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"Potenzial für Pandemie"

Erster Schweinegrippe-Fall in Europa

Während die USA den Alarmzustand ausgerufen haben, wächst auch in Europa die Angst vor der Schweinegrippe. Die spanische Regierung hat nun einen Krankheitsfall gemeldet.

Angesichts der sich ausbreitenden Schweinegrippe plant die Europäische Union ein Krisentreffen, um eine Ausbreitung des hoch ansteckenden Virus nach Europa zu verhindern. Die EU-Kommission sprach sich am Montag dafür aus, so schnell wie möglich die Gesundheitsminister der 27 Mitgliedstaaten einzuberufen, wie ein Sprecher mitteilte. Einen Termin gibt es noch nicht. Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou wollte die in Luxemburg tagenden EU-Außenminister am Montag über die Lage informieren.

In Deutschland besteht nach Angaben von Europa-Staatsminister Günter Gloser (SPD) vorerst kein Grund zur Sorge. "Wir haben noch keine Hinweise, dass deutsche Bürger betroffen sind", sagte Gloser in Luxemburg.

Nachdem die Epidemie in Mexiko möglicherweise bis zu 86 Menschen das Leben gekostet hat, rief die US-Regierung am Sonntag den Gesundheits-Alarmzustand aus. Mindestens 20 Infektionen wurden in den USA offiziell bestätigt, in Kanada sind es sechs. Auch in Europa gibt es erste Verdachtsfälle. Die Weltbank sagte Mexiko zur Bekämpfung der Krankheit Kredite von 225 Millionen Dollar zu.

Die EU-Gesundheitskommissarin Anroulla Vassiliou hat vor Reisen in betroffene Gebiete gewarnt. Auf nicht unbedingt notwendige Reisen in von der Krankheit betroffene Regionen sollte verzichtet werden, sagte Vassiliou am Montag. Zuvor war ein Schweinegrippe-Fall in Spanien bestätigt worden.. In Frankreich wurden vier Personen unter Beobachtung gestellt, die ebenfalls kürzlich in dem lateinamerikanischen Land waren. Bei dreien von ihnen verliefen die Tests negativ, wie das französische Gesundheitsministerium später mitteilte. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Israel und Neuseeland.

Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle teilte mit, inzwischen seien 20 Fälle von Schweinegrippe in fünf US-Staaten bestätigt worden. Alle Patienten seien wieder genesen oder dabei, sich zu erholen. Mit der Ausrufung des Gesundheits-Alarmzustandes vereinfachte die US-Regierung den Zugang staatlicher Stellen zu Grippetests und Medikamenten. Außerdem sollen Personen aus den von der Schweinegrippe betroffenen Gebieten bei der Einreise in die USA über ihren Gesundheitszustand befragt werden. Es gebe jedoch keinen Grund zur Panik, betonte das Weiße Haus.

Dutzende Tote in Mexiko

Seit Mitte April erkrankten in Mexiko rund 1.400 Menschen, bis zu 86 starben an dem Grippeerreger. Präsident Felipe Calderon ermächtigte die Gesundheitsbehörden, Grippekranke zu isolieren und deren Wohnungen zu inspizieren. Märkte, Restaurants und Kinos wurden geschlossen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich besorgt und erklärte, die Grippe habe das "Potenzial für eine Pandemie", also einer die Kontinente übergreifende Ausbreitung. Noch könne aber nicht gesagt werden, ob es dazu komme. Die WHO rief zu weltweiter Wachsamkeit auf. Ihr Krisenstab wird am Dienstag über weitere Schritte beraten.

Die deutschen Gesundheitsbehörden reagierten zurückhaltend. Erste Länder wie etwa Polen, Italien oder Venezuela sprachen dagegen bereits Reisewarnungen für Mexiko aus. Immer mehr Staaten verbieten auch den Import von Fleisch aus Mexiko und auch den USA und Kanada.

Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch

Der neue Grippeerreger weist genetische Merkmale des Schweins, von Vögeln und auch des Menschen auf - in einer Art, wie es die Forscher bislang noch nicht beobachtet haben. "Wir sind sehr, sehr besorgt", sagte WHO-Sprecher Thomas Abraham. "Wir haben es mit einem neuen Virus zu tun, und er verbreitet sich von Mensch zu Mensch."

(dpa, AFP, N24)

27.04.2009 10:40 Uhr

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