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40 Grad Celsius

Hitze Dubais macht DFB-Elf zu schaffen

Die deutsche Nationalelf bereitet sich in Dubai auf das Spiel gegen die Emirate vor. Dabei kämpfen Jogis Jungs mit unerträglicher Hitze. Trotzdem wollen sie vieles besser machen als gegen China.

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Glühende Hitze in Dubai: Joachim Löw erklärt Journalisten, warum es trotzdem besser laufen soll als gegen China.
Er ist der bislang letzte Neuling in der Ära Joachim Löw: Der Stuttgarter Christian Träsch gab beim 7:2-Tespielsieg in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Debüt im Nationaltrikot.
In seiner gut dreijährigen Amtszeit hat der Bundestrainer damit bereits 29 Profis in die Nationalelf berufen.
Die Schar der Neulinge stieg während der Asienreise Anfang Juni 2009 noch einmal an, als zahlreiche Stammkräfte absagen mussten. So kam auch VfB-Stürmer Cacau ...
... zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Erst kurz davor hatte er seinen deutschen Pass bekommen und konnte in Asien mit dem nun ehemaligen VfB-Kollegen Mario Gomez gemeinsam auf Torejagd gehen.
Der Wolfsburger Christian Gentner lieferte im Meisterschaftsendspurt eine derart überzeugende Leistung ab, dass er während der Asienreise sein Debüt geben durfte, genauso wie ...
... Schalkes Torhüter Manuel Neuer. Damit ist auch der harte Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor mit Blickrichtung WM 2010 eröffnet.
Er war der erste Neuling unter Löw: Manuel Friedrich, damals noch beim FSV Mainz, inzwischen bei Bayer Leverkusen aktiv. Er lief im August 2006 erstmals für Deutschland auf.
Im selben Spiel stand auch Malik Fathi, damals Hertha BSC Berlin, erstmals für Deutschland auf dem Platz. Es blieb bis dato bei diesem einen Spiel, Fathi spielt inzwischen für Spartak Moskau.
Debütant im Oktober 2006 gegen Georgien: Der Bremer Clemens Fritz.
Auch HSV-Mittelfeld-Ass Piotr Trochowski lief in diesem Spiel erstmals für Deutschland auf, ...
... genauso wie Jan Schlaudraff, damals noch in Aachen unter Vertrag. Nach seinem desaströsen Jahr beim FC Bayern München geht er inzwischen für Hannover auf Torejagd - und ist vielleicht bald wieder ein Kandidat für Joachim Löw.
Auch der Wolfsburger Alexander Madlung lief 2006 erstmals für Deutschland auf. Bisher kam er auf zwei Einsätze.
Mario Gomez feierte im Februar 2007 beim 3:1-Erfolg gegen die Schweiz seinen Einstand. Seine zwischenzeitlich torlose Durststrecke ging beim 7:2-Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate zu Ende: Der Neu-Bayern-Stürmer steuerte einen Viererpack bei.
Im selben Spiel gab der Stuttgarter Roberto Hilbert sein Debüt, er kommt bislang auf elf Einsätze im deutschen Trikot.
Gleich drei Leverkusener Spieler kamen im März 2007 gegen Dänemark zu ihrem ersten Einsatz: Simon Rolfes, ...
... genauso wie Stürmer Stefan Kießling ...
... und Gonzalo Castro.
Noch ein Leverkusener, der aber noch in Diensten des 1. FC Köln stand, als er sein erstes Länderspiel absolvierte: Patrick Helmes ist seit 2007 in der Nationalmannschaft dabei.
Der Schalker Christian Pander streifte sich im August 2007 erstmals das deutsche Trikot über. Es war ein Aufeinandertreffen mit England, Deutschland siegte 2:1.
Debütanten 2008 gegen Österreich: die Schalker Heiko Westermann...
... und Jermaine Jones. Der Mittelfeldspieler besitzt aber zwei Pässe und hat dem DFB die Freundschaft inzwischen aufgekündigt. Er kickt nun für die amerikanische Nationalmannschaft.
Dieser Dribbelkünstler überzeugte in seinem ersten Länderspiel-Einsatz gegen Weißrussland im Mai 2008: der (Noch)-Gladbacher Marko Marin.
Serdar Tasci vom VfB Stuttgart durfte bereits acht Mal Nationalmannschaftsluft schnuppern - erstmals im August 2008 gegen Belgien.
Im Kampf um die dauerhafte Nummer eins im deutschen Tor gab er einen überzeugenden Einstand: René Adler stand im Oktober 2008 beim 2:1-Sieg gegen Russland erstmals zwischen den Pfosten.
Er war bereits für die U21 im Einsatz und kam 2008 gegen England zu ersten Länderspielehren: der Hoffenheimer Marvin Compper.
Diese Hoffnungen hatte sich auch sein Vereinskollege Tobias Weis gemacht, das England-Spiel musste er sich aber von der Bank aus anschauen. Sein Debüt gab er 2009 während der Asienreise.
Noch ein Debütant 2008 gegen England: Abwehrspieler Marcel Schäfer, der vier Jahre lang in Diensten des TSV 1860 München stand und 2007 nach Wolfsburg wechselte. Dort fiel er in der Meisterschaftssaison mit guten Leistungen auf.
Auch er mischt mit im Kampf um den Platz im deutschen Tor: Bremens Keeper Tim Wiese kam gegen England 2008 zu seinem ersten Länderspieleinsatz.
Der Hoffenheimer Andreas Beck schlüpfte im Februar 2009 erstmals ins Nationaldress. Seinen ersten Einsatz bekam er im Testspiel gegen Norwegen, das die Deutschen 0:1 verloren.
Bei diesem Grottenkick absolvierte auch Mesut Özil sein erstes Länderspiel. Es blieb bislang das einzige - der DFB-Pokal, den er später mit Werder Bremen holte, dürfte darüber etwas hinwegtrösten.

Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre zweite Station der Asien-Reise erreicht hatte, erlebten Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler erst einmal einen Hitzeschock. Fast unerträgliche Temperaturen von über 40 Grad Celsius herrschten in Dubai bei der Ankunft der DFB-Delegation nach über neun Stunden Flug aus Shanghai. "Das trifft dich wie ein Hammer", sagte Teammanager Oliver Bierhoff zu den extremen klimatischen Bedingungen.

"Mein erster Gedanke war: Oh Gott, wie soll man da die 90 Minuten überstehen", meinte Ersatz-Kapitän Bastian Schweinsteiger. Doch trotz der Sauna-Verhältnisse im Emirat am Persischen Golf und trotz vier Stunden Zeitverschiebung im Verhältnis zu Shanghai soll am Dienstag (20.00 Uhr MESZ/live im N24.de-Ticker) im Länderspiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate nach dem dürftigen 1:1 in China die Wiedergutmachung gelingen.

Neuer-Einsatz noch offen

"Das Spiel bei 40 Grad wird noch einmal ein immenser Kraftakt. Aber wir wollen versuchen, ein besseres Ergebnis zu erzielen und eine bessere Vorstellung abzuliefern", sagte Löw und kündigte personelle und taktische Veränderungen an: Heiko Westermann und Andreas Hinkel werden im Al-Maktoum-Stadion von Beginn an auflaufen. Zudem kehrt der Bundestrainer zum System mit zwei Spitzen zurück, nachdem Mario Gomez gegen die Chinesen als einziger Angreifer auf verlorenem Posten gestanden und seine Torflaute von nunmehr 795 Minuten fortgesetzt hatte.

Ob Manuel Neuer von Beginn an im Tor stehen wird, ließ Löw allerdings noch offen. Die Neulinge Christian Träsch und Tobias Weis sollen im Laufe des Spiels eine Bewähungschance erhalten. Schweinsteiger wird den Vize-Europameister in Abwesenheit von Michael Ballack als Kapitän aufs Feld führen. In China war Philipp Lahm, der gegen die VAE wieder auf links verteidigen soll, diese Ehre zuteil geworden.

Neue Strategie für WM-Vorbereitung

Auch wenn Löw die Konzentration noch einmal auf das letzte Saisonspiel der Nationalelf legte, richtete er auch schon einen Blick voraus und kündigte für die anstehende WM-Saison einen Strategie-Wechsel an. "Es wird so sein, dass wir im Gegensatz zur EM 2008 - damals haben wir einen relativen breiten Kader vor dem Turnier gehabt - den möglichen WM-Kader ganz stark eingrenzen wollen. Wir wollen einen Kreis, von dem wir glauben, dass diese Spieler beim Turnier und danach dabei sein können", sagte der Bundestrainer.

Maximal 35 Namen sollen auf der Liste stehen, die der DFB-Coach eventuell sogar veröffentlichen will. Derzeit würde der DFB-Trainerstab "Positionsprofile" und "Arbeitsunterlagen" für jeden Spieler erarbeiten. Darin werden körperliche Daten, technische und taktische Anweisungen enthalten sein. "Die Spieler sollen wissen, was sie in der WM-Saison machen sollen, woran sie arbeiten und was sie verbessern müssen."

35 Grad für Spiel vorhergesagt

Doch zuvor will Löw mit seiner Mannschaft die letzte Herausforderung dieser Saison bestehen und im Gegensatz zum Spiel in Shanghai diesmal trotz der Hitze den deutschen Fußball besser präsentieren. "Das wird nicht einfach und ist schon eine Belastung für die Spieler. Aber wir haben fitte Spieler. Wir müssen weniger Fehler machen, dann müssen wir auch weniger laufen", sagte Bierhoff. Auch Schweinsteiger forderte, "dass wir den Ball cleverer laufen lassen müssen, um Kräfte zu sparen".

Um gut vorbereitet zu sein und die Strapazen einigermaßen gut wegzustecken, verschob Löw die Trainingseinheiten in die Abendstunden, das Spiel findet sogar erst um 22.00 Uhr Ortszeit statt. Doch selbst um diese Uhrzeit sind für Dienstag noch Temperaturen um die 35 Grad angekündigt. DFB-Internist Tim Meyer verordnete den Spielern deshalb ein spezielles Anti-Hitze-Programm. Viel trinken, möglichst über drei Liter am Tag, und wenig Sonne lautet das Motto.

"Müssen China-Spiel abhaken"

Auch im Training wird die Belastung möglichst gering gehalten. Dennoch meinte der Bundestrainer vor der Hitzeschlacht, "dass ich mich mich schon auf das Spiel freue". Man wolle den deutschen Fußball "möglichst mit einem Sieg und vielen Toren" präsentieren, sagte Bierhoff.

Die dürftige Vorstellung in Shanghai wollten die DFB-Stars indes schnell vergessen. "Wir müssen das abhaken und es in Dubai besser machen", sagte Lukas Podolski, der den angesichts der riesigen Personalprobleme arg dezimierten Vize-Europameister gegen den 97. der Weltrangliste mit seinem Treffer vor einer Blamage bewahrt hatte. Auch Torwart Robert Enke, der als einer der wenigen gegen China Pluspunkte sammeln konnte und im Kampf um die Nummer eins derzeit vorne liegt, betonte, "dass wir uns steigern müssen. Wir sind in Asien, um Deutschland gut zu präsentieren".

(Thomas Niklaus und Jürgen Zelustek, sid, N24)

31.05.2009 13:12 Uhr

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