Besser als befürchtet

eBay übertrifft Erwartungen

Plattformen wie Amazon graben eBay immer mehr Umsätze ab. Trotzdem überraschte das Internet-Auktionshaus mit Quartalszahlen, die Analysten wesentlich schlechter eingeschätzt hatten.

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Vom Superstar zum Sorgenkind? eBay verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch.
Im Jahre 1999 gründeten sechs Berliner Unternehmer das Gebrauchtwaren-Auktionshaus Alando. Nur ein halbes Jahr später kaufte die amerikanische eBay-Gesellschaft das Unternehmen für 43 Millionen US-Dollar.
Die Jungunternehmer, darunter die drei Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer, galten fortan als Vorbild der gesamten europäischen Gründerszene.
Im Jahre 2000 investierten die Brüder einen Teil des Geldes in eine neue Firma, die Jamba GmbH und verkauften fortan Klingeltöne und Handy-Spielereien. Kommen wir aber zurück zu eBay.
Von Anfang an konnte sich eBay über viele Käufer und Verkäufer freuen. Und auch die Presse hatte stets reges Interesse an dem Unternehmen, sowie an den zahlreichen skurrilen Auktionen.
Immer wieder kamen auch die Fahrzeuge prominenter Persönlichkeiten bei dem Auktionshaus unter den Hammer. Zum Beispiel der Chrysler, den Barack Obama vor kurzem noch selbst fuhr.
Das 1967er VW Käfer-Cabrio, mit dem Jürgen Klinsmann immer zum Training fuhr, war ein echter Verkaufsschlager und ging für über 100.000 Euro in Besitz eines Mannes aus Böblingen.
Mit einem Startpreis von 9.999 Euro stellte Reimund Halbe diesen VV Golf bei eBay ein. Die Besonderheit dieses Fahrzeugs …
… ist der prominente Vorbesitzer: Josef Kardinal Ratzinger.
Und mit dieser "geistlichen Unterstützung“ konnte sich der Verkäufer über fast 190.000 Euro freuen. Ein amerikanisches Casino erhielt den Zuschlag.
Können Sie sich noch daran erinnern, wie der englische Nationalspieler David Beckham bei der EM 2004 im Spiel gegen Portugal den entscheidenden Elfmeter verschoss?
Dieser Ball ist für 28.050 Euro versteigert worden. Zeitweise waren bis zu zehn Millionen Euro für den Ball geboten worden, der einem spanischen Fußballfan auf der Tribüne in die Hände gefallen war. Viele Gebote waren aber unseriös und wurden annulliert.
Apropos Fußball, auch Teile des Endspiel-Rasen aus dem Berliner Olympiastadion, wie hier der Anstoßpunkt, wurden nach der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2006 erfolgreich versteigert.
Nun raten Sie doch mal, wer in diesem schmucken Häuschen in Memphis, Tennessee wohnte.
Soviel als Tipp: Der damalige Besitzer kaufte 1956 das Haus mit den Erlösen seines Hits "Heartbreak Hotel".
Na klar, es gehörte Elvis Presley. Übrigens kam das Haus inklusive der schicken Einrichtung unter den Hammer.
Aber warum nur ein Haus kaufen, wenn man ein ganzes Dorf sein eigen nennen kann?
Bridgeville, ein Dorf in Kalifornien mit rund 80 Morgen Land, neun Häusern, einem Friedhof sowie einem Schaufelbagger, stand im Jahr 2002 unter dem Hammer.
Und wer es nicht ganz so gemütlich mag, kauft sich einfach seinen eigenen Knast.
Aber zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern: Kennen Sie diese Handschuhe?
Richtig, das sind die Latex-Handschuhe, die Gabriele Pauli bei den umstrittenen Fotoaufnahmen für die Zeitschrift "Park Avenue“ trug. Der Erlös von 1.131 Euro kam einem Jugend-Netzwerk im Landkreis Fürth zugute.
Mit den Überresten dieses Buswartehäuschen wollte sich die Gemeinde Loitsche, dem Heimatort von Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz und seines Bruders Tom, eine neue Haltestelle finanzieren.
Diese Fan-Pilgerstätte der besonderen Art, an dem sich hunderte Fans der nicht nur in Deutschland bekannten Rockband verewigt haben, wurde nämlich von Randalierern zerstört.
Dieses Stück Holz, das Elmar Thuery hier in liebevoller Heimarbeit an seiner Drechselbank dreht, wurde erst durch seinen ältesten Sohn Steffen zum Renner im Auktionshaus.
Jedenfalls kam dem Sohn beim Betrachten kein Pilz, sondern ein Dildo in den Sinn. Bei eBay ging der erste Holzdildo schließlich für 20 Euro weg. Heute produziert Thuery seine Holzpilze für einen Sexshop-Besitzer aus dem Saarland.
Erst kürzlich versteigerte Robert Basic, einer von Deutschlands populärsten Bloggern, das Blog "Basic Thinking" für fast 47.000 Euro.
Nicht zum Nachmachen empfohlen: Die US-Amerikanerin Kari Smith versteigerte ihre Stirn als Werbeträger.
Für läppische 10.000 Dollar lies sich die Frau die Adresse eines Online-Casinos auf die Stirn tätowieren.
Diese drei Damen haben einen ganz besonderen Fund vergoldet.
Sie stellten ein Kornflake in Form des US-Bundesstaates Illinois bei eBay ein. Die Auktion wurde bei dem unglaublichen Stand von 1.350 US-Dollar von eBay wegen Verletzung der Nahrungsmittelpolitik annulliert.
Mit einem Trick gelang es den Schwestern allerdings doch noch, diese Cerealie an den Höchstbietenden zu verkaufen.
Aber warum eine Frühstücksflocke in Form eines Staates kaufen, wenn man doch gleich ganz Belgien ersteigern kann? Natürlich war diese Auktion nicht echt, es handelte sich vielmehr um eine politische Protestaktion eines verärgerten Belgiers.
Wie wäre es mit einem "kleinen“ Geschenk für den Nachwuchs?
Auch das original Ferris Wheel, ein Wahrzeichen von Los Angeles, konnte man in dem Auktionshaus ersteigern.
Hungrig? Für schlappe 28.000 Dollar ging dieser angebissene Käsetoast über die virtuelle Ladentheke. Sie fragen sich warum?
"The Passion Of The Toast“ - Die bisherige Besitzerin hatte auf dem Sandwich ein Bild der Jungfrau Maria gesehen.
Auch die Schuh-Attacke gegen George W. Bush im Irak wurde bei eBay in Form eines Ölgemäldes verwertet.
Und jede Menge Schuhe zum Werfen gibt es im Online-Auktionshaus sowieso.
Apropos Irak: Die Reste der von den Amerikanern im Irak zerstörte Saddam Statue fanden sich auch bei eBay wieder.
Nach Britney Spears radikaler Frisur-Veränderung wurden ihre Haare zu Geld gemacht.
Ein Vorabdruck des umstrittenen Buches „If I did it“ des früheren US-Footballstars O.J. Simpson wurde für eine Million Doller versteigert. Dabei handelt es sich um eine besondere Rarität, denn das Buch wurde nach massiven Protesten nie veröffentlicht.
Ob das wirklich eine Alternative zu einem chirurgischem Eingriff ist?
Aber die Idee dieser "Spezialisten“ ist gut.
Ein Studenten-Starter-Set für die neue Bude? Gibt es nicht? Doch, natürlich nur bei eBay.
Hier stellt sich die Frage wer dümmer ist, der Verkäufer oder der potentielle Käufer.
Ein kleiner Tipp: Achten Sie vor dem Bieten auf die Bewertungen des Verkäufers!
Bei diesem Produktbild fragt man sich, ob das Foto wirklich nötig war.
Noch ein Tipp zum Thema Artikel-Fotos!
Vor dem Ablichten der zu versteigernden Waren sollten Sie sich...
... unbedingt etwas anziehen.
Wurde dieser Krisenstab aus dem Auswärtigen Amt geklaut?
Werkzeug für den ungeliebten Mitbewohner im Garten.
Radieren mit Gottes Segen?
Neuheit aus dem Entwicklungszentrum: Der Teilchenbeschleuniger.
Sex sells!
Auch schön: Einfach mal nichts kaufen. Da kann man an die Verkäufer nur sagen: "Hut ab für so viel Einfallsreichtum." Und an die Käufer: "Vorsicht, lassen Sie sich nicht veräppeln!"

Beim Online-Marktplatz eBay ist der Gewinn zum Jahresauftakt angesichts der Wirtschaftskrise erneut eingebrochen. Der Überschuss fiel im ersten Quartal zum Vorjahr um 22 Prozent auf 357 Millionen Dollar (274 Mio Euro). Der Umsatz sank um acht Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar, wie das weltgrößte Internet-Auktionshaus am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen San Jose mitteilte.

Analysten hatten allerdings noch deutlich schlechtere Zahlen befürchtet. Und die Prognosen von eBay-Chef John Donahoe für das laufende Quartal trafen die Markterwartungen. Die eBay-Aktie legte daher nachbörslich deutlich zu.

Donahoe warnte vor weiteren Herausforderungen angesichts der Wirtschaftskrise. Zusätzlich kämpft eBay mit hausgemachten Problemen und der scharfen Konkurrenz etwa durch den weltgrößten Online-Händler Amazon. Der Branchenprimus legt seine Zahlen an diesem Donnerstag nach US-Börsenschluss vor.

Für das laufende Quartal rechnet eBay mit einem Umsatz von 1,85 bis 2,05 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll - bereinigt um Sondereffekte - zwischen 0,34 und 0,36 Dollar liegen.

Pay-Pal kann Erlöse steigern

Besonders schwach war zuletzt das Kerngeschäft der Marktplätze (wie eBay, Shopping.com, StubHub) mit einem Umsatzminus von 18 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Das zweite strategische Standbein der Online-Bezahldienste (Pay-Pal) steigerte dagegen die Erlöse um elf Prozent auf 643 Millionen Dollar.

Die Internet-Telefonie-Tochter Skype, die der Konzern an die Börse bringen will, erhöhte den Umsatz um gut ein Fünftel auf 153 Millionen Dollar. Sie zählt nun 443 Millionen registrierte Nutzer. Mit dem für die erste Jahreshälfte angepeilten Gang aufs Parkett zieht eBay einen Schlussstrich unter eine milliardenschwere Fehlinvestition. Skype passe nicht gut genug zum Konzern, räumte Donahoe kürzlich ein.

eBay hatte Skype im Jahr 2005 für 2,6 Milliarden Dollar den beiden skandinavischen Gründern abgekauft und später Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen müssen. Mit der Skype-Software können Nutzer via Internet miteinander kostenlos telefonieren sowie vergleichsweise günstig auch in Fest- und Mobilfunknetze.

(dpa, N24)

23.04.2009 07:45 Uhr

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