Berufskrankheit No. 1

Lärm führt zu Schwerhörigkeit

Kopierer, Drucker, klingelnde Telefone, dazu die Geräuschkulisse der Kollegen: Auch in Büros gibt es Lärm. Folge: Stress und Schwerhörigkeit. Letzteres ist bundesweit die häufigste Berufskrankheit.

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Bei ständigem Lärm verliert man schnell die Nerven.
Video: Taub durch MP3-Player - Lärmschutznormen für Musikplayer

Schwerhörigkeit aufgrund von Lärm ist bundesweit die häufigste Berufskrankheit. Jährlich werden rund 6000 neue Fälle registriert. Überdurchschnittlich laut ist es nach Angaben des TÜV Rheinland in Köln nicht nur in Stahlhütten und Walzwerken, sondern zum Beispiel auch im Büro. Dort sei Lärm einer der wichtigsten Stressfaktoren. Der Grenzwert für dauerhaften Lärm liegt bei 85 Dezibel. Das entspreche einer Bohrmaschine, mit der in Kopfhöhe in die Wand gebohrt wird. Allerdings könne auch schon eine geringere Lautstärke die Gesundheit schädigen.

In einem Büro, in dem mehrere Telefone gleichzeitig klingeln, Tastaturen klappern und viel geredet wird, sind dem TÜV zufolge 70 Dezibel nicht unrealistisch. Auch das führe zu Stress, der wiederum Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und Nervosität auslösen kann. Aus diesem Grund seien "Lärmpausen" wichtig. Möglich ist das zum Beispiel durch einen Rückzugsraum, in dem Arbeiten in aller Ruhe möglich sind, die besondere Konzentration erfordern.

Laute Geräte wie Kopierer oder Drucker sollten am besten in einem separaten Raum untergebracht werden, rät Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin beim TÜV Rheinland. Ist das nicht möglich, empfehle es sich, die Lärmquelle durch Stellwände abzuschirmen. Auch schallschluckende Bodenbeläge und schalldämmende Fenster könnten helfen, den Lärm am Arbeitsplatz zu verringern. Filzunterlagen unter den Tastaturen trügen ebenfalls dazu bei.Besonders jugendliche Mitarbeiter sind durch Lärm gefährdet. Wenn zur Lärmbelastung am Arbeitsplatz in der Freizeit Lärm durch laute Musik hinzukommt, könne sich das Gehör nicht mehr erholen, warnt die Berufsgenossenschaft (BG) der Bauwirtschaft anlässlich des Tags gegen Lärm am 29. April. In den kommenden Jahren könnten diese Probleme noch größer werden. So haben nach einer Studie des bayerischen Gesundheitsministeriums fast 40 Prozent aller Jugendlichen kein intaktes Gehör.

(dpa, N24)

29.04.2009 12:42 Uhr

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