Der schlechten Wirtschaftslage kann sich auch das Kino nicht entziehen. Trotz Erfolgen wie "Benjamin Button", "Der Vorleser" oder "Slumdog Millionaire" - Umsatz und Besucherzahlen sinken.
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Vorhang auf: Wirtschaftliche Krisenzeiten können, aber müssen nicht goldene Zeiten fürs Kinos ein. Das ist die Erkenntnis aus der Bilanz des ersten Kinoquartals 2009 in Deutschland: Demnach ist die Besucherzahl um mehr als zehn Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr 2008 zurück gegangen, der Umsatz ist um rund sechs Prozent gesunken. Auf das Gesamtjahr 2009 besehen kann sich das durchaus noch ändern. Doch bedürfte es schon einiger echter Überraschungserfolge, um diese Trendwende nach dem negativen Auftakt noch zu schaffen.
Die beiden bislang erfolgreichsten Filme in den deutschen Kinos kamen aus Hollywood: Das Vampir-Melodram "Twilight - Biss zum Morgengrauen" mit 2,4 Millionen Besuchern und "Der seltsame Fall des Benjamin Button" mit zwei Millionen Besuchern. Weniger waren allerdings in beiden Fällen auch nicht erwartet worden. Höchst ungewiss hingegen war das Abschneiden der Verfilmung des Romans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink. Umso erfreulicher, dass bisher 1,7 Millionen Zuschauer vor die Leinwände geströmt sind, um dieses Drama einer analphabetischen KZ-Wärterin zu sehen.
Dazu beigetragen hat sicherlich der Oscar für die famose Hauptdarstellerin Kate Winslet, aber wohl auch das sehr deutsche Thema des Films. Das ist auch die Erklärung für die mehr als respektablen 1,3 Millionen Besucher von "Operation Walküre", wo Superstar Tom Cruise den von den Nazis hingerrichteten Widerstandshelden Graf Stauffenberg spielte. Sowohl "Der Vorleser" als auch "Operation Walküre" wurden in Deutschland mit internationalen Teams produziert.
Deutsche Filme und Themen weiter im Aufschwung
Einheimische Kinofilme hatten nicht nur 2008 wachsenden Anteil an den Zuschauer- und Umsatzzahlen - auch im ersten Quartal setzt sich dieser Trend weiter fort. Bereits vier deutsche Filme konnten bislang mehr als eine Million Zuschauer vermelden: "Die Buddenbrooks", "Hexe Lilli", "Männersache" und - wenngleich noch wenige tausende zur Million fehlen - die neue Folge um "Die wilden Hühner".
"Pink Panther 2" not pretty
Zwar blieben vielversprechende Streifen wie "Hilde» oder "Effi Briest" kommerziell etwas unter den Erwartungen. Sie konnten jedoch immerhin mehr Besucher vermelden als zum Beispiel der mit hohem Werbeaufwand gestartete Hollywood-Flop "Der Rosarote Panther 2", den noch nicht einmal 200.000 Kinogänger sehen wollten.
Bei der aktuellen Auseinandersetzung um die Finanzierung der Filmförderung hier zu Lande sollten die zerstrittenen Geldgeber nicht vergessen: Ohne deutsche Filme und deutsche Themen geht nicht mehr viel in den Kinos zwischen Flensburg und Konstanz. Erfolgreiche Importkost aus Hollywood ist zwar weiterhin unverzichtbar, dominiert aber die Leinwände nicht mehr so sehr wie in früheren Jahren.