Neuer Anti-Islam-Film

Geert Wilders provoziert erneut

Geert Wilders plant eine Fortsetzung seines Anti-Islam-Films "Fitna". Gegen den Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für Freiheit (PVV) wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Szene aus Wilders umstrittenem Film "Fitna". Darin wird der Prophet Mohammed als Barbar bezeichnet (Bild: www.liveleak.com, dpa).
Video: Heftig umstritten - Geert Wilders Film gegen den Koran
Rechtspopulist, knallharter Taktiker und äußerst umstrittener Politiker: Der Kärntner Landeshauptmann und frühere Vorsitzende der rechtsgerichteten Partei FPÖ Jörg Haider hat die politische Rechte in Österreich salonfähig gemacht.
In der Nacht vom 11. Oktober 2008 kam er bei einem Autounfall ums Leben. Haider war allein in seinem Dienstwagen unterwegs, als er in der Nähe von Klagenfurt beim Überholen von der Straße abkam…
… und gegen einen Betonpfeiler prallte. Anschließend überschlug sich das Auto. Haider erlitt schwerste Verletzungen im Kopf- und Brustbereich und starb noch am Unfallort. Nach Polizeiangaben hatte er keine Überlebenschance.
Der 58-Jährige, der neben seiner Frau Claudia zwei erwachsene Töchter hinterlässt, war auf dem Weg nach Hause ins Bärental in der Gemeinde Feistritz. Dort war eine große Familienfeier anlässlich des 90. Geburtstages seiner Mutter geplant.
Über Jahrzehnte hat der stets braun gebrannte und smarte Politiker das politische Bild der Alpenrepublik mitgeprägt – und ihr seinen rechten Stempel aufgedrückt.
Seine politischen Äußerungen - vom Lob der NS-Beschäftigungspolitik bis zur Forderung nach elektronischen Fußfesseln für Asylbewerber – sorgten regelmäßig für Empörung. Und das weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
In den vergangen Jahren war Haider als Landehauptmann (entspricht dem Ministerpräsidentenamt) von Kärnten tätig. Damit hatte er sich weitgehend aus der österreichischen Bundespolitik zurückgezogen.
Stoff für Schlagzeilen hatte er aber immer wieder geliefert: Etwa durch ein Bauverbot für Moscheen mit Minaretten oder durch die eigenmächtige Ausweisung von Asylbewerbern in die benachbarten Bundesländer.
Bei der Parlamentswahl Ende September war er dann wieder in Erscheinung getreten: Als Spitzenkandidat seiner bislang eher erfolglosen Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) fuhr er rund elf Prozent ein …
… und verdoppelte damit das Ergebnis seiner Partei. Geprägt hat er das politische Österreich aber als Vorsitzender der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).
1999 holte der damalige Kanzler Wolfgang Schüssel von der konservativen Volkspartei (ÖVP) die FPÖ in eine Koalitionsregierung, …
… was erstmals in der Geschichte der Europäischen Union Sanktionen der EU-Partnerländer gegen einen Mitgliedsstaat auslöste und vorübergehend zur politischen Isolation Österreichs führte.
Haider übernahm damals aber kein Amt in der Regierung und agierte als Strippenzieher im Hintergrund, hier auf einer Pressekonferenz 1995 mit dem Pressesprecher der Partei, Peter Westenthaler (l).
Dennoch löste die Mitregierung der FPÖ in der Öffentlichkeit des eigenen Landes heftige Protest aus, wie hier bei einer anti-rassistischen Demonstration der FPÖ-Gegner 1999 in Wien …
… oder im österreichischen Nachrichtenmagazin „News“: Es verglich Haider 2000 auf seinem Cover mit Adolf Hitler.
Nach einem internen Parteistreit und Auseinandersetzungen mit seinem politischen Ziehsohn Heinz-Christian Strache (r.) löste sich Haider von der FPÖ und ging eigene Wege mit der Gründung des BZÖ.
Seit 1977, als er als FPÖ-Landesparteisekretär hauptberuflich in die Politik einstieg, hat Jörg Haider eine steile Karriere hingelegt.
Politische Beobachter schätzen ihn als gewieften Taktiker und erfahrenen Populisten ein, der in seinem Handeln aber oft auch als völlig unberechenbar galt.
Immer wieder brach er mit seinen Äußerungen Tabus und sicherte sich so auch die extrem rechte Wählergunst.
Seine Kritik an der Regierungspartei 1991 lautete beispielsweise: "Im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal ihre Regierung in Wien zusammenbringt."
1979 sind die Tage der Schah-Herrschaft in Persien gezählt. Im In- und Ausland organisiert sich die Opposition um den im Exil lebenden islamischen Geistlichen Chomeini. Die "Islamischen Revolution" nimmt ihren Anfang.
Schah Mohammad Reza von Persien auf Staatsbesuch in Thailand (Foto: 1968). Der Begriff "Schah" bedeutet "König" und ist der offizielle Titel der persischen Monarchen.
Die Könige der "Pahlaviden" (1925-1979) betreiben zunächst eine am Westen orientierte Reformpolitik. Reza Schah Pahlavi (Foto: Mitte, mit Kemal Atatürk, 1934) industrialisiert das Land, baut die Infrastruktur aus und ein Rechts- und Bildungssystem auf.
Aber er geht auch auf Konfrontation zum Islam: Männern wird untersagt, geistliche Kleidung zu tragen und ab 1937 dürfen sich Frauen nicht mehr mit Schleier zeigen; Scharia-Tribunale, islamische Gerichte, werden abgeschafft (Foto: 1941).
Sein Sohn Mohammad Reza folgt ihm 1941 im Alter von 18 Jahren auf dem Thron (Foto: 1938). Zunächst gewinnt der junge Schah an Popularität im Land. Er kann den Einfluss Persiens in der Golfregion ausbauen und bemüht sich um Ausgleich mit den Mullahs.
In den späten Fünfzigerjahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation des Landes und der Schah gerät wegen seines autokratischen Herrschaftsstils in die Kritik. Ein Teil der Landbevölkerung hungert und in den Vorstädten entstehen Slums.
Gleichzeitig lebt der Schah, der sich mittlerweile selbst zum Kaiser gekrönt hatte, seinen verschwenderischen Lebensstil ungeniert und öffentlich aus: Mit Skifahren in der Schweiz (Foto: Die Familie in St. Moritz), …
… pompösen Festen und Badeurlaub provoziert er Widerstand im In- und Ausland (Foto: Urlaub auf den Bahamas).
Die Anti-Schah-Demonstrationen in Deutschland 1967 gelten als der Beginn der Studentenunruhen (Foto: Student mit Satirezeitschrift über den Schah in Frankfurt am Main, 1967).
Der Geheimdienst "Organisation zur Information und zum Schutz des Landes" unterdrückt jede Form der Opposition. Er entführt, foltert und mordet. "Amnesty International" geht 1977 von bis zu 100.000 politischen Gefangenen aus (Foto: Teheran, 1953).
1978 häufen sich Demonstrationen und Unruhen im ganzen Land (Foto: Teheran). Der Schah ruft das Kriegsrecht aus und versucht, ein Demonstrationsverbot mit Hilfe des Militärs durchzusetzen.
Millionen Menschen fordern den Rücktritt des Schahs und die Rückkehr ihres geistlichen Führers Chomeini aus dem französischen Exil (Foto: Massenkundgebung in Teheran).
Der Ayatollah Chomeini ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der schon in den 40er Jahren die Abschaffung der Monarchie und Errichtung einer islamischen Regierung unter der Führung des Klerus fordert (Foto: 1979).
In einer späteren Schrift fordert er die Anwendung der Scharia bei Rechtsstreitigkeiten, eine national ausgerichtete Politik sowie die Verstaatlichung des Erdöls und den "Heiligen Krieg" gegen die westlichen Mächte (Foto: Teheran, 1979).
1963 ruft Chomeini öffentlich zum Sturz des Schahs auf. Es folgen seine Verhaftung, Inhaftierung und Verbannung aus Persien.
Im Pariser Exil gelingt es Chomeini, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der persischen Opposition zu vereinen (Foto: im Garten seiner Residenz). Darunter sind linke Gruppen, bürgerliche Kräfte und islamische Gelehrte.
"Schwarzer Freitag": Am 8. September 1978 setzt der Schah Panzer und 100.000 Soldaten gegen Demonstranten ein. Das Militär feuert scheinbar wahllos in die Massen. DIE ZEIT schätzt damals, dass 2.000 Demonstranten getötet wurden.
Aus dem Exil ruft Chomeini zum Generalstreik und Putsch gegen das Schah-Regime auf. Der Druck auf den „Kaiser“ wächst. Durch eine Regierungsumbildung versucht er noch einmal, beruhigend auf die Massen einzuwirken.
Doch der Druck wird zu groß, am 16. Januar 1979 besteigt Schah Reza Pahlavi auf dem Teheraner Flughafen eine Maschine nach Ägypten mit den Worten: "Ich bin müde und brauche eine Pause" (Foto: Ankunft in Kairo).
Zwei Wochen später ein ähnliches Bild: Am 1. Februar 1979 landet Chomeini in einer Maschine der Air France auf dem Teheraner Flughafen. Der Flugkapitän begleitet den prominenten Passagier die Treppe hinunter.
Weltweit verbindet sich mit der Rückkehr von Chomeini aus dem Exil die Hoffnung nach einer besseren Zukunft für das Land, nach Freiheit und mehr Wohlstand für die Iraner. Millionen Menschen bereiten dem Ayatollah einen begeisterten Empfang.
Das Militär erklärt sich für neutral und Mehdi Bazargan, Mitbegründer einer iranischen Freiheitsbewegung und ehemaliger Innenminister, wird Ministerpräsident einer Übergangsregierung.
Chomeini gelingt es, sich innerhalb weniger Monate gegen alle oppositionellen Strömungen im eigenen Land durchzusetzen und baut das Land nach seinen Vorstellungen zu einem islamischen Staat um (Foto: Islamische Nationalgarde in Teheran).
Am 1. April 1979 ruft Chomeini die "Islamische Republik" Iran aus und wird selbst deren oberster Rechtsgelehrter, Revolutionsführer und Staatsoberhaupt.
Doch die Hoffnungen vieler Menschen, die sich mit der Rückkehr des Ayatollahs in den Iran verbinden, erfüllen sich nicht: Alle Hochschulen des Landes geschlossen (Foto: Mehdi Bazargan bei einer Rede an der Teheraner Universität 1979), …
… Chomeini verbietet kritische Zeitungen, Wirtschaft, Ölindustrie und Banken werden verstaatlicht, politische Gruppen und Parteien verboten (Foto: Ölraffinerie in Abadan).
Nichtmuslime, vor allem Angehörige der Bahai-Religion, werden unnachgiebig verfolgt, deren Eliten und Führer zu Tausenden hingerichtet. Viele Iraner fliehen vor Repressalien und Verfolgung aus ihrer Heimat (Foto: Chomeini-Denkmal in Teheran).
Bis 1988 kommt es mehrfach zu sogenannten "Hinrichtungswellen". Bei diesen Säuberungen von Nichtmuslimen und Regimegegnern sterben Zigtausende (Foto: Exil-Iraner demonstrieren gegen Hinrichtungen im Iran, Berlin 2001).
Am 4. November 1979 besetzen 400 iranische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nehmen 90 Amerikaner als Geiseln.
Eine Befreiungsaktion der Amerikaner im April 1980 scheitert. Aufgrund schlechten Wetters und technischer Probleme stürzen ein US-Flugzeug und ein Helikopter in der iranischen Wüste ab. Acht Soldaten sterben bei dem Unglück.
Nach 444 Tagen und der Zahlung von Lösegeld in Milliarden-Dollar-Höhe kommen die Gefangen frei. Aus Protest gegen die Geiselnahme tritt Ministerpräsident Mehdi Bazargan zurück und erklärt später: …
"Nach der Revolution (…) [hat] uns der Klerus (…) völlig verdrängt und die Kontrolle über das Land übernommen. (…) Zu diesem Zeitpunkt haben alle Parteien islamischer Ausrichtung ebenso geschlafen wie die Linke, die (…) am Rand der Realität blieb."
Chomeini ruft die Iraner zur Wachsamkeit gegen Regimegegnern auf und "… Nachbarn zu beobachten und zu sehen, was sich in deren Häusern abspielt (…) wer bei euren Nachbarn aus- und eingeht (…)".
1980 greift das Nachbarland Irak, unter der Führung Saddam Husseins, den Iran an. Der Erste Golfkrieg dauert acht Jahre und fordert auf iranischer Seite eine halbe Million Tote.
Bis zu seinem Tod am 3. Juni 1989 bleibt Chomeini geistlicher Führer und Staatsoberhaupt des Iran.
Am 4. Juni 1989 wird sein früherer Schüler, Ajatollah Chamenei, sein Nachfolger.
Zum 30. Jahrestag des Beginns der "Islamischen Revolution" erklärt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Januar 2009, dass die Revolution heute noch "lebhaft und lebendig" sei.
Ehemalige Geiseln aus der US-Botschaft in Teheran glauben Ahmadinedschad als einen der Geiselnehmer von 1979 identifiziert zu haben (3.v.li.).
Video: Islamkritiker Wilders - Im Gespräch: Helmut Hetzel, Den Haag
Geschichte einmal anders. Das Anne Frank Zentrum hat den Comic herausgegeben
Er erzählt von den Gräuel-Taten Hitlers
Es geht um das Mädchen Esther, deren Eltern im KZ Auschwitz ermordet werden
Die Ausbeutung...
...und die Deportation der Juden wird thematisiert
So werden die Nazi-Verbrechen den Jugendlichen näher gebracht
Um verstehen zu können, welche schrecklichen Auswirkungen die NS-Diktatur hatte
Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen den Comic in den Geschichtsunterricht einbinden

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat eine Fortsetzung seines umstrittenen Anti-Islam-Films "Fitna" angekündigt. Der Chef der Partei für Freiheit (PVV) wolle darin die Folgen einer fortschreitenden "Islamisierung" des Westens aufzeigen, berichtete die Zeitung "De Telegraaf" am Donnerstag. Wilders rechne damit, dass "Fitna 2" wie schon sein erster Film in islamischen Ländern heftige Reaktionen auslösen wird.

Der 45-jährige Oppositionspolitiker produziere seinen neuen Film ungeachtet der gegen ihn gerichteten strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Ein Gericht in Amsterdam hatte sie im Januar wegen der Veröffentlichung des islam-kritischen 15-Minuten-Films "Fitna" im Internet sowie wegen öffentlicher Auftritte von Wilders angeordnet, bei denen er den Islam als faschistisch und dessen Propheten Mohammed als Barbaren bezeichnet hatte.

Mit seiner Islam-Kritik und der Forderung, die Einwanderung von Menschen aus islamischen Ländern in die Europäische Union zu stoppen, ist Wilders in den letzten Monaten immer populärer geworden. In Meinungsumfragen der vergangenen Wochen wurde seine Partei als stärkste politische Kraft der Niederlande ermittelt. Bei Wahlen würde die PVV, die derzeit neun Abgeordnete hat, demnach mehr als 30 Parlamentssitze erobern und damit sogar den Christlich-Demokratischen Appell (CDA) von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende übertrumpfen.

(dpa, N24)

16.04.2009 08:54 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik