Wer steckt dahinter?

Terrorgruppe Islamische Dschihad-Union

Das Netzwerk von Terroristen ist weltweit verzweigt. Die Mitglieder der "Sauerland"-Zelle sollen der Islamischen Dschihad-Union (IJU) in Usbekistan angehören. Doch wie sehen deren Kontakte aus?

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Die Islamische Dschihad-Union droht in Videos mit Anschlägen in Deutschland. (hier ein Screenshot vom 27.1.2009)
Video: El Kaida - Zweites Terror-Video im Internet aufgetaucht
Es ist ein Tag, der die Welt verändert und Menschen rund um den Globus in einen Schockzustand versetzt. Die Ereignisse werden weitreichende politische Folgen haben, von denen am Morgen des 11. September 2001 noch niemand etwas ahnt.
Der 11. September 2001 in New York beginnt bei strahlendem Sonnenschein. Um halb neun Uhr morgens füllen sich langsam die Straßen und Büros.
Seit seiner Fertigstellung 1973 ist das World Trade Center (WTC) markanter Orientierungspunkt in der Skyline von Manhattan.
8:46 Uhr: Ein Flugzeug rast in den nördlichen der beiden Türme des World Trade Centers...
... und explodiert in einem riesigen Feuerball.
Dichter Rauch steigt aus dem oberen Drittel des 417 Meter hohen Gebäudes, Flammen schlagen aus der zerstörten Front.
Den Eingeschlossenen ist jeder Fluchtweg versperrt. Menschen ringen an geöffneten Fenstern nach Luft: Viele von ihnen springen aus Angst vor Flammen und Rauch in den Tod.
Geschockt beobachten tausende Menschen das Geschehen. Viele von ihnen glauben zu diesem Zeitpunkt noch an einen tragischen Unglücksfall...
... bis die entsetzten Augenzeugen ein zweites Flugzeug beobachten, das sich dem World Trade Center schnell nähert.
09:03 Uhr: Eine Boeing vom Typ 767 hält direkt auf den südlichen Turm zu...
... und wird, wie die erste Maschine, von dem Gebäude förmlich verschluckt.
Die Bilder der zweiten Attacke auf das World Trade Center werden von Nachrichtensendern live in alle Welt übertragen.
Auch vom Boden aus wird der zweite Einschlag einer Maschine in das WTC von Kameras eingefangen.
Trümmer des Gebäudes und des Flugzeugs regnen auf die Straßen Manhattans. Mittlerweile hat brennendes Kerosin auch den zweiten Turm in Brand gesetzt.
Das Wahrzeichen New Yorks steht weit hin sichtbar in Flammen, eine riesige Rauchfahne zieht über die Bucht.
09:05 Uhr: US-Präsident George W. Bush wird beim Besuch einer Grundschule in Sarasota (Florida) vom zweiten Einschlag in das WTC informiert. Stabschef Andrew Card flüstert ihm zu: "Amerika wird angegriffen."
09:37 Uhr: Eine Überwachungskamera vor dem Pentagon in Washington DC...
... dokumentiert den Einschlag von American Airlines Flug 77 in den Westflügel des Gebäudekomplexes.
Wie im 365 Kilometer entfernten New York steigt schwarzer Rauch über der Stadt auf.
09:59 Uhr: Der Südturm des World Trade Centers fällt in sich zusammen.
Die 110 Etagen des Turms sacken eine nach der anderen ab und stürzen in die Tiefe.
Jetzt bricht Panik aus: Die Menschen in der Umgebung laufen um ihr Leben. Viele werden von Trümmerteilen erschlagen oder ersticken in der Staubwalze, die durch die Straßen rast.
10:03 Uhr: Ein viertes Flugzeug stürzt südlich von Pittsburgh auf freiem Feld ab. Passagiere hatten sich gegen die Entführer zur Wehr gesetzt und den Kampf mit den Entführern gewagt. Diese wollten offenbar Kurs auf das Weiße Haus nehmen.
10:28 Uhr: Der zweite, nördliche Zwillingsturm stürzt ein ...
... die gesamte Südspitze Manhattans ist von dichtem Rauch eingehüllt...
... und vom anderen Ufer der Bucht nicht mehr zu erkennen.
Einige Menschen flüchten vom Ort der Katastrophe...
... andere irren alleine durch Schutt und Staub.
Marcy Borders hat in einem benachbarten Bürogebäude Schutz vor den Trümmern gesucht. Der Staubwolke konnte sie dadurch nicht entkommen.
Wer laufen kann, verlässt Manhattan in Richtung Norden...
... doch der riesigen Staubwolke zu entkommen ist nahezu unmöglich.
12:16 Uhr: Die Bundesflugbehörde meldet, dass der Luftraum der USA gesperrt ist. Nur Militär- und Rettungsmaschinen fliegen noch.
Die Rauch- und Staubwolke über Manhattan, fotografiert von einem Satelliten aus 400 Kilometern Höhe.
20:30 Uhr: US-Präsident Bush kündigt in einer Fernsehansprache an, die Täter gnadenlos zu verfolgen:"Wir werden keinen Unterschied machen zwischen denen, die diese Attacken ausgeführt haben, und denen, die ihnen Schutz bieten."
Dutzende Feuerwehrmänner verlieren an diesem Morgen in New York ihr Leben bei den Rettungsarbeiten.
Dort, wo noch am Vormittag das World Trade Center stand, türmen sich am Mittag die Schuttberge aus tausenden Tonnen Stahl und Beton Meter hoch.
Auch Teile des Pentagon sind schwer beschädigt. Über eine Breite von vielen Metern ist die Westfront aufgerissen.
Feuerwehrmänner suchen im Schutt zwischen verbogenen Stahlträgern nach Opfern des Anschlags.
Auch viele Neben- und Nachbargebäude des WTC sind strukturell schwer beschädigt und kollabieren.
Von den einst höchsten Fassaden der Stadt...
... steht nur noch ein kleiner Teil wie ein Mahnmal in der Trümmerlandschaft.
Die verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 haben fast 3000 Menschen in den USA das Leben gekostet.

Die ursprünglich aus Usbekistan stammende Terrorgruppe Islamische Dschihad-Union (IJU) operiert im afghanischen-pakistanischen Grenzgebiet. Sie unterstützt das Terrornetzwerk El Kaida und die radikalislamischen Taliban. Die IJU ist eine Abspaltung der Islamischen Befreiungsfront Usbekistans (IBU), die sich auf die Bekämpfung des usbekischen Staates konzentriert. Die 2002 gegründete IJU dagegen fordert die Ausweitung des "Heiligen Krieges" (Dschihad) auch gegen den Westen.

Die IJU verübte im Jahr 2004 Anschläge in Usbekistan und erklärte 2007 Afghanistan zu ihrem Hauptkampfgebiet. Der IJU gehören nach Schätzung von Experten zwischen 100 und 200 Kämpfer an - sie ist damit relativ klein. Der Anführer der IJU, Najmiddin Jalolov, wurde im Herbst 2009 in den Bergen Waziristans beim Angriff einer unbemannten US-Drohne getötet.

Kein Zweifel an Existenz der IJU nach "Sauerland"-Prozess

An der Existenz der IJU hatten Sicherheitsbehörden lange gezweifelt. Sie wurde als Inszenierung des usbekischen Geheimdienstes oder als Internet-Erfindung bezeichnet. Der baden-württembergische Verfassungsschutz nahm seine Bedenken im Verlauf des Prozesses gegen die "Sauerland"-Gruppe zurück. Die Angeklagten hatten vor Gericht minutiös über ihre Terrorausbildung bei der IJU berichtet und gestanden, im Auftrag der Terrorvereinigung Bombenanschläge in Deutschland geplant zu haben.

(dpa)

03.03.2010 17:30 Uhr

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