Spitzenvertreter der evangelischen Kirche beraten in Würzburg seit Donnerstag über den künftigen Kurs der Kirche in Glauben und Gesellschaft.
Mit einem Gottesdienst begann am Abend die erste gemeinsame Tagung der drei neugewählten evangelischen Kirchenparlamente. Erwartet werden klare Worte zur Wirtschaftskrise vom Chef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Berliner Bischof Wolfgang Huber. Die EKD-Synode tagt erstmals zusammen mit den Leitungsgremien der lutherischen und unierten Kirchen.
Mehr Verständnis für die Bedürfnisse von Familien verlangte zum Auftakt der Münchner Bischof Johannes Friedrich. Viele Familien litten heutzutage unter einer Doppelbelastung von Berufstätigkeit und Kindererziehung. Vorwürfe und Verweise auf frühere Zeiten machten da keinen Sinn. «Hier muss den Familien Hilfe angeboten werden, die sie instand setzt, eigenverantwortlich Regelungen zu finden», sagte Friedrich. Einen Beitrag dazu leisteten die Kindertagesstätten der Kirche. Diese würden außerdem für die religiöse Erziehung umso wichtiger, je schwieriger es den Familien falle, den Glauben weiterzugeben.
Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie sozialer Probleme, die die Zukunft der Menschen gefährdeten, rief der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Ishmael Noko, die Kirchenvertreter zur Einheit auf. Die Herausforderungen könnten nur bewältigt werden, wenn Gottes Stimme gehört werde, sagte er im Eröffnungsgottesdienst. «Vieles wird ohne die nötige spirituelle Urteilskraft erledigt.»
Auf dem bis zu diesem Sonntag dauernden Kirchentreffen wird neben der Neuwahl des EKD-Präsidiums auch mit den Vorbereitungen zur Nachfolge des EKD-Spitzenrepräsentanten Huber begonnen. Seine Amtszeit läuft im Herbst aus.
(DPA)
30.04.2009 19:18 Uhr









