Nach Tod dreier Schüler
Polizei fasst türkischen Alkoholpanscher
Drei Schüler aus Lübeck starben nach einem Trinkgelage in der Türkei an Methanolvergiftungen. Nun hat die Polizei nach einem Schusswechsel den mutmaßlichen Alkoholpanscher verhaftet.
Die türkische Polizei hat einen mutmaßlichen Alkoholpanscher festgenommen, der für den Tod von drei deutschen Schülern mitverantwortlich sein soll. Der mit Haftbefehl gesuchte Mann, sein Bruder und mehrere Polizisten seien zuvor bei einem Schusswechsel in Stadt Manavgat bei Antalya verletzt worden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Der Mann war untergetaucht, nachdem die deutschen Jugendlichen mit Methanolvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren.
Sieben Schüler eines Lübecker Bildungszentrums hatten Ende März bei einer Klassenfahrt in einem Hotel in Kemer den giftigen Alkohol in der Annahme getrunken, es sei Wodka. Den Schnaps hatten sie nach eigenen Aussagen in dem Hotel gekauft, um trotz Verbots des Lehrers eine private Party zu feiern. Ein 21-Jähriger starb noch im Hotel an Methanolvergiftung. Ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger starben später in der Lübecker Uniklinik, nachdem sie eine Woche im Koma gelegen hatten. Vier weitere Schüler überlebten die Vergiftung.
Bereits wenige Tage nach dem Vorfall waren in der Türkei mehrere Männer verhaftet worden, die für den Verkauf des vergifteten Alkohols verantwortlich gemacht wurden. Nach einem Anadolu-Bericht von Anfang April handelte es sich nicht um einen Einzelfall. Türkische Alkohol-Kontrolleure bestraften demnach in den Hotels der Touristenregion um Antalya in den vergangenen vier Jahren 229 Unregelmäßigkeiten. 24 Hoteliers seien angeklagt worden. Auf der Suche nach illegal hergestelltem Alkohol habe es seit dem Jahr 2005 in Hotels der Region 2359 Kontrollen gegeben. Insgesamt seien in dem Zeitraum in Hotels, Restaurants und Geschäften 264 000 Flaschen mit illegalem Alkohol sichergestellt worden.
(dpa, N24)
01.05.2009 11:40 Uhr








