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Demjanjuk & Co.

Die meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher

John Demjanjuk wird wohl in Deutschland vor Gericht gestellt. Andere mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher werden noch gesucht. Darunter auch der berüchtigte frühere KZ-Arzt Aribert Heim.

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John Demjanjuk ist an Deutschland ausgeliefert worden. Der 89-Jährige soll an der Ermordung von mindestens 29.000 Juden ...
John Demjanjuk soll an der Ermordung von mindestens 29.000 Juden im NS-Vernichtungslager Sobibor (Polen) beteiligt gewesen sein.
... mutmaßliche NS-Verbrecher auf den Fahndungslisten. Darunter auch Aribert Heim, der als skrupelloser und grausamer KZ-Arzt "Dr. Tod" traurige Berühmtheit erlangte.
Nach Presseberichten soll er 1992 in Kairo gestorben sein. Letzte Gewissheit gibt es bisher jedoch nicht.
Gesucht auch der frühere SS-Hauptsturmführer Alois Brunner. Er gilt als einer der "Ingenieure der Endlösung" und soll ...
... für den Tod von rund 130.000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein.
Algimantas Dailide lieferte während der Nazi-Diktatur litauische Juden an Kollaborateure aus und damit ihrem sicheren Tod. Er wurde in Litauen zwar verurteilt, musste aber nie ins Gefängnis.
Der frühere kroatische Polizeichef Milivoj Asner soll unter den Nazis Jagd auf Juden, Serben sowie Sinti und Roma gemacht haben.
Hunderte Menschen sollen durch seine Unterstützung an die Nazis ausgeliefert worden und in Vernichtungslagern ums Leben gekommen sein.
Der frühere SS-Mann Heinrich Boere soll 1949 drei Niederländer ermordet haben. 2008 wurde er daher in Dortmund angeklagt.
Im Transitlager Westerbork (Bild) in den Niederlanden soll Klaas Carl Faber an der Ermordung von Gefangenen beteiligt gewesen sein. Er wurde dafür 1944 verurteilt, floh jedoch 1952 aus dem Gefängnis.
Der frühere SS-Mann Soeren Kam soll einen dänischen Journalisten ermordet haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, ...
... durch den Diebstahl des Verzeichnisses der jüdischen Gemeinde Dänemarks, die Deportation der dänischen Juden ermöglicht zu haben.
Karoly Zentai soll für die Ermordung und Deportation von Juden aus Budapest im Jahr 1944 mitverantwortlich sein.
Heute lebt er in Australien. Ungarn hat die Auslieferung des mutmaßlich NS-Kriegsverbrechers beantragt.
Im November 1938 organisierte und lenkte das nationalsozialistische Regime unter Führung von Reichskanzler Adolf Hitler die Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrichtungen der im Deutschen Reich lebenden Juden (undatierte Aufnahme).
Seit der Machtergreifung Hitlers 1933 wurden deutsche Juden diskriminiert, ausgegrenzt, verhaftet, ermordet und vertrieben. Doch die Novemberpogrome von 1938 stellten einen Paradigmenwechsel dar (Foto: April 1938 in Berlin).
Mit den Pogromen begann die systematische Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden im gesamten Macht- und Einflussbereich des Nationalsozialismus (Foto: 'Hetzmarsch' der SA in Berlin 1938).
Im April 1933, acht Wochen nach Hitlers Machtergreifung, kam es reichsweit zum sogenannten 'Judenboykott'. Viele Juden mussten ihren Beruf aufgeben, darunter Ärzte, Richter und Anwälte. Zehntausende verließen Deutschland (Foto: Stadt Greifenberg 1935).
1935 verkündete der damalige Reichtagspräsident Hermann Göring die 'Nürnberger Rassengesetze'. Diese führten zu einer strikten 'Rassentrennung' und stellten die antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage.
Das 'Blutschutzgesetz' untersagte die Ehe zwischen Juden und Nichtjuden. Verstöße wurden als 'Rassenschande' mit Zuchthaus bestraft (Foto: Hochzeit von Joseph und Magda Goebbels 1931 in Berlin).
Ab 1937 ging der Staat dazu über, Juden durch Enteignung aus dem Wirtschaftsleben zu verdrängen. Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, sprach erstmals öffentlich von der 'Entjudung' Deutschlands.
Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland kam es in Wien zu wochenlangen Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte. Schlägertrupps der SA zogen prügelnd durch Betriebe, Geschäfte und private Wohnungen (undatierte Aufnahme aus Wien).
Die Nachbarstaaten kämpften mit einer Flüchtlingsflut aus Deutschland und Österreich. 1938 beschlossen sie, keine Juden mehr aufzunehmen. Die Schweiz warnte vor einer 'Verjudung' durch den Zuzug der Flüchtlinge (Foto: Polnischen Botschaft in Wien).
Daraufhin wurden den deutschen Juden die Reisepässe entzogen und durch Sonderausweise ersetzt, die die Ausreise in die Schweiz unmöglich machen sollten (Foto: Ausweis der deutschen Widerstandskämpferin Beate Kosmala).
Adolf Eichmann, der Organisator des Holocaust, richtete eine Zentralstelle für jüdische Auswanderung ein, woraufhin eine Flüchtlingswelle aus Deutschland einsetzte.
Flüchtlingskinder im Alter von fünf bis sechszehn Jahren erreichen von Hamburg kommend den Hafen von New York.
Wie hier in der Berliner Münzstraße entstanden in größeren Reichstädten Ghettos, in denen die Juden gewungen wurden zu leben. Die Konzentration der Menschen auf bestimmte Viertel erleichterte auch später deren Deportation in die Vernichtungslager.
Ab 1938 kam es zu Vorbereitungen für umfangreiche Pogrome und Massenverhaftungen, u.a. durch den Ausbau von Konzentrationslagern und der Einrichtung einer reichsweiten 'Judenkartei' (Foto: Zwangsarbeit im KZ-Dachau).
Der 9. November 1938: Wie hier in Hannover brannten in ganz Deutschland und Österreich nahezu alle Synagogen nieder, unzählige jüdische Friedhöfe wurden geschändet oder zerstört.
Feuerwehrleute vor der ausgebrannten Ruine der Berliner Synagoge in der Fasanenstraße am 10. November 1938.
Über 7000 Geschäfte wurden von marodierenden Nazi-Banden geplündert, in Brand gesteckt, die Inhaber verprügelt, ermordet oder vertrieben (Aufnahme: Berlin 1938).
Ein Mann beseitigt am 10. November in Berlin die Scherben einer zertrümmerten Fensterscheibe. Das Wort 'Reichskristallnacht' geht vermutlich auf das Glitzern der reflektierten Flammen in Glassplittern zurück.
Die NS-Propaganda verklärte die Ausschreitungen gegen die Juden zum 'spontanen Volkszorn' als Reaktion auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten durch einen Juden (Foto: Berlin am 10. November 1938).
Tatsächlich sollte durch die staatlich organisierten Verbrechen die Enteignung der deutschen Juden beschleunigt werden, um eine drohende Insolvenz des Reiches abzuwenden und neue Mittel für die Aufrüstung Deutschlands zu gewinnen (Foto: Nürnberg 1937).
In den Vereinigten Staaten protestierten jüdische Organisationen gegen die Verfolgung der Juden in Deutschland und Österreich (Foto: Mitglieder des Jewish People’s Committee in New York City, am 24. Juni 1938).
Zwischen dem 7. und 13. November 1938 wurden 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben und 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert. Viele von ihnen wurden ermordet oder starben durch die unmenschlichen Haftbedingungen.
Deutsche Bürger schlossen sich den mordenden und brandschatzenden Truppen an, beteiligten sich an Verbrechen gegen Juden, denunzierten, beschimpften und schlugen Nachbarn, Kollegen oder völlig fremde Menschen.
Der 9. November steht für den Beginn der staatlich organisierten Vernichtung der Juden. Das weltweite Symbol für den millionenfachen Mord ist das Vernichtungslager Birkenau, eine Außenstelle des Arbeitslagers in Auschwitz.
Erst ein Hollywood-Film hat ihn weltberühmt gemacht: Oskar Schindler rettete während der Nazi-Zeit mehr als 1.200 Juden.
Schindler, der während des Zweiten Weltkrieges eine Emaillewarenfabrik in der Nähe von Krakau in Polen betrieb, bewahrte sie vor dem Tod in den NS-Vernichtungslagern.
Der aus dem Sudetenland stammende Fabrikantensohn hatte die "Schindler-Juden" in seinem Unternehmen beschäftigt. Mit Fälschungen und Tricks ...
… sowie durch den Einsatz seines eigenen Lebens gelang es Schindler, seine Arbeitskräfte vor den NS-Schergen zu retten.
Obwohl viele Frauen, Kinder, Alte und Kranke darunter waren …
... brachte er ihre Namen auf Listen für die Kriegsproduktion unentbehrlicher Arbeitskräfte unter.
Sie kamen in ein Lager, das die SS noch nicht einmal betreten durfte. Hier im Bild, der Holocaust-Überlebende und Autor Mieczyslaw Pemper. Er war der persönliche Stenograf von Oskar Schindler.
Oskar Schindler war immer stolz darauf, dass kein einziger der ihm anvertrauten Menschen eines unnatürlichen Todes starb.
1974 starb der ehemalige Fabrikant, dem Alkohol verfallen, in einer kleinen Wohnung am Frankfurter Hauptbahnhof.
1993 setzt ihm Steven Spielberg mit seinem Film "Schindlers Liste", der sieben Oscars erhielt, ein Denkmal.

(N24)

12.05.2009 16:53 Uhr

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