Durch die Elendsviertel in Mumbai fahren die Bulldozer und machen alles platt. Alles? Nein, der Oscar scheint die Hütten der Kinderstars aus dem Streifen "Slumdog Millionaire" zu schützen.
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Der Oscar schützt vor den Bulldozern: Rund 30 städtische Arbeiter haben mit schwerem Gerät zahlreiche Hütten in einem Elendsviertel der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai rund um die Behausung eines Kinderstars aus dem Film "Slumdog Millionaire" eingerissen. Die erst vor kurzem wieder aufgebaute Hütte der Familie des zehnjährigen Azharuddin Mohammed Ismail wurde jedoch intakt gelassen. "Azhar hat einen Oscar. Das respektieren sie", sagte sein Vater Mohammed Ismail.
Jedoch sollten auch die übrigen Hütten nicht eingerissen werden, forderte er. Mit Hilfe eines Bulldozers machten die städtischen Behörden im Viertel Garib Nagar ("Stadt der Armen") etwa 18 Hütten platt. Ein gutes Dutzend weitere wurde schwer beschädigt. Die Stadt hatte den Abriss der Behausungen - auch jener von Azhar - schon vor gut zwei Wochen angeordnet, um Platz für neue Bauprojekte zu schaffen. In der folgenden Woche wurde in einer Parallelstraße die Hütte der kleinen "Slumdog"-Darstellerin Rubina Ali niedergerissen. Bis Samstag waren die meisten Hütten jedoch wieder aufgebaut - bis wieder der Bulldozer kam.
Laiendarsteller sollen Sozialwohnungen bekommen
Rubina spielt in dem Oscar-gekrönten Kinofilm die kleine Latika, die große Liebe von Jamal Malik, dem späteren Gewinner des Millionärsspiels. Azhar hat die Kinderrolle von dessen Bruder Salim inne. Zumindest für die Familien der beiden Laiendarsteller aus dem Film scheint sich eine glückliche Lösung abzuzeichnen. Die regionalen Behörden haben den beiden Familien Sozialwohnungen angeboten, die aus Mitteln der regierenden Kongresspartei bezahlt werden sollen. Zudem sollen die Familien auch mehr Geld aus der von den Filmproduzenten gegründeten Stiftung Jai Ho erhalten - für den Kauf einer Wohnung sowie für Lebensunterhalt und Ausbildung der Kinder.