Spanien & Großbritannien
Schweinegrippe hat Europa erreicht
Jetzt hat die Schweinegrippe Europa erreicht: Spanien und Großbritannien bestätigen die ersten Infektionsfälle. Experten rechnen schon bald mit den ersten Schweingrippe-Fällen in Deutschland.
Die Schweinegrippe dürfte Deutschland nach der Einschätzung von Experten schon sehr bald erreichen. "Man muss täglich damit rechnen", sagte der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die ersten drei Verdachtsfälle wurden am Montag aus Bielefeld gemeldet, aber schon Stunden später gab es Entwarnung. Zwei Mexiko-Reisende und die Schwester eines der Reisenden hatten über Grippe-Symptome geklagt.
Derweil zieht sich der Kreis der Länder mit Schweinegrippe-Patienten immer enger um Deutschland. Spanien bestätigte den ersten Infektionsfall in Europa. Am Abend berichteten die Behörden von zwei Fällen der Schweinegrippe in Großbritannien. Die Tests der Patienten waren positiv.
Reisewarnung vom Auswärtigen Amt
Das Auswärtige Amt und die EU raten deshalb von Reisen in die betroffenen Regionen ab: "Die Menschen sollten Reisen nach Mexiko oder in die USA absagen, sofern sie nicht sehr dringlich sind", sagte Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou.
Die WHO nannte die Ausbreitung "sehr beunruhigend". Die Zahl der wissenschaftlich bestätigten Fälle von Schweinegrippe weltweit stieg den Angaben der WHO zufolge am Montag auf 73; insgesamt 40 davon wurden in den USA gemeldet, 26 in Mexiko, sechs in Kanada und einer in Spanien.
Fast 150 Tote in Mexiko
In Mexiko sind inzwischen 149 Menschen an einer Infektion mit dem Virus gestorben. Daneben gibt es nunmehr 1.614 Verdachtsfälle. Bei den Beratungen der WHO wurde zunächst keine Entscheidung getroffen, ob die Pandemie-Warnstufe von derzeit Stufe drei auf vier erhöht werden soll.
Der mexikanische Präsident Felipe Calderón ermächtigte die Gesundheitsbehörden, Grippekranke zu isolieren, Soldaten verteilten sechs Millionen Atemschutz-Masken. Die Weltbank sagte Kredite in Höhe von 225 Millionen Dollar zu.
Der neue Grippeerreger weist genetische Merkmale von Schweinen, Vögeln und Menschen auf - in einer Art, wie es die Forscher bislang noch nicht beobachtet haben. "Wir haben es mit einem neuen Virus zu tun, und er verbreitet sich von Mensch zu Mensch", sagte WHO-Sprecher Thomas Abraham. WHO und EU planen eine Serie von Krisensitzungen.
(Frank Jordans, AP/N24)
27.04.2009 19:35 Uhr






