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Schweinegrippe im Gepäck?

Vor Ort mit Katrin Sandmann

Furchtlos berichtete Katrin Sandmann in den vergangenen Tagen über die Schweinegrippen-Epidemie aus Mexiko. Doch auf dem Heimflug wurde es der N24 Reporterin dann doch ein wenig mulmig ...

Meine Redaktion hat beschlossen, dass ich lange genug in Mexiko über die Schweinegrippe berichtet habe, ich soll zurück nach Berlin. Normalerweise ist mit dieser Nachricht jeder Einsatz vorbei. Der Rest ist Routine. Flug umbuchen, tränenreicher Abschied von den Mitarbeitern vor Ort, nach Hause fliegen, in die Redaktion gehen. Nicht jedoch in diesem Fall. Da versprach die Rückreise ein gehöriges Maß an Aufregung.

Ich hatte gehört, dass aus Sicherheitsgründen neuerdings Ärzte auf allen Flügen von und nach Mexiko mit an Bord sind. Aber wie geht es dann weiter? Werden Passagiere mit Verdacht auf die Schweinegrippe aussortiert? Müssen sie in Mexiko bleiben, und wenn ja, wo? Gibt es eine Quarantänestation am Frankfurter Flughafen? Voll professioneller Neugier machte ich mich also auf den Weg zum Flughafen von Mexico City.

"Haben Sie Fieber?"

Dort sorgte hochoffiziell und mit Masken und Handschuhen versehenes Personal gewissenhaft für einen gehörigen Stau vor dem internationalen Check In. Denn es galt Zettel auszufüllen. Wenn sonst nichts hilft, etwas Bürokratie kann nie schaden, mag sich da irgendjemand gedacht haben.

Wir haben es mit einem neuen Virus zu tun, der möglicherweise zur Pandemie werden könnte, steht auf dem Zettel. Die Fragen sollen uns helfen herauszufinden, ob Sie krank sind.

7 Fragen müssen mit Ja oder Nein beantwortet werden, was bei einer holländischen Reisegruppe für erhebliche Verwirrung und außerordentliche Aufregung sorgt. Haben sie Fieber höher als 39 Grad, Husten, Kopfschmerzen und so weiter und so weiter. Die holländische Reisegruppe soll schnell merken, dass das noch nicht alles ist.

"Ist doch alles Blödsinn"

Der nächste Stau wartet, vor einer Wärmebildkamera. Ich beschließe, mich an der mittlerweile leicht hysterischen Reisegruppe vorbeizuschummeln, um mit gutem Beispiel voranzugehen (und eine Menge Zeit zu sparen). Ich stelle mich also auf zwei, auf den Boden gepinselte, Füße, und schaue nach vorn. Auf einem Monitor erscheint ein sehr lustiges, leicht abstraktes und vor allem aber sehr farbenfrohes Bild meiner selbst. Sekunden später sehe ich eine Zahl, die mir und allen anderen Menschen in meiner Nähe mitteilt, dass meine persönliche Körpertemperatur bei 37,1 Grad liegt. Das scheint alles zufrieden zu stellen, auch einige Herren in Weiß, Ärzte, wie ich annehme. Ich darf weiter, jetzt tatsächlich zum Check In. Die Holländer hinter mir überlasse ich gut gelaunt ihrem Schicksal.

"Ist doch alles Blödsinn", meint die freundliche Dame am Schalter kopfschüttelnd. "Wenn die Leute nach Hause wollen, lügen sie bei den Fragen, und was sollen denn die Ärzte machen, wenn tatsächlich einer hohes Fieber hat, aber unbedingt mitfliegen will?" Das würde ich auch gerne wissen, beschließe aber nicht in die Diskussion einzusteigen, und einfach den Arzt zu fragen, der angeblich auf allen Flügen nach Deutschland an Bord ist.

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(Katrin Sandmann, N24)

04.05.2009 14:50 Uhr

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