Forsa-Umfrage

Linke seit langem wieder einstellig

Erstmals seit zwei Jahren ist die Linke unter die 10-Prozent-Marke gerutscht. Aber nicht nur sie büßt laut Umfrage Stimmen ein, sondern auch die anderen kleinen Parteien. SPD und Union legen zu.

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Die Linke sackt ab: Gregor Gysi (Linke) und Parteichef Lafontaine verlieren in der Wählergunst.
Video: N24-Emnid-Umfrage - Im Studio: Klaus-Peter Schöppner, Emnid

Union und SPD haben sich der jüngsten Forsa-Umfrage zufolge in der Wählergunst gesteigert, während die Oppositionsparteien an Zustimmung verlieren. Die Linke verlor zwei Prozentpunkte und kommt derzeit trotz Wirtschaftskrise auf nur noch neun Prozent, wie die Erhebung ergab.

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, betonte, für ihn zählten Wahlergebnisse, nicht Umfragen. "Wir werden bei den Wahlen dieses Jahr zweistellige Ergebnisse erzielen, da dürfen wir uns nicht von Umfragen kirre machen lassen", sagte Bartsch. Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow, forderte unterdessen eine stärkere Programmdiskussion seiner Partei.

Starke Werte für Volksparteien

Union und SPD erreichen hingegen ihre Jahresbestwerte in der Umfrage. Für CDU und CSU würden 36 Prozent der Wähler stimmen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre (plus 1). Die SPD verbesserte sich auf 25 Prozent (plus 2). FDP (15 Prozent) und Grüne (9 Prozent) büßten jeweils einen Punkt ein. Für "sonstige Parteien" würden 6 Prozent ihre Stimme abgeben (plus 1).

Forsa-Chef Manfred Güllner begründet die Zugewinne der Volksparteien mit dem Wahlkampfauftakt der SPD. "Es ist ein Wahlkampfklima entstanden", sagte er. Die SPD habe unentschlossene Wähler zurückgewonnen, "zur Union sind Wähler zurückgekehrt, die bei der FDP zwischengeparkt haben", sagte Güllner dem Magazin "stern".

Linke: SPD-Werte nur "Strohfeuer"

Linken-Bundesgeschäftsführer Bartsch brachte den gestiegenen SPD-Wert mit der Vorstellung des Wahlprogramms der Sozialdemokraten in Verbindung. "Der Wert ist zurückzuführen auf das Strohfeuer der Steinmeier-Inszenierung", sagte Bartsch mit Blick auf den SPD-Kanzlerkandidaten und Vizekanzler. "Das Strohfeuer wird schon nächste Woche wieder verbrannt sein." In Umfragen sei der Linken auch ein Verfehlen der 5-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Hessen vorausgesagt worden - dies habe sich als falsch erwiesen.

Auch in einer ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Emnid-Umfrage für den Sender N24 verlor die Linke - hier allerdings nur einen Prozentpunkt auf 10 Prozent. Der thüringische Spitzenkandidat Ramelow kritisierte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass zunächst das Personal aufgestellt und dann das Wahlprogramm erörtert wurde. Wenn die Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi und Oskar Lafontaine auf die erfolgreiche Arbeit der Bundestagsfraktion verwiesen, so könne dies kein Ersatz für eine Programmdiskussion in der vor zwei Jahren aus PDS und WASG fusionierten Partei sein.

Schwarz-Gelb weiter vorn

Gemeinsam liegt das "bürgerliche Lager" aus CDU/CSU und FDP mit 51 Prozent laut der Forsa-Umfrage derzeit vor dem "linken Lager" aus SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 43 Prozent). Eine "Ampel- Koalition" aus SPD, FDP und Grünen blieb wie in der Vorwoche unter der 50-Prozent-Marke (gemeinsam 49 Prozent). In der Emnid-Umfrage käme die CDU auf 35 Prozent (plus 1), die SPD auf 27 (minus 1), die FDP auf 14 (plus 1) und die Grünen unverändert auf 10 Prozent. Eine "Ampel-Koalition" würde hier 51 Prozent erreichen, Schwarz-Gelb käme auf 49 Prozent der Stimmen.

(dpa, N24)

30.04.2009 10:43 Uhr

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