Arsen, Blei, Quecksilber

In Asse lagert tonnenweise Gift

Im maroden Atomlager Asse sind neben radioaktiven Abfällen auch tonnenweise Giftstoffe sowie Pestizide eingelagert worden. Das bestätigt das Bundesamt für Strahlenschutz.

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Kein Zutritt: Warnschilder im Atommülllager Asse bei Remlingen an einem abgesperrten Stollenbereich.

Im einsturzgefährdeten Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel ist neben radioaktiven Abfällen auch Giftmüll deponiert worden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestätigte einen Bericht des Magazin "stern", demnach in der Asse rund eine halbe Tonne hochgiftiges Arsen lagert.

Toxische Stoffe wie Arsen, Quecksilber und Blei seien grundsätzlich in dem eingelagerten radioaktiven Abfall enthalten, erklärte BfS-Sprecher Florian Emrich. Unter den 126 000 Fässern mit nuklearem Abfall befänden sich auch gut ein Dutzend Fässer mit entsorgten hochgiftige Pflanzenschutzmittel. Um über die Zukunft der Asse zu entscheiden, inventarisiert das BfS derzeit die im Laufe der Jahre angelieferten Abfälle.

"Es ist schon bemerkenswert, dass es Hinweise auf eingelagerte Pflanzenschutzmittel gibt", sagte Emrich. Noch vor zwei Monaten hatte das BfS vor "Überraschungen" bei der Erkundung des Inhalts des Lagers gewarnt. Das BfS übernahm zum Jahresanfang die Verantwortung für die Asse. Der frühere Betreiber, das Helmholtz Zentrum, wurde wegen des sorglosen Umgangs mit den gefährlichen Stoffen abgelöst.

Fachleute durchforsteten nun Akten, prüften Inventarlisten und befragten Mitarbeiter. "Wir versuchen das mit aller Gründlichkeit zu machen." Entscheidend sei unter anderem, ob sich dabei Hinweise auf neue Sicherheitsdefizite ergäben. Das Umweltministerium in Hannover hatte zunächst keine weiteren Erkenntnisse zu den Giftstoffen in der Asse.

Nach dem "stern"-Bericht befinden sich tonnenweise Blei sowie hochgiftige Pflanzenschutzmittel aus Bayern in der Asse. Die Giftstoffe könnten bei Kontakt mit Grundwasser genauso zu einer Gefahr werden, wie die radioaktiven Abfälle. Das Bundesamt prüft zurzeit verschiedene Optionen zur Sanierung des rund 100 Jahre alten Bergwerks, das durch einsickerndes Wasser immer instabiler wird. Möglicherweise muss der bis 1978 eingelagerte Abfall wieder an die Erdoberfläche geholt werden. Dies könnte milliardenschwere Kosten und jahrelange Sanierungsarbeiten nach sich ziehen.

(dpa, N24)

15.04.2009 14:41 Uhr

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