Hahn im Korb

Kanzler-Gatte beim "Damenprogramm"

Aus Sicherheitsgründen musste das Programm der Ehepartner beim NATO-Gipfel umgebaut werden. So kam Kanzlergatte Joachim Sauer zum Kaffeekränzchen mit Carla Bruni-Sarkozy und Michelle Obama.

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"Damenpgrogramm mit Herr": Joachim Sauer, Ehemann von Angela Merkel, hätte sich bestimmt Schlimmeres vorstellen können, als mit Michelle Obama und Carla Bruni-Sarkozy durch's Straßburger Münster flanieren zu müssen.
Am Rande des NATO-Gipfels in Straßburg ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.
Die NATO-Gegner versuchten, die Zufahrtsstraßen zum Kongresszentrum zu blockieren.
Zunächst hatten die NATO-Gegner die Polizei an der Straßensperre am östlichen Stadtrand nicht attackiert. "Wir sind friedlich. Was seid Ihr?", riefen sie den Sicherheitskräften entgegen.
Mit Rauchbomben und Steinen attackierten die weniger friedlichen Demonstranten ...
... die Sicherheitskräfte, diese versuchten mit ...
... Wasserwerfern ...
... und Tränengas ...
... gegen die protestierenden Massen vorzugehen.
Abhalten ließen sich die Gipfelgegener davon allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. So wurde ...
... auch zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Statt klassischem Schwarz ...
... verkleidete sich eine Protestgruppe als Clowns.
Ob die selbstgebastelten "Waffen" einen Effekt bei ...
... den Sondereinsatzkommandos haben?
Lieber nackt als NATO? Diese ...
... Truppe reduzierte sich ...
... bei ihrem Gipfelprotest aufs Wesentliche.
Während die eine Hälfte der Straßburger vor den Ausschreitungen in Deckung gingen, ...
... bekundeten die anderen symbolisch ihre Solidarität mit den NATO-Gegnern.
Fast beschaulich ging es dagegen in Baden-Baden zu.
Hier hatte die Polizei sogenannte Kommunikatoren eingesetzt, die ...
... Konflikten vorbeugen sollten. Mit wechselndem Erfolg.
Die Baden-Badener setzten bei ihren Protesten ...
... statt Blockaden ...
... auf bildstarke Statements.
Aber auch hier wurde demonstrativ ...
... entblättert. Nach der Abreise von US-Präsident Barack Obama ...
... beruhigte sich die Lage auch in Freiburg. Mit ...
... Personenkontrollen war es meist getan. So mussten lediglich auf französischer Seite ...
... 100 von 300 festgenommenen Demonstranten die Nacht auf Samstag in Polizeigewahrsam verbringen.
Video: Nato-Gipfel - 200 Demonstranten festgenommen
Video: Katrin Sandmann berichtet - Autonome randalieren in Straßburg
Video: NATO-Gipfel - Neue Proteste und Festnahmen
Es kam wie es vermutlich kommen musste.
Bereits vor dem Auftakt des G20-Gipfels in London lieferten sich Demonstranten ...
... und Polizisten gewaltsame Auseinandersetzungen.
Mehrere Menschen wurden verletzt.
Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest, ...
... nicht alle kamen freiwillig mit.
Aber der Reihe nach: Im Laufe des Mittwochs versammelten sich in London mehrere tausend Demonstranten, ...
... um gegen das G20-Treffen zu demonstrieren.
Die Motive der Demonstranten sind unterschiedlich. Während die einen Anti-Kriegs-Parolen plakatieren ...
... oder für den Klimaschutz werben, ...
... ziehen die anderen mit kapitalismus- ...
... und konsumkritischen Spruchbändern auf die Straße.
Wieder andere werfen gar die Systemfrage auf. "Yes we can!" - Wer hätte gedacht, dass der Wahlslogan von US-Präsident Obama einmal als Antwort auf die Frage "Können wir unsere Regierung stürzen?" herhalten muss?
Doch im Zentrum der Proteste gegen den G20-Gipfel ...
... stehen die Finanzkrise ...
... und die Banker.
Manch einer möchte diese offenbar - ganz wie in alten Zeiten - am liebsten öffentlich aufknöpfen.
Andere sehen in ihnen offenbar Tod und Teufel.
Während es sich bei diesen Wachmännern um verkleidete Demonstranten handelt, die einen verkleideten Demonstranten beschützen, ...
... wagten sich laut Agenturmeldungen am Mittwoch viele "echte" Banker nicht zur Arbeit.
Wohl nicht ganz unbegründet, ...
... schließlich mischten sich unter die zahlreichen friedlichen G20-Gegner ...
... auch zahlreiche Autonome ...
... und gewaltbereite Demonstranten.
Und tatsächlich eskaliert die Lage, ...
... als die Demonstranten ins Bankenviertel ziehen.
Zunächst versuchten mehrere hundert Demonstranten, sich einen Weg in die Notenbank zu bahnen.
Auch wenn so mancher Beamter dabei in die Flucht geschlagen wird, ...
... können die Einsatzkräfte dies jedoch noch verhindern.
Eine Filiale der Royal Bank of Scotland indes hat nicht so viel Glück.
Sie wird von einer Gruppe Demonstranten gestürmt und geplündert.
Die Royal Bank of Scotland steht im Zentrum der Wut der Demonstranten, hatte sie doch wegen der Finanzkrise einen Rekordverlust verbucht - und gleichzeitig ihrem Ex-Chef eine Riesenpension zugestanden.
So ist das Klima in London, ...
... noch ehe der G20-Gipfel begonnen hat, massiv aufgeheizt.
Die Demonstranten lassen keinen Zweifel daran, dass sie ihrem Unmut lautstark Luft machen werden.
Die Polizei wiederum setzt auf massive Präsenz, um die Demonstranten in Schach zu halten.
5.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Überall gibt es Kontrollen, ...
... Absperrungen ...
... und Überwachungsmaßnahmen, ob zu Lande ...
... oder zu Wasser.
Und damit nicht genug: Schließlich bildet das G20-Treffen in London erst den Auftakt eines wahren Gipfel-Marathons, zu dem auch noch der NATO-Gipfel in Deutschland und Frankreich sowie das EU-USA-Treffen in Prag zählen.
Europa dürfte eine harte Protestwoche bevorstehen.

Die strikten Sicherheitsvorkehrungen beim NATO-Gipfel in Straßburg haben das Programm für die Ehepartner der Staats- und Regierungschefs stark durcheinander gebracht. Eigentlich war für die 13 anwesenden Frauen und Joachim Sauer, den Mann von Bundeskanzlerin Angela Merkel, am Samstag der Besuch einer Krebsklinik vorgesehen. Doch dieser Termin wurde in letzter Minute abgesagt, weil die Polizei wegen der zahlreichen Demonstranten die Zufahrtsstraßen gesperrt hatte.

Ein Ersatztermin war schnell gefunden: ein Kaffeekränzchen mit Carla Bruni-Sarkozy, der Frau des französischen Staatspräsidenten, im Hôtel de Rohan nahe der berühmten Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert. Wegen der spontanen Änderungen ging das Protokoll allerdings flöten. Zwar erschien Bruni - wie kurzfristig vereinbart - pünktlich um 11 Uhr, doch da waren einige ihrer Gäste schon da. Die Frauen des slowenischen und des albanischen Präsidenten sowie des albanischen Regierungschefs mussten also auf die Gastgeberin warten, was unter normalen Umständen völlig inakzeptabel gewesen wäre.

Kaffee und Kathedrale

Für Michelle Obama gab es dieses Problem nicht. Sie erschien als letzte und wurde als einzige von Bruni mit einer Umarmung begrüßt. Beide First Ladies waren in schwarze Hosen gekleidet, Bruni trug darüber einen fliederfarbenen Mantel, Obama einen schwarzen Blazer. Nun konnte das Gruppenbild mit Herrn aufgenommen werden, Joachim Sauer fügte sich in diese Rolle.

Nach dem Kaffee besuchte die kleine Truppe dann die Kathedrale, die sie angesichts der sicherheitspolitischen Absperrungen ganz für sich allein hatte. Ein französischer Priester führte die Frauen und den einen Mann herum, und Bruni übersetzte seine Erläuterungen vom Französischen ins Englische.

Allein in der Straßburger Innenstadt demonstrierten zu diesem Zeitpunkt nach Polizeiangaben rund 1.000 Demonstranten gegen den NATO-Gipfel. Die Runde verließ die Kathedrale sichtlich fröhlich und gut gelaunt. Michelle Obama verabschiedete dann jede der Damen sowie Kanzlergatte Sauer mit Küsschen. Sie flog mit ihrem Ehemann Barack Obama noch am Nachmittag nach Prag weiter.

(AP, N24)

04.04.2009 20:00 Uhr

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