Berlusconi-Rosenkrieg

Italiens Regierungschef blafft zurück

Silvio Berlusconi gehen die öffentlichen Unmutsäußerungen seiner Frau zu weit. Der italienische Regierungschef fordert eine Entschuldigung und erwägt offenbar die Trennung.

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Silvio Berlusconi und seine Frau Veronica Lario haben sich überworfen. Die Scheidung steht offenbar ins Haus.
Video: Berlusconi-Rosenkrieg - Berlusconi wittert politisches Manöver
Video: Genug von Eskapaden - Frau Berlusconi will die Scheidung
Mara Carfagnas Ernennung zur neuen italienischen Gleichstellungsministerin sorgte 2008 für den zweiten öffentlichen Eklat unter den Eheleuten: Ein ehemaliges Nacktmodell mit politischen Weihen?
Bei ihrer Ernennung setzte Berlusconi dann noch einen drauf. Mit dem Ausspruch "Ich würde sie sofort heiraten" hatte es sich der Regierungschef erneut mit seiner Gattin verscherzt und so ...
... musste er sich in einem offenen Brief für seine "Liebe" zu Mara entschuldigen.
"Reine Imagepolitur" lästerte Gattin Veronica.
Seine Kandidatinnen seien eben keine "schlecht angezogenen ...
... und übel riechenden Menschen wie Vertreter anderer Parteien" konnterte der Regierungschef.
... offenbar in Italiens Politszene bewährt und lehrt mit strenger Hand so manches Regierungsmitglied das Fürchten.
Vielleicht machts auch der neue Haarschnitt. Die lange Wallemähne musste weichen.
Vor kurzem veröffentlichte Carfagna ein Buch über einflussreiche konservative Politikerinnen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und die französische Justizministerin Rachida Dati. Ob sie sich in diese Riege einreihen kann?
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist immer für einen Spruch gut - und Fettnäpfchen lässt er dabei bekanntlich nur selten aus. Bei einem Besuch ...
... der obdachlos gewordenen Erdbebenopfer in den Abruzzen stellte er fest: Den in Zeltlagern untergebrachten Menschen fehle es an nichts. Sie hätten warmes Essen und medizinische Versorgung...
"Natürlich" sei ihre ihre Unterbringung "absolut provisorisch, aber man muss es eben nehmen wie ein Campingwochenende".
Geht so die südländische Frohnatur mit einer Katastrophe um oder besitzt das Staatsoberhaupt einfach kein Taktgefühl? Die Italiener werden es einzuschätzen wissen, schließlich hat sich Berlusconi schon des öfteren verbale Entgleisungen geleistet: ...
... "Ich habe zu viel Respekt vor der Intelligenz der Italiener, um zu glauben, sie könnten solche Trottel ("coglioni") sein und gegen ihre eigenen Interessen stimmen." (Über die Anhänger der Opposition, Parlamentswahl April 2006, Italien)
"Nur Napoleon hat mehr getan als ich. Aber ich bin definitiv größer." (Februar 2006)
"Ich bin der Jesus Christus der Politik. Ich bin ein geduldiges Opfer, habe mich selbst für alle geopfert." (Februar 2006)
"Gehen Sie und lesen Sie im Schwarzbuch des Kommunismus und Sie werden sehen, dass im China Maos keine Babys gegessen wurden, aber gekocht, um damit die Felder zu düngen." (März 2006)
"Nicht einmal die Wirtschaft läuft wirklich schlecht. Von meiner Villa aus habe ich eine herrliche Panorama-Sicht, die auch dieses Jahr durch den Blick auf viele Yachten besticht ...
... Niemand kann mehr Mobiltelefone, mehr Autos, mehr Fernseher sein Eigen nennen als die Italiener. Wissen sie wie viele unserer Frauen sich Schönheitsoperationen leisten können?" (In einem Interview mit "La Stampa", August 2005)
"Mussolini hat nie jemanden getötet. Mussolini schickte Menschen in Lager in den Urlaub." (Juni 2005)
"Herr Schulz, ich weiß, dass ein Mann in Italien einen Film über Konzentrationslager der Nazis produziert. Ich würde sie gern für die Rolle eines Aufsehers vorschlagen. Sie wären perfekt." Berlusconi zum deutschen EU-Abgeordneten Martin Schulz ...
… der ihn während einer Debatte im EU-Parlament kritisierte, Juli 2003.
"Ich habe ein Segelboot, aber in den vergangenen zwei Jahren war ich nur einen Tag darauf. Und in meinem Haus ...
... auf den Bermudas war ich seit zwei oder drei Jahren nicht mehr ... Mein Leben hat sich verändert …
... Die Qualität ist schrecklich geworden. Was für ein brutaler Job." (In einem Interview mit der "New York Times", Mai 2003)
"Die Klügsten können sicherlich einen zweiten Job finden, vielleicht inoffiziell." (Aufforderung an entlassene Fiat-Arbeiter, sich Jobs auf dem Schwarzmarkt zu suchen)
"Manchmal funktionieren Tretboote gut. Keine der Leichen hat sich beschwert." (Auf die Frage, warum die Polizei Tretboote benutzen muss, um schiffbrüchige Immigranten vor der Küste zu bergen, September 2002)
Berlusconi hebt bei einer Gruppenaufnahme beim EU-Gipfel hinter dem Kopf des spanischen Außenministers Josep Pique zwei Finger und macht die in südlichen Ländern gebräuchliche Geste für einen betrogenen Ehemann. (Februar 2002)
"Vor dem Gesetz sind alle Bürger gleich, aber vielleicht ist dieser hier noch ein bisschen gleicher als die anderen, angesichts der Tatsache ...
... dass ihm 50 Prozent der Italiener die Verantwortung übertrugen, ihr Land zu regieren." (Während eines gegen ihn gerichteten Korruptionsprozesses, Juni 2003)
Wie heisst es in seinem Wahlkampflied so schön? "Meno male che Silvio c'è" - Zum Glück gibt es Silvio. Immer gut für einen schrägen Spruch.

Nach der öffentlichen Scheidungsandrohung seiner Frau ist Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi zum Gegenangriff übergegangen. Es sei nun schon das dritte Mal, dass seine Frau ihm inmitten eines Wahlkampfs einen Schlag versetze - "Es reicht", sagte der 72-Jährige dem "Corriere della Sera". Er glaube nicht an eine Versöhnung und wisse auch nicht, ob er sie überhaupt noch wolle. "Veronica sollte sich öffentlich bei mir entschuldigen. Und ich weiß nicht, ob das genügt".

Berlusconis Ehefrau Veronica Lario hatte am Wochenende angekündigt, dass sie wegen der anhaltenden Schwäche ihres Mannes für hübsche, junge Frauen die Scheidung wolle. Das Fass zum Überlaufen brachte laut Medienberichten Berlusconis Erscheinen bei der Geburtstagesfeier einer blonden 18-Jährigen in der vergangenen Woche - während er bei den Feiern seiner eigenen Kinder zu deren 18. Geburtstagen durch Abwesenheit geglänzt hatte. "Meine Ehe ist zu Ende. Ich kann nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehrt", soll die 52-Jährige laut "La Repubblica" zu einer Freundin gesagt haben.

Am Sonntag hatte Berlusconi zunächst noch zurückhaltend auf die Berichte reagiert. Er sprach von einer "schmerzhaften persönlichen Angelegenheit", die besser privat bleiben sollte. Einen Tag später warf er seiner Frau nun vor, den Medien "in die Falle gegangen" zu sein und ihren Geschichten Glauben geschenkt zu haben.

(AFP, N24)

04.05.2009 10:52 Uhr

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