Personenkontrollen war es meist getan. So mussten lediglich auf französischer Seite ...
... 100 von 300 festgenommenen Demonstranten die Nacht auf Samstag in Polizeigewahrsam verbringen.
Video: Nato-Gipfel - 200 Demonstranten festgenommen
Video: Katrin Sandmann berichtet - Autonome randalieren in Straßburg
Video: NATO-Gipfel - Neue Proteste und Festnahmen
Es kam wie es vermutlich kommen musste.
Bereits vor dem Auftakt des G20-Gipfels in London lieferten sich Demonstranten ...
... und Polizisten gewaltsame Auseinandersetzungen.
Mehrere Menschen wurden verletzt.
Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest, ...
... nicht alle kamen freiwillig mit.
Aber der Reihe nach: Im Laufe des Mittwochs versammelten sich in London mehrere tausend Demonstranten, ...
... um gegen das G20-Treffen zu demonstrieren.
Die Motive der Demonstranten sind unterschiedlich. Während die einen Anti-Kriegs-Parolen plakatieren ...
... oder für den Klimaschutz werben, ...
... ziehen die anderen mit kapitalismus- ...
... und konsumkritischen Spruchbändern auf die Straße.
Wieder andere werfen gar die Systemfrage auf. "Yes we can!" - Wer hätte gedacht, dass der Wahlslogan von US-Präsident Obama einmal als Antwort auf die Frage "Können wir unsere Regierung stürzen?" herhalten muss?
Doch im Zentrum der Proteste gegen den G20-Gipfel ...
... stehen die Finanzkrise ...
... und die Banker.
Manch einer möchte diese offenbar - ganz wie in alten Zeiten - am liebsten öffentlich aufknöpfen.
Andere sehen in ihnen offenbar Tod und Teufel.
Während es sich bei diesen Wachmännern um verkleidete Demonstranten handelt, die einen verkleideten Demonstranten beschützen, ...
... wagten sich laut Agenturmeldungen am Mittwoch viele "echte" Banker nicht zur Arbeit.
Wohl nicht ganz unbegründet, ...
... schließlich mischten sich unter die zahlreichen friedlichen G20-Gegner ...
... auch zahlreiche Autonome ...
... und gewaltbereite Demonstranten.
Und tatsächlich eskaliert die Lage, ...
... als die Demonstranten ins Bankenviertel ziehen.
Zunächst versuchten mehrere hundert Demonstranten, sich einen Weg in die Notenbank zu bahnen.
Auch wenn so mancher Beamter dabei in die Flucht geschlagen wird, ...
... können die Einsatzkräfte dies jedoch noch verhindern.
Eine Filiale der Royal Bank of Scotland indes hat nicht so viel Glück.
Sie wird von einer Gruppe Demonstranten gestürmt und geplündert.
Die Royal Bank of Scotland steht im Zentrum der Wut der Demonstranten, hatte sie doch wegen der Finanzkrise einen Rekordverlust verbucht - und gleichzeitig ihrem Ex-Chef eine Riesenpension zugestanden.
So ist das Klima in London, ...
... noch ehe der G20-Gipfel begonnen hat, massiv aufgeheizt.
Die Demonstranten lassen keinen Zweifel daran, dass sie ihrem Unmut lautstark Luft machen werden.
Die Polizei wiederum setzt auf massive Präsenz, um die Demonstranten in Schach zu halten.
5.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Überall gibt es Kontrollen, ...
... Absperrungen ...
... und Überwachungsmaßnahmen, ob zu Lande ...
... oder zu Wasser.
Und damit nicht genug: Schließlich bildet das G20-Treffen in London erst den Auftakt eines wahren Gipfel-Marathons, zu dem auch noch der NATO-Gipfel in Deutschland und Frankreich sowie das EU-USA-Treffen in Prag zählen.
Europa dürfte eine harte Protestwoche bevorstehen.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy Journalisten sichtlich zufrieden die Ergebnisse des NATO-Gipfels erörtern, kämpfen einige Kilometer vom Straßburger Pressezentrum entfernt Feuerwehrleute gegen Flammen an. Wütende Gipfelgegner haben Brandsätze in das Hotel Ibis nahe der Europabrücke geworfen, dessen erster Stock völlig zerstört wurde. Auch der Posten der französischen Grenzpolizei stand am Samstagnachmittag in Flammen.

Selbst ein bisher beispielloser Einsatz von mehr als 10.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten in der Europa-Stadt hat nicht verhindern können, dass der Gipfel zum 60-jährigen Bestehen der NATO von massiven Krawallen überschattet wurde. Zum Abschluss des Treffens eskalierten die Proteste in offene Straßenschlachten.

Ausgerüstet mit Gasmaske und Eisenstange

Die französischen Behörden machen dafür rund tausend "besonders gewalttätige" Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks verantwortlich, zu erkennen an ihrer einheitlich schwarzen Kleidung und Masken vor dem Gesicht. Sie werden vor allem dem linksextremen Spektrum zurechnet. Aber auch einige rechtsgerichtete Skinheads waren unter den gewaltbereiten Störern, sowie Demonstranten mit kurdischen Fahnen. Viele waren mit Eisenstangen bewaffnet und trugen Gasmasken.

Die Krawallmacher, darunter viele Deutsche, warfen mit Steinen und Flaschen auf Polizisten. Sie demolierten Verkehrsampeln und plünderten Bierregale in einer Tankstelle. Die Polizei setzte massiv Tränengas, Wasserwerfer und sogenannte Schockgranaten ein, die einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen. Nach Angaben der Straßburger Präfektur wurden zehn Demonstranten leicht verletzt. Der ärztliche Notdienst im "Protest-Camp" der Gipfelgegner sprach von mindestens 20 Verletzten durch den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen.

Europabrücke abgeriegelt und wohl schlimmeres verhindert

Die offizielle Abschlusskundgebung verlief am Nachmittag weitgehend ruhig. An ihr nahmen auch die Chefin der Kommunistischen Partei Frankreichs, Marie-Georges Buffet und Trotzkistenchef Olivier Besancenot teil. Für die Demonstration war eine Route im Straßburger Hafengelände genehmigt worden - weitab vom Kongresszentrum, wo sich am Vormittag die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten versammelt hatten.

An die 7000 deutsche Demonstranten, von denen mehrere hundert eigens mit der Bahn aus Nordrhein-Westfalen angereist waren, konnten sich dem Protestzug nicht anschließen. Sie waren im Grenzort Kehl blockiert, weil die Europabrücke entgegen ersten Zusagen der französischen Behörden gesperrt blieb. Daran änderten auch alle Vermittlungsversuche des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele nichts, der mit den übrigen Demonstranten an der Grenze festsaß.

In den Augen der französischen Gipfelgastgeber dürfte sich das massive Polizeiaufgebot gelohnt haben. Schließlich hat es verhindert, dass Demonstranten auch nur in die Nähe des Tagungsortes gelangten. Das Gelände rund um das Kongresszentrum war hermetisch abgesperrt, selbst für Journalisten mit einer Gipfel-Akkreditierung. Gestört wurden die Beratungen allenfalls vom Lärm der Militärhubschrauber, die pausenlos über Straßburg kreisten.

"Damenprogramm" mit Michelle und Carla

Weiträumig von hohen Metallbarrieren abgeriegelt war auch der Bereich um das Straßburger Rohan-Schloss und das gotische Münster. So konnten die amerikanische First Lady Michelle Obama und die Frau des französischen Staatschefs, Carla Bruni-Sarkozy, in der Mittagssonne ungestört in die Kameras lächeln, bevor sie das "Damenprogramm" mit einem Besuch des Münsters fortsetzten. Von den Protesten und Krawallen bekamen sie vermutlich ebenso wenig mit wie die Staats- und Regierungschefs. Sie konnten Straßburg gleich nach dem Gipfel per Hubschrauber verlassen. Dafür war eigens ein Fußballplatz neben dem Kongresszentrum in einen Flugplatz umfunktioniert worden.

(AP, dpa, AFP, N24)

04.04.2009 19:24 Uhr

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