Das Ringen um die US-Autobauer Chrysler und General Motors geht in die entscheidende Phase. Während GM vor der Insolvenz steht, wird ein Gerichtsentscheid zum Einstieg Fiats bei Chrysler erwartet.
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Für die US-Autoindustrie naht mit der drohenden Insolvenz von General Motors (GM) und dem Gerichtsentscheid zum geplanten Verkauf von Chrysler an Fiat die Stunde der Wahrheit. Einem Zeitungsbericht zufolge stimmten die Besitzer von GM-Anleihen einem nachgebesserten Angebot für einen Entschuldungsplan zur Restrukturierung des Konzerns zu. Die Frist für den Insolvenzantrag läuft am Montag ab.
Eine Insolvenz des einstmals größten Autokonzerns der Welt erschien am Wochenende unausweichlich, eine von der US-Regierung unterstützte Restrukturierung als fast sicher. Wie die "New York Times" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, sprachen sich die Eigner von gut der Hälfte der GM-Anleihen im Umfang von 27,2 Milliarden Dollar (rund 19,2 Milliarden Euro) für den Plan aus, nach dem die Gläubiger ihre Forderungen in eine zehnprozentige Firmenbeteiligung eintauschen und zudem die Option auf den Erwerb zusätzlicher 15 Prozent der GM-Aktien zu einem günstigen Preis bekommen.
Zu den Unterstützern des Plans zähle auch eine Gruppe von Groß-Investoren, die rund ein Fünftel der GM-Anleihen besäßen, berichtete die Zeitung. Die US-Regierung geht davon aus, zunächst selbst eine Mehrheit von bis zu gut 72 Prozent an einem umstrukturierten GM-Konzern zu halten. Washington hatte den Gläubigern eine Frist gesetzt, um sich zu dem Angebot zu äußern. Die Regierung hatte gewarnt, Gläubiger, die sich gegen eine Zusammenarbeit entschieden, "bekommen gar nichts oder nur sehr wenig".
Am Freitag hatte die US-Autogewerkschaft UAW Einschnitten bei GM zugestimmt. Der Sanierungsplan soll Kostensenkungen und eine Verringerung der Schuldenlast bei GM möglich machen. Nach der Vereinbarung würde die UAW künftig nur 17,5 Prozent an einem umstrukturierten GM-Konzern halten. Zunächst war ein Anteil von 39 Prozent vorgesehen. Die UAW verzichtet weitgehend auf rund 20 Milliarden Dollar, die GM dem von UAW verwalteten Gesundheitsfonds für Rentner schuldet. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass GM-Mitarbeiter bis 2015 nicht streiken.
Derweil wurde erwartet, dass ein Konkursgericht in New York den Deal zwischen dem US-Autobauer Chrysler und dem italienischen Fiat-Konzern billigen würde. Chrysler, der drittgrößte Autobauer des Landes, hatte Konkurs und Gläubigerschutz und soll nun von Fiat übernommen werden. Chrysler könnte zum Vorbild für den GM-Umbau werden, denn wie Chrysler müsste auch GM einige Marken verkaufen, Händler müssten aufgeben. Ein US-Regierungsmitarbeiter sprach sich allerdings dafür aus, eine Restrukturierung von GM nicht an dem straffen Plan für Chrysler zu orientieren, sondern eine Frist von 60 bis 90 Tagen einzuräumen.