Eskalation in Berlin
Krawalle mit "neuer Qualität"
Vor allem im Berliner Stadtteil Kreuzberg lieferten sich Polizei und Demonstranten am 1. Mai 2009 schwere Straßenschlachten. Mit 289 Festnahmen zog Innensenator Körting ein bitteres Fazit.
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Wer am Revolutionären 1. Mai in Berlin und anderswo etwas bewirken will, muss üben. Dieses versprengte Häuflein Demo-Lehrlinge paukt eifrig das Ritual "Sitzblockade“ vor der Humboldt Universität in Berlin.
Waren früher die Autonomen der Schrecken für Polizei und Bürger, so rückt 2010 besonders der "erlebnisorientierte“ Jugendliche in den Focus der Sicherheitsbehörden.
Rückblick: Letztes Jahr kommen die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" in Berlin-Kreuzberg gerade einmal 100 Meter...
...bis aus dem schwarzen Block die ersten Steine und Flaschen auf Polizisten fliegen. Auch in Hamburg hatten die Kollegen in der vorangegangenen Nacht ...
... alle Hände voll zu tun. In der Walpurgisnacht ...
... brannte dort das Schanzenviertel, Polizei und Randalierer lieferten sich Straßenschlachten.
Am "Tag der Arbeit" begannen letztes Jahr die gewalttätigen Ausschreitungen ungewöhnlich früh. Am Vormittag hatten sich Anhänger der NPD ...
... in Köpenick zu einer Kundgebung zusammengefunden.
Rund 1500 Menschen in Berlin-Köpenick demonstrierten gegen die rechtsradikale Veranstaltung.
Mehrere linke Demonstranten warfen Steine auf ein Haus, nachdem ein Anwohner auf einem Balkon den Hitlergruß gezeigt hatte.
Die Berliner Abgeordnete Evrim Baba (Linke) kritisierte den Polizeieinsatz und sprach von einem "massiven Einsatz physischer Gewalt".
Ganz in der Nähe des Kotbusser Tors, wo es später zu schweren Ausschreitungen kommen sollte, feierten ...
... rund 30.000 Menschen friedlich ihr "Myfest".
Wenige Meter weiter ...
wurden am Rande der traditionellen ...
... "Revolutionären 1. Mai-Demo" mehrere ...
... Demonstranten festgenommen.
Nicht erst in der Dunkelheit, sondern bereits im abendlichen Sonnenschein ...
... zeigen die schwarz Vermummten klar, was sie nicht wollten:
... eine ruhige Nacht. 400 Menschen marschieren im schwarzen Block mit - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.
Und deren gezielter Eskalationsstrategie kann die Polizei anfangs wenig entgegensetzen.
Auch als die Demonstration nach dem ersten Gewaltausbruch weitergeht ...
... werfen schwarz gekleidete Männer Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten entlang der Strecke.
Steine fliegen auch in die Scheiben einer Bushaltestelle, zwei verirrte Wurfgeschosse landen in den Fenstern im 1. Stock eines Mietshauses.
An einer Feuerwache greifen die Randalierer zwei Polizisten vor ihren Autos an. Nur knapp können die Beamten sich retten. "Das war extrem", sagt Polizeisprecher Frank Millert später.
Im Gegenzug stürmen die Polizisten mit Helmen und Schutzanzügen in die Menge, bahnen sich mit ...
... Schlagstöcken den Weg und versprühen Tränengas. Dieses Jahr fürchtet die Polizei noch mehr Gewalt und hat sogar vor möglichen Todesfällen gewarnt.
Video: Eskalation in Berlin - Schwere Krawalle in Kreuzberg
Video: Maikundgebungen - DGB wettert gegen "Casino-Kapitalismus"
Video: Angriffe auf Polizisten - Krawalle in Berlin und Hamburg
Video: Berlin am 1. Mai - N24-Reporter Annetzberger in Gefahr
(Andreas Rabenstein, dpa, N24)
01.05.2009 15:22 Uhr
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