Hoffenheim im Glück

Hopp lässt Millionen springen

175 Millionen Euro hat SAP-Gründer Dietmar Hopp bisher in das Erblühen seiner fußballerischen Heimat Hoffenheim investiert. Für die neue Saison soll noch einmal deutlich nachgelegt werden.

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Dietmar Hopp: SAP-Gründer, Milliardär, Hoffenheim-Mäzen.
Die Herbstmeisterschaft ist enschieden: Aufsteiger Hoffenheim holt sich den inoffziellen Titel.
Am Sonntag wussten die Hoffenheimer kaum, wohin mit ihrer Freude: Matthias Jaissle herzt den Torschützen Selim Teber.
Es war ein zerfahrenes Spiel gegen Schalke, das Schiedsrichter Peter Gagelmann kaum in den Griff bekam. Schalkes Jermaine Jones hatte förmlich um einen Platzverweis gebettelt ...
... und sah nach mehrfachen Foulspiels und einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter dann auch die Rote Karte.
Kollege Orlando Engelaar folgte wenig später, er sah Gelb-Rot.
Hoffenheim ließ sich nicht beirren und schaffte den Ausgleich, nachdem Schalke in der ersten Halbzeit in Führung gegangen war. Der Aufsteiger überwintert damit auf Tabellenplatz eins.
Samstag, Stuttgart gegen Bayern: Der VfB kam besser ins Spiel und war über weite Strecken der ersten Halbzeit überlegen, hier Stuttgarts Sami Khedira (l.) im Zweikampf mit Philipp Lahm.
Nur wenige Male gelangten die Münchner überhaupt vor der Tor von Jens Lehmann, der hier gegen Luca Toni nicht an den Ball kommt. Im Tor konnten die Gäste das Spielgerät aber nicht unterbringen.
Stattdessen schlug wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff der VfB zu: Sami Khedira besorgte die 1:0-Führung.
Aufatmen konnten die Bayern aber gleich nach der Halbzeit: Tim Borowski (verdeckt) schoss zum Ausgleich ein.
Luca Toni traf wenig später den Ball zwar nicht richtig, er landete aber trotzdem im Tor. 2:1-Führung für die Bayern.
Dann brach die hektische Schlussphase an: Massimo Oddo musste nach einer Flugeinlage im Kampfsportstil vom Platz und Stuttgart erhöhte noch einmal den Druck. Mit Erfolg: Kurz vor Schluss ...
... war es erneut Khedira (l.), der traf - und damit für den 2:2-Entstand sorgte.
Viel Sehenswertes gab es dagegen in Leverkusen in der ersten Hälfte nicht. Hier kämpft Michal Kadlec (l.) gegen den Cottbuser Dennis Sörensen.
Die Bayer-Fans mussten 77 Minuten ausharren, ehe sie zum ersten Mal jubeln durften.
Simon Rolfes sorgte für die Führung und Leverkusen sah dann lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch Cottbus steckte nicht auf ...
... und so traf der eingewechselte Chinese Jiayi Shao kurz vor Schluss zum 1:1-Endstand. Torwart Gerhard Tremmel (r.) und Stanislav Angelov bejubeln das Remis wie einen Sieg.
Bereits nach drei Minuten gelang den Wolfsburgern in Bremen der Führungstreffer: Die VfL-Kicker Cristian Zaccardo, Christian Gentner, Edin Dzeko und Andrea Barzagli (v.l.) feiern den Treffer von Gentner.
In der 27. Minute glichen die Bremer aber aus: Per Mertesacker lässt sich für sein Tor feiern.
Werder legte in der 63. Minute im Ping-Pong-Stil nach: Mesut Özil schoss einen Wolfsburger an und der Ball landete im VfL-Tor. Beim 2:1 blieb es bis zum Ende.
Gut zur Sache ging's gleich in Hannover: Jiri Stajner (l.) kann sich gegen den Bielefelder Markus Bollmann nicht entscheiden, ob er den Ball lieber mit Fuß oder Kopf spielt.
Aber Stajner (links verdeckt) erwischte einen guten Tag: In der 32. Minute gelang ihm die 1:0-Führung für Hannover, ...
... wofür sich die Kollgen bedanken.
Der Ausgleich fiel in der 58. Minute: Artur Wichniarek (l.) traf für Bielefeld, was auch schon der Endstand war.
In Berlin klingelte es nach acht Minuten bereits das erste Mal - und zwar im Kasten der Karlsruher. Aber nicht Marko Pantelic (r) war für den Treffer verantwortlich, ...
... sondern Maximilian Nicu (l.), der hier von Andrey Voronin beglückwünscht wird.
Karlsruhe hat an diesem Tag überhaupt nichts zu melden und Berlin bekam nun richtig Lust auf Tore.
So sorgte Valeri Domowtschiski für die 2:0-Führung, die Berlin später noch auf 4:0 aufstockte. Damit schließt die Hertha ihre starke Serie der letzten Wochen ...
... mit dem dritten Tabellenplatz ab.
Die Zuschauer in Hamburg sahen eine torlose erste Hälfte zwischen dem HSV (hier Ivica Olic) und Frankfurt.
Erst in der 59. Minute netzte der HSV zur Führung ein. Torschütze wieder einmal: Mladen Petric per Kopf.
Damit feiern die Hamburger einen Sieg, denn Frankfurt konnte in den verbliebenen Minuten keine Akzente mehr setzen.
Viel unterhaltsamer ging's beim Aufeinandertreffen von Bochum und Köln zu, hier VfL-Spieler Christoph Dabrowski (in blau) gegen Kölns Miso Brecko.
Kölns Kevin McKenna springt hier noch am Ball vorbei, ...
... aber kurz vor der Pause schoss er zur Führung für die Kölner ein.
Bochum war nur kurz geschockt und egalisierte den Spielstand in der 59. Minute wieder.
Ab der 82. Miunte mussten die Kölner mit zehn Mann auskommen, nachdem Geromel mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war.
Das setzte aber offenbar noch Kräfte frei: In der 87 Minute traf Ishiaku zum 2:1 für den FC und machte damit den Auswärtssieg perfekt.
Er ist der bislang letzte Neuling in der Ära Joachim Löw: Der Stuttgarter Christian Träsch gab beim 7:2-Tespielsieg in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Debüt im Nationaltrikot.
In seiner gut dreijährigen Amtszeit hat der Bundestrainer damit bereits 29 Profis in die Nationalelf berufen.
Die Schar der Neulinge stieg während der Asienreise Anfang Juni 2009 noch einmal an, als zahlreiche Stammkräfte absagen mussten. So kam auch VfB-Stürmer Cacau ...
... zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Erst kurz davor hatte er seinen deutschen Pass bekommen und konnte in Asien mit dem nun ehemaligen VfB-Kollegen Mario Gomez gemeinsam auf Torejagd gehen.
Der Wolfsburger Christian Gentner lieferte im Meisterschaftsendspurt eine derart überzeugende Leistung ab, dass er während der Asienreise sein Debüt geben durfte, genauso wie ...
... Schalkes Torhüter Manuel Neuer. Damit ist auch der harte Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor mit Blickrichtung WM 2010 eröffnet.
Er war der erste Neuling unter Löw: Manuel Friedrich, damals noch beim FSV Mainz, inzwischen bei Bayer Leverkusen aktiv. Er lief im August 2006 erstmals für Deutschland auf.
Im selben Spiel stand auch Malik Fathi, damals Hertha BSC Berlin, erstmals für Deutschland auf dem Platz. Es blieb bis dato bei diesem einen Spiel, Fathi spielt inzwischen für Spartak Moskau.
Debütant im Oktober 2006 gegen Georgien: Der Bremer Clemens Fritz.
Auch HSV-Mittelfeld-Ass Piotr Trochowski lief in diesem Spiel erstmals für Deutschland auf, ...
... genauso wie Jan Schlaudraff, damals noch in Aachen unter Vertrag. Nach seinem desaströsen Jahr beim FC Bayern München geht er inzwischen für Hannover auf Torejagd - und ist vielleicht bald wieder ein Kandidat für Joachim Löw.
Auch der Wolfsburger Alexander Madlung lief 2006 erstmals für Deutschland auf. Bisher kam er auf zwei Einsätze.
Mario Gomez feierte im Februar 2007 beim 3:1-Erfolg gegen die Schweiz seinen Einstand. Seine zwischenzeitlich torlose Durststrecke ging beim 7:2-Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate zu Ende: Der Neu-Bayern-Stürmer steuerte einen Viererpack bei.
Im selben Spiel gab der Stuttgarter Roberto Hilbert sein Debüt, er kommt bislang auf elf Einsätze im deutschen Trikot.
Gleich drei Leverkusener Spieler kamen im März 2007 gegen Dänemark zu ihrem ersten Einsatz: Simon Rolfes, ...
... genauso wie Stürmer Stefan Kießling ...
... und Gonzalo Castro.
Noch ein Leverkusener, der aber noch in Diensten des 1. FC Köln stand, als er sein erstes Länderspiel absolvierte: Patrick Helmes ist seit 2007 in der Nationalmannschaft dabei.
Der Schalker Christian Pander streifte sich im August 2007 erstmals das deutsche Trikot über. Es war ein Aufeinandertreffen mit England, Deutschland siegte 2:1.
Debütanten 2008 gegen Österreich: die Schalker Heiko Westermann...
... und Jermaine Jones. Der Mittelfeldspieler besitzt aber zwei Pässe und hat dem DFB die Freundschaft inzwischen aufgekündigt. Er kickt nun für die amerikanische Nationalmannschaft.
Dieser Dribbelkünstler überzeugte in seinem ersten Länderspiel-Einsatz gegen Weißrussland im Mai 2008: der (Noch)-Gladbacher Marko Marin.
Serdar Tasci vom VfB Stuttgart durfte bereits acht Mal Nationalmannschaftsluft schnuppern - erstmals im August 2008 gegen Belgien.
Im Kampf um die dauerhafte Nummer eins im deutschen Tor gab er einen überzeugenden Einstand: René Adler stand im Oktober 2008 beim 2:1-Sieg gegen Russland erstmals zwischen den Pfosten.
Er war bereits für die U21 im Einsatz und kam 2008 gegen England zu ersten Länderspielehren: der Hoffenheimer Marvin Compper.
Diese Hoffnungen hatte sich auch sein Vereinskollege Tobias Weis gemacht, das England-Spiel musste er sich aber von der Bank aus anschauen. Sein Debüt gab er 2009 während der Asienreise.
Noch ein Debütant 2008 gegen England: Abwehrspieler Marcel Schäfer, der vier Jahre lang in Diensten des TSV 1860 München stand und 2007 nach Wolfsburg wechselte. Dort fiel er in der Meisterschaftssaison mit guten Leistungen auf.
Auch er mischt mit im Kampf um den Platz im deutschen Tor: Bremens Keeper Tim Wiese kam gegen England 2008 zu seinem ersten Länderspieleinsatz.
Der Hoffenheimer Andreas Beck schlüpfte im Februar 2009 erstmals ins Nationaldress. Seinen ersten Einsatz bekam er im Testspiel gegen Norwegen, das die Deutschen 0:1 verloren.
Bei diesem Grottenkick absolvierte auch Mesut Özil sein erstes Länderspiel. Es blieb bislang das einzige - der DFB-Pokal, den er später mit Werder Bremen holte, dürfte darüber etwas hinwegtrösten.
Video: Dietmar Hopp - Milliardär, Mäzen, Fußballfan

Mäzen Dietmar Hopp hat nach dem Absturz von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim in der Rückrunde Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. "Es gibt keine festgelegte Obergrenze. Generell sind zehn Millionen viel Geld, aber dieser Betrag war und ist eine Planungsgröße aus dem Februar/März, wo noch gar nicht absehbar war, wie viele Spieler in welcher Qualität neu verpflichtet werden müssen", sagte Hopp der "Sport Bild".

Bislang hat Milliardär Hopp beim Herbstmeister in Spieler und Infrastrukturmaßnahmen rund 175 Millionen Euro investiert. Und auch in Zukunft können sich die Verantwortlichen beim Aufsteiger auf die großzügige finanzielle Unterstützung von Hopp verlassen. "Ich habe 1899 Hoffenheim nicht unterstützt, um wieder auszusteigen. Dieser Klub soll mich lange überdauern und langfristig in der 1. Liga spielen", sagte Hopp.

Mit der für den Sommer angekündigten Investitions-Offensive scheint auch Hopps Streit mit 1899-Trainer Ralf Rangnick endgültig beigelegt zu sein. Nach dem 0:4 gegen Titelaspirant VfL Wolfsburg vor knapp drei Wochen hatte Rangnick mit einem vorzeitigen Abschied gedroht, falls nicht ausreichend Geld für etwaige Neuverpflichtungen zur Verfügung gestellt würden. Hopp hatte daraufhin erklärt, er lasse sich nicht erpressen.

Derweil haben die Kraichgauer ihr Interesse am brasilianischen Mittelfeldspieler Maicosuel von Botafogo Rio de Janeiro offenbar intensiviert. Manager Jan Schindelmeiser reiste zu Verhandlungen an den Zuckerhut und will den Vertrag mit dem 22-Jährigen möglichst schnell unterschreiben. Die Ablösesumme soll bei 4,5 Millionen Euro liegen. Konkretes Interesse an Maicosuel sollen auch Zenit St. Petersburg, Spartak Moskau sowie Vereine aus der englischen Premier League angemeldet haben.

(sid, N24)

05.05.2009 12:33 Uhr

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