Fußball: Champions League

Barca gewinnt die Krone der Königsklasse

Der FC Barcelona hat die Champions League gewonnen. Der spanische Fußball-Meister bezwang in Rom den englischen Titelverteidiger Manchester United mit 2:0 (1:0).

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Lionel Messi (r) und Thierry Henry liegen sich nach dem 2:0 für den FC Barcelona in den Armen.
Video: Finale der Superlative - ManU und Barça wollen Europas Krone
Die Bundesliga lebt auf großem Fuß: Spielerwechsel werden seit Jahren fürstlich bezahlt - und Neuverpflichtungen werden immer kostspieliger. Die 15 teuersten Transfers aller Zeiten: Auf Rang ...
... 15 landet der Transfercoup von Marcell Jansen aus dem Jahr 2007. Der Mönchengladbacher Nationalspieler wechselte für geschätzte elf bis zwölf Millionen Euro zum ...
... deutschen Rekordmeister Bayern München. Bei den "Großkopferten" der Isar-Metropole spielt Jansen mit Stars wie "Italo-Bomber" Luca Toni oder Franck Ribery.
Den Brasilaner Lucio zieht es 2004 von Bayer Leverkusen nach ...
... München. Zwölf Millionen Euro lässt sich der FCB den Abwherspieler kosten. Noch etwas teurer ...
... ist Dortmunds Jörg Heinrich. 12,5 Millionen Euro blättert der AC Florenz 1998 für den damaligen deutschen Nationalspieler auf den Tisch. Heinrich kehrt ...
... zwei Jahre später zurück und unterschreibt beim BVB einen Vertrag bis 2003. Ablösesumme: umgerechnet rund vier Millionen Euro.
2006 verlässt der Niederländer Khalid Boulahrouz den Hamburger SV. Sein neuer Arbeitgeber heißt Manchester City. Kostenpunkt: 13 Millionen Euro.
Geschätzte 12 Millionen bis 15 Millionen Euro streicht Werder Bremen 2007 ein, als Nationalstürmer Miroslav Klose ...
... zu Bayern wechselt. Seine Tor-Salti zeigt er noch heute in München.
Der zehntteuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte geht 2005 über die Bühne. Der Weißrusse Alexander Hleb hängt beim VfB Stuttgart seine Töppen an den Nagel und schnürt seine neuen Treter für ...
... den mehrfachen englischen Meister Arsenal London. Die "Gunners" zahlen 15 Millionen Euro.
Eine Ablösesumme von ebenfalls 15 Millionen Euro bringt Rafael van der Vaart dem HSV ein, als er ...
... 2008 zu den "Königlichen" von Real Madrid wechselt.
Auf 16 Millionen Euro bringt es der Bulgare Dimitar Berbatov 2006. Der damalige Leverkusener ...
... Stürmer verabschiedet sich dafür zu den Tottenham Hotspurs.
2001 packt der Brasilianer Evanilson seine Koffer in Dortmund. Sein Reiseziel lautet ...
... Italien, AC Parma. 17 Millionen Euro fließen dafür auf das Konto des BVB.
Gar 20 Millionen Euro erhält Bayer Leverkusen im Jahr 2000 für Emerson. Der Brasilianer ...
... legt sich danach für den AS Rom ins Zeug.
Nigel de Jong, niederländischer Nationalspieler, steht 2009 in Diensten des Hamburger SV, als den Hanseaten ein Angebot von 20 Millionen Euro ins Haus flattert. De Jong darf dafür ...
... zum neuen englischen Krösus Manchester Citiy wechseln. Damit rangiert er auf Platz fünf der teuersten Transfers der Fußball-Bundesliga - gemeinsam mit Emerson. Teurer ...
... ist dieser Spieler links im Bild. Der ...
... englische Nationalspieler Owen Hargreaves bringt ...
... dem FC Bayern München bei seinem Wechsel zum mehrfachen Champions-League-Sieger Manchester United 2007 25 Millionen Euro. Diese Summe ...
... sollen die Münchener auch für den Franzosen Franck Ribery an Olympique Marseille bezahlt haben.
Die Bremer Dribbelmaus Diego verzaubert drei Jahre die Werder-Fans und die gesamte Bundesliga, ehe er ...
... nach der Saison 2008/2009 seinen Abschied aus Bremen bekanntgibt.
Die Dienste des Brasilianers sichert sich für bis zu 27 Millionen Euro der ...
... italienische Rekordmeister Juventus Turin. Die Fans der "Alten Dame" dürfen sich freuen.
Der bisher teuerste Transfer in der Bundesliga-Geschichte gelingt ebenfalls kurz nach Ende dieser Saison. Der Stuttgarter Stürmer Mario Gomez ...
... will sich karrieretechnisch weiterentwickeln. Für geschätzte ...
... 30 Millionen Euro Ablöse darf er das künftig beim FC Bayern München.
Die neue Champions-League-Saison läuft. Es wird ein Nachfolger für den Gewinner der "Königsklasse" 2008 gesucht: Manchester United.
Gegner von ManU im Finale in Moskau war Chelsea London mit dem Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Michael Ballack. Der "ewige Zweite" unterlag mit seinen "Blues" im Elfmeterschießen.
2007 nahm der der AC Mailand den Pott mit nach Italien.
Milan mit seinem Superstar Kaka entzauberte im Athener Olympiastadion den FC Liverpool mit 2:1.
Barcelona gegen Arsenal lautete das Endspiel der Champions League 2006. Barca mit Superstar Ronaldinho gewann gegen die "Gunners" mit 2:1.
Im Tor bei Arsenal stand damals der Deutsche Jens Lehmann. Allerdings nicht lange: Nach einer Roten Karte wurde er des Feldes verwiesen. Ashley Cole versucht ihn zu trösten.
2005 färbten die Fans des FC Liverpool den CL-Endspielort Istanbul rot. "You'll never walk alone" erklang in den Straßen der Metropole am Bosporus. Es war eines der denkwürdigsten Endspiele in der Geschichte der europäischen Königsklasse.
Liverpool hatte bereits 0:3 gegen den AC Mailand zurückgelegen. Am Ende der regulären Spielzeit stand es aber dann 3:3. Das Elfmeterschießen entschieden die "Reds" um ihren Kapitän Steven Gerrard für sich.
Ein Jahr davor hielten die Spieler des FC Porto den CL-Pokal in ihren Händen. Das portugiesische Team gewann im Finale in der "Arena AufSchalke" mit 3:0 gegen den AS Monaco.
Trainer der Portugiesen war damals Jose Mourinho. Er ging später zum FC Chelsea und trainiert derzeit den italienischen Meister Inter Mailand.
Inters Stadtrivale AC triumphierte 2003 in einem rein italienischen Finale gegen Juventus Turin. Matchwinner war Andrej Shevchenko.
Er verwandelte - nachdem es nach der regulären Spielzeit und auch nach Verlängerung 0:0 gestanden hatte - den entscheidenden Elfmeter gegen Gigi Buffon. Milan gewann 3:2 n .E.
Den Champions-League-Titel 2002 holten sich Real Madrid und Kapitän Zidane. Gegner war Bayer Leverkusen, die damit als bisher letzte deutsche Mannschaft ein Finale in der Königsklasse des europäischen Klubfußballs erreichten.
Trainer bei Leverkusen war damals Klaus Toppmöller, dem mit seinem Kapitän Michael Ballack, auch in der Meisterschaft "nur" der Vize-Titel blieb.
Bayer-Leverkusen-Manager Rainer Calmund war im Glasgower Hampden Park der einsamste Mensch der Welt.
2001 gewannen die Bayern die Champions League. Oliver Kahn war damals Torwart - mittlerweile ist der ehemalige Fußball-Titan "Fußball-Rentner".
Gegen den Endspielgegner Valencia im Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadion hieß es 5:4 nach Elfmeterschießen.
Der deutsche Rekordmeister wurde damals von Ottmar Hitzfeld trainiert.
In der Champions-League-Saison 1999/2000 kam es zu einem rein spanischen Endspiel. In Paris traf Real Madrid mit Fernando Morientes, Ivan Helguera und Raul auf Valencia...
... mit dem Argentinier Claudio Lopez. Am Ende gab es ein klares 3:0 für Real.
Ein denkwürdiges Champions-League-Finale gab es 1999. Protagonisten im Camp Nou von Barcelona: Manchester United mit David Beckham...
... und Bayern München mit Oliver Kahn.
Bereits in der 6. Minute war Bayern durch ein Freistoß-Tor von Mario Basler 1:0 in Führung gegangen. In der 90. Minute glich Teddy Sheringham aus.
Als sich Bayern bereits in der Verlängerung wähnte, schoss Solskjear ManU in der Nachspielzeit zum Titel.
Bei den Bayern gab es nach dem Abpfiff statt des Potts nur lange Gesichter. Fassungslos versuchen die Bayern-Spieler Oliver Kahn (M), Michael Tarnat (l.) und Markus Babbel (r.) mit der Niederlage fertig zu werden.
Bereits vor dem Beginn des Champions-League-Finales in Moskau feierten die Fans von Manchester United...
... und Chelsea London. Es war das erste Mal in der sechzehnjährigen Champions-League-Geschichte, dass zwei englische Teams im Finale um die europäische "Königsklasse" standen.
Der Fußball-Hochstimmung konnten sich auch die russischen Sicherheitskräfte nicht entziehen.
In Moskau wurde an diesem Endspieltag englisch gesprochen.
Die beiden Premier-League-Klubs schenkten sich von Beginn an nichts. Hier setzte sich ManU-Superstar Ronaldo (r.) gegen Chelseas Essien /M) und Lampard (l.) durch.
Der Portugiese war es auch, der mit einem sehenswerten Kopfball die "Red Devils" mit 1:0 in Führung brachte.
Entsprechend groß war die Freude bei Ronaldo, dem treffsichersten Spieler in dieser Champions-League-Saison.
Nun war Chelseas israelischer Trainer Grant gefordert.
Auch der in Diensten von Chelsea London stehende deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Ballack musste jetzt zeigen, was in ihm steckt.
Für den Ausgleich in der ersten Hälfte sorgte dann aber Ballacks Mittelfeld-Kollege Lampard.
Lampard lupfte nach einem Schussversuch von Essien den zurückprallenden Ball ein und drehte eine kurze Ehrenrunde.
Die Freude bei den Anhängern des Klubs des russischen Milliardärs Abramowitsch war grenzenlos.
In der zweiten Halbzeit egalisierten sich beide Mannschaften. Es fiel kein weiteres Tor. Das Finale um den Pokal der "Königsklasse" ging in die Verlängerung.
Chelsea-Besitzer Abramowitsch (r.) war es zufrieden.
In der Verlängerung sah Chelsea-Stürmer Drogba nach einer Rangelei die Rote Karte. Spielentscheidend war die Hinausstellung aber nicht mehr. Das Elfmeterschießen musste entscheiden.
Ronaldo hätte mit seinem verschossenen Elfmeter zum tragischen Helden werden können. Allerdings verfehlte auch Chelsea-Kapitän Terry das Tor.
ManU-Keeper hielt lediglich einen Elfmeter, aber der brachte den Sieg. Chelseas Anelka war der unglückliche Schütze.

Die brillanten Ballkünstler des FC Barcelona haben im Duell der Giganten Titelverteidiger Manchester United entzaubert und mit einer famosen Fiesta in Rot und Blau Europas Fußball-Thron bestiegen. Ein frühes Tor von Samuel Eto'o (10. Minute) und ein Kopfballtreffer des kleinen Fußball-Riesen Lionel Messi (70.) bescherten den Katalanen im Champions-League-Finale gegen den englischen Rekordmeister einen hochverdienten 2:0 (1:0)-Erfolg und den dritten Gewinn der wichtigsten Trophäe im Club-Fußball nach 1992 und 2006.

Der Fluch des Titelverteidigers

Vor 67.000 Zuschauer im ausverkauften Stadio Olimpico von Rom setzte sich für Manchester am Mittwochabend der Fluch der Titelverteidiger fort. Wie seine 15 Vorgänger konnte ManU den Vorjahreserfolg nicht wiederholen und verlor nach 25 ungeschlagenen Champions-League-Auftritten zudem auch erstmals ein Europapokalfinale. Barcelonas atemberaubendes Starensemble, das auf dem Weg ins Endspiel den FC Bayern im Viertelfinale gedemütigt und den FC Chelsea im Halbfinale mit Glück niedergerungen hatte, schaffte mit dem Triumph in der Ewigen Stadt als erster spanischer Verein das Triple aus nationaler Meisterschaft, Pokalgewinn und Europapokal-Krone. Barca-Coach Josep Guardiola gelang zudem als erstem Trainer das Kunststück, gleich in seiner Premieren-Saison den begehrten Pokal mit den Henkelohren zu gewinnen. Manchester Uniteds Trainer-Heroe Sir Alex Ferguson blieb hingegen der dritte Gewinn der Champions-Trophäe ebenso versagt wie seinem Club der vierte Sieg im Edel-Wettbewerb.

Ballzauber statt Blutgrätschen

Das Duell, bei dem wie erhofft sofort blendende Ballästhetik statt biederer Blutgrätsche Programm war, begann mit einem Freistoßkracher von Cristiano Ronaldo, der nach nur 87 Sekunden Barca-Schlussmann Victor Valdes vor erhebliche Probleme stellte. Noch zweimal versuchte sich der Portugiese mit gefährlichen Schüssen, dann beendete Eto'o kurz - und für ManU schmerzhaft - die sich anbahnende Ronaldo-Show. Nach einem Pass von Andres Iniesta ließ er Nemanja Vidic stehen und überlistete auch United-Schlussmann Edwin van der Sar.

Duell Ronaldo vs. Messi

Im Privatduell mit Cristiano Ronaldo um die Rolle des besten Fußballers der Welt wollte nun Barcas Messi (19.) nicht mehr zurückstehen und setzte mit einem Schuss wie ein Strich vom Strafraumrand ein Ausrufezeichen. Manchester war beeindruckt, reagierte nur noch, statt wie vom FC Chelsea im Halbfinale demonstriert, aggressiv gegen Barcas gefürchtete Ballzirkulation dagegenzuhalten. Barca hatte zu viel Raum und - etwas überraschend - sogar körperliche Vorteile. ManU zeigte zu wenig, um die wegen Sperren und Verletzungen gleich auf drei Positionen veränderte Barca-Abwehr in Verlegenheit zu bringen.

Manchester nicht auf Finaltemperatur

Außer Cristiano Ronaldo war bis zum Halbzeitpfiff kein "Red Devil" auf heißer Finaltemperatur. Barcelona war bis zu diesem Zeitpunkt lediglich vorzuwerfen, nicht energisch genug auf das zweite Tor zu drängen. Der Champagner-Fußball der Anfangsphase hatte nun ein wenig sein Prickeln verloren. Erst kurz vor der Pause brachte Messi (44.) nach einem Dribbling van der Sar nochmals in Verlegenheit. Von einem schnellen Aufbäumen Manchesters war auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nichts zu sehen.

Barca machte Druck

Im Gegenteil: Barca machte richtig Druck. Thierry Henry (48.) tanzte die Abwehr aus, scheiterte aber zu lässig an van der Sar. Beim Freistoß des starken Xavi (53.) verhinderte der Pfosten einen zweiten Barca-Treffer. Ausgerechnet als Manchester doch noch mehr Druck entfachte und klammheimlich Erinnerungen an die dramatische Wende im legendären Finale von Barcelona gegen den FC Bayern (2:1) 1999 aufkamen, schlug die nur 1,70 Meter große Zaubermaus Messi zu - und das ausgerechnet mit einem vorbildlichen Kopfballtor. Das neunte Tor in der Champions- League-Saison machte den argentinischen Wirbelwind nicht nur zum jüngsten Champions-League-Torschützenkönig, sondern auch zum Topfavoriten für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres.

(dpa, N24)

28.05.2009 09:26 Uhr

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