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Tamiflu und Co.

Was bringen Grippe-Medikamente?

In den ersten Monaten einer Pandemie könnten die Medikamente viele Menschenleben retten. Dennoch raten Experten Privatpersonen ab, sich mit den bekannten antiviralen Mitteln einzudecken.

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Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat erste Hinweise darauf, dass die Grippemedikamente Tamiflu und Relenza bei der Schweinegrippe wirksam sind.
Video: Schweinegrippe - USA: Zahl der Infizierten verdoppelt
Video: Bundesregierung besorgt - Europa: Bisher drei Fälle von Schweinegrippe

Die antiviralen Medikamente Tamiflu von Roche und Relenza von GlaxoSmithKline gelten bei einer Grippe-Pandemie und damit auch bei einer weltweiten Verbreitung der Schweinegrippe als die vielversprechendsten Mittel. Die beiden rezeptpflichtigen Arzneien mit den Wirkstoffen Oseltamivir beziehungsweise Zanamivir werden auch Neuraminidase-Hemmer genannt.

Neuraminidase ist eine Eiweißstruktur an der Virushülle. Wird diese Struktur von den Medikamenten blockiert, können neu gebildete Influenza-Viren die Wirtszelle nicht mehr verlassen. Der Erreger kann sich nicht weiter im Körper ausbreiten. Die oft tödlichen Komplikationen einer echten Grippe können mit den Medikamenten verhindert werden. Bei ersten Influenza-Symptomen müssen Erkrankte innerhalb von zwei Tagen ein antivirales Mittel nehmen. Tamiflu gibt es als Tablette oder Saft, Relenza als Pulver, das inhaliert wird.

Besonders in den ersten Monaten nach dem Ausbruch einer Pandemie könnten die Medikamente viele Menschenleben retten, weil in dieser Zeit wohl noch kein Impfstoff verfügbar sein wird. Viele Regierungen haben deshalb vorsorglich große Mengen der Medikamente gekauft. Die meisten Experten raten Privatleuten davon ab, sich antivirale Medikamente selbst zu kaufen. Ein Vorrat könnte aber für Firmen sinnvoll sein, um bei einer Pandemie ihre Belegschaften zu schützen und Ausfallkosten zu senken. Mediziner betonen, dass man die antiviralen Medikamente nur unter ärztlicher Aufsicht bei der echten Influenza und nicht bei einem grippalen Infekt einnehmen soll. Gegen ihn sind die Mittel wirkungslos. Stattdessen wird die Bildung von Resistenzen begünstigt. Sie sind derzeit aber noch selten.

(AP, N24)

28.04.2009 13:15 Uhr

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