Geköpfte Klitschkos
Haye tritt mit Grusel-Shirt auf
David Haye nimmt den Mund ganz schön voll. Vor dem Kampf gegen Wladimir Klitschko spuckt er große Töne und lässt dabei keine Geschmacklosigkeit aus. Auch seine Garderobe sorgt für Aufsehen.
Beleidigungen, Geschmacklosigkeiten und kein Hauch von Respekt: Beim ersten offiziellen gemeinsamen Auftritt von Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko und David Haye bekam das Auditorium teilweise rote Ohren vor Scham. Der Doppel-Champion konnte angesichts der Frechheiten des englischen Herausforderers seine Wut nur schwer verbergen.
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"Wladimir war seit Jahren unterfordert. Er hat nur Gegner geboxt, die ihre beste Zeit längst hinter sich hatten. Ich habe viele Kämpfe von ihm gesehen und mich gelangweilt. Jab, Jab, Right. Das ist alles, was er kann", sagte der Brite im Glück Auf Club der Schalke-Arena, wo der Kampf am 20. Juni steigen wird.
Erstes Gruselfoto hat für Kampf gesorgt
Der IBF- und WBO-Weltmeister musste sich Häme und Schmähungen nicht zum ersten Mal anhören, aber Haye ist ihm offenbar unter die Haut gegangen. Der Ex-Weltmeister im Cruisergewicht hatte sich nach dem Fight von Wladimir im Dezember 2008 gegen Hasim Rahman als Gegner ins Gespräch gebracht, als er ein Foto von Wladimirs abgeschnittenem Kopf in die Kameras hielt. "Das Foto hat mich hierhergebracht", erklärte der Brite auch freimütig.
Wladimir konterte zunächst mit gebremstem Schaum. "Er ist ein außerordentlich frecher junger Mann, der sein Benehmen noch nicht im Griff hat. Ich freue mich wahnsinnig, ihm das im Ring beizubringen", sagte der 33 Jahre alte Weltmeister aus der Ukraine.
Haye als Triumphator mit abgetrennten Köpfen der Klitschkos
Doch Haye setzte auf Schalke noch einen drauf: Bevor der "Hayemaker", der bislang 21 von 23 Kämpfen vorzeitig gewann, das Wort am Podium ergriff, zog er seine Jacke aus. Haye hatte ein von einem befreundeten Künstler gemaltes Bild auf sein schwarzes T-Shirt drucken lassen. Darauf ist Haye im Ring als Triumphator stehend zu sehen, in der rechten Faust den Kopf von Witali, in der linken den von Wladimir. Zu seinen Füßen liegen die Torsos der beiden Brüder.
Dann spuckte der Herausforderer, der wie Superstar David Bowie aus dem multikulturellen Londoner Stadtteil Brixton stammt, weiter munter große Töne. In Anlehnung an Muhammad Alis Spruch nach seinem Sieg gegen Sonny Liston ("I shook the world, I must be the greatest") meinte er: "Ich komme hierher, um die Welt zu erschüttern. Ihr werdet die Geburtsstunde einer Legende erleben. Ich werde Klitschko so den Hintern versohlen, dass sein Bruder Witali für ihn das Handtuch werfen muss. Er wird seinen schlimmsten Albtraum erleben, es wird Wladimirs letzter Kampf. Und Witali sollte schon mal mit dem Training beginnen, er wird der Nächste sein."
Haye kündigt weitere T-Shirts an
Spätestens da war es dann aus mit der Contenance des Wladimir Klitschko, ein in der High Society weltweit gern gesehener Gast. "Das T-Shirt finde ich bodenlos schlecht und grausam. Dafür werde ich dich bestrafen. Ich mache langen Prozess und werde dich erst in der 12. Runde ausknocken. Ich hoffe nur, dass du so lange durchhältst. Du bist nichts anderes als ein Großmaul", sagte Klitschko in Richtung des Herausforderers.
Dem Kartenverkauf wird David Haye sicherlich zuträglich sein, zumal er ankündigte: "Es wird noch weitere T-Shirts geben." Die billigsten Tickets für den Kampf liegen zwischen 24 Euro (Stehplätze) und 49 Euro. Der Kampf ist für jeden Fan auch über den Videowürfel in der Arena zu sehen. Die Arena kann 70.000 Zuschauern Platz bieten. Die letzten Freiluftveranstaltungen in Deutschland datieren aus dem Jahr 1996: 25.000 Zuschauer sahen am Millerntor in Hamburg die WM zwischen Dariusz Michalczewski und Graciano Rocchigiani, 20.000 die Schwergewichts-WM zwischen Axel Schulz und Michael Moorer im Westfalenstadion in Dortmund.
(Ulf Zimmermann, sid, N24)
16.04.2009 15:19 Uhr







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