Dresden (dpa) - Rund 135 000 Menschen sind 2008 in Deutschland an Hautkrebs erkrankt. «Die aktuellen Daten zeigen sehr deutlich, dass der Hautkrebs nicht mehr nur ein Problem des hohen Alters ist.»
Das sagte der Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Prof. Thomas A. Luger, kurz vor der Eröffnung ihrer 45. Tagung (29. April bis 2. Mai) in Dresden. Die am häufigsten auftretende Tumorerkrankung in Deutschland sei Kernthema des Treffens, zu dem sich rund 2200 Hautärzte und Fachspezialisten angemeldet haben. Die Experten diskutieren zudem neue Therapien und Forschungsergebnisse zur Behandlung von Schuppenflechte, Neurodermitis und Juckreiz.
Nach Angaben der DDG erkranken Männer im Schnitt mit 56 Jahren und Frauen mit 58 Jahren am gefährlichen schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom). «Wird diese hochgefährliche Krankheit zu spät erkannt, führt sie auch heute noch sehr häufig zum Tod», so Luger. Nach dem seit 2008 kostenlos angebotenen Hautkrebs-Screening zur Früherkennung will die DDG auf der Tagung mit weiteren Verbänden eine Initiative zur Bekämpfung der Krankheit auslösen. Weitere Forderungen sind die Einführung von Hauttumorzentren an den deutschen Hautkliniken, fachübergreifende Zusammenarbeit und Einzeltherapien.
Auf interdisziplinäre Behandlung und individuelle Konzepte setzen die Dermatologen auch bei der Schuppenflechte, an der laut DDG rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden. Die Entzündung könne Gelenke befallen und Folgeerkrankungen auslösen, sagte Prof. Kristian Reich vom Dermatologikum Hamburg. «Ein 30-Jähriger mit schwerer Schuppenflechte hat ein dreifach höheres Herzinfarkt-Risiko, die Lebenserwartung ist um drei bis vier Jahre reduziert.» Diskutiert werden auch neue Behandlungsmöglichkeiten für Juckreiz, unter dem etwa acht Prozent der Erwachsenen leiden, vor allem Ältere, so Luger. Er sei ein Symptom von Erkrankungen der inneren oder äußeren Organe.
(DPA)
29.04.2009 15:06 Uhr






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