Auch dieses Jahr hatte Deutschland beim Eurovision Song Contest kein Glück. Norwegen schnappte sich die Krone des Euro-Pop. Alex Christensens Swing Nummer "Miss Kiss Kiss Bang" kam nur auf Rang 20.
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Ein norwegischer Wunderknabe mit Geige verzaubert Europa, der als heiß angekündigte deutsche Auftritt mit Stripperin Dita von Teese lässt dagegen alle kalt: Mit einem überragenden Sieg des 23-jährigen Alexander Rybak endete in Moskau der 54. Eurovision Song Contest. Weit abgeschlagen am Ende des Teilnehmerfelds landete Deutschland mit "Alex Swings Oscar Sings" auf dem 20. Platz der 25 Teilnehmer.
Das von dem in Weißrussland geborenen Rybak geschriebene und gesungene Lied "Fairytale" setzte sich mit einem riesigen Vorsprung unter den 25 Finalisten durch. Der als Multitalent mit Sanges-, Tanz- und Geigenspielerkünsten auftretende Rybak bekam insgesamt 387 Punkte. Die Mehrzahl unter den insgesamt 42 an dem Wettbewerb beteiligten Ländern gab ihm die maximal möglichen zwölf Punkte. Nach Rybaks Sieg darf Norwegen den 55. Eurovision Song Contest austragen, dieser wird 2010 in Oslo stattfinden.
Teeses Auftritt züchtig
Deutschlands Beitrag "Miss Kiss Kiss Bang" kam dagegen bei keiner der 42 Stimmabgaben auf einen der besten drei Plätze und holte lediglich in England und Dänemark als bestes Ergebnis jeweils sieben Punkte. Mit dem 20. Platz wiederholte sich zwar nicht das Debakel vom vergangenen Jahr, als die No Angels beim Sieg Russlands Letzte wurden. Das deutsche Duo verpasste aber klar sein eigenes Ziel, einen Platz unter den besten zehn zu erreichen.
Am schlechten Abschneiden konnte auch die extra für die Show engagierte US-Stripperin Dita von Teese nichts ändern. Deren Auftritt sorgte in der Halle ebenso wie das Lied zwar für Jubel. Bei den Fernsehzuschauern und Jurys in den Teilnehmerländern kam der laszive, aber letztendlich züchtige Auftritt aber offensichtlich dennoch nicht an.
Horn: "Ein bisschen sehr viel Plastik"
Nachdem es im vergangenen Jahr Proteste wegen Punkteschachereien zwischen Nachbarländern gegeben hatte, sorgten in diesem Jahr die Zuschauer und nationale Jurys gleichberechtigt für die Punktevergabe. Sänger Guildo Horn, der in der deutschen Jury saß, zeigte sich enttäuscht über das deutsche Abschneiden. "Es tut uns allen leid. Aber wir sind ja auch leidensfähig", sagte Horn.
Dabei übte er Kritik an dem im Vorfeld mit viel Tamtam angekündigten Gastauftritt Dita von Teeses, die mit künstlerischen Striptease zu Bekanntheit gekommen ist und als leibhaftige "Miss Kiss Kiss Bang" auf der Bühne tanzte. "Vielleicht war die Dita von Teese ein bisschen sehr viel Plastik", sagte Horn. Der norwegische Auftritt sei deutlich authentischer gewesen als der deutsche. "Sie haben sich gut Mühe gegeben, es war kein schiefer Ton dabei", sagte Horn zur Qualität des Auftritts von "Alex Swings Oscar Sings".
Oscar hatte "Mega-Mega-Spaß"
Der Macher des Duos, Alex Christensen, nahm die Pleite relativ gelasen. "Wir haben alles gegeben, mehr geht nicht", sagte er in der ARD. Das Ergebnis sei aber immer noch "sehr ungeil". "Wir haben noch immer nicht das Rätsel gelöst, wie man zwölf Punkte bekommt", sagte Christensen, der das Lied auch geschrieben hat. Dennoch sei es im Vergleich zum Abschneiden im vergangenen Jahr ein Schritt nach vorne gewesen. Den norwegischen Sieg habe er so erwartet. "Ich finde, der Song ist Weltklasse." Der Sänger des deutschen Duos, Oscar Loya, sagte zu seinem Auftritt: "Das war der Moment meines Lebens. Ich habe einen Mega-Mega-Spaß gehabt."
Auf den Plätzen hinter Norwegen ging es weitaus enger zu als an der Spitze. Auf Platz zwei landete Island. Mit Sängerin Yohanna stand auch beim isländischen Beitrag eine Künstlerin mit starkem Ausdruck im Mittelpunkt. Während Norwegen auch im Vorfeld zu den Favoriten zählte, war der isländische zweite Rang ebenso eine Überraschung wie der dritte Platz von Aserbaidschan mit dem Duo AySel & Arash. Die mitfavorisierte Türkei wurde vierte. Das von Andrew Lloyd Webber komponierte britische Lied holte Platz fünf.