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Gespräche "auf Augenhöhe"

Steinmeier schaltet sich bei Karstadt ein

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat sich in die Diskussionen um Arcandor eingeschaltet. Er versucht, zwischen dem strauchelnden Handelskonzern und Metro zu vermitteln.

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Aus zwei mach eins? Ob ein Zusammenschluss der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof die Lösung sein kann, darauf will sich Steinmeier nicht festlegen.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter macht sich in der Karstadt-Krise für eine unternehmerische Lösung stark. "Ich setze mich dafür ein, dass es zu einer zukunftsfähigen Lösung für den gesamten Kaufhausbereich in Deutschland kommt. Dazu sollten Karstadt und der Metro-Konzern auf Augenhöhe miteinander sprechen", sagte der Außenminister der "Bild am Sonntag". Er stehe derzeit in Gesprächen mit beiden Unternehmen.

Steinmeier kritisierte Forderungen aus der Union, die Politik müsse sich aus der Krise des Arcandor-Konzerns heraushalten: "So als ginge uns die drohende Verödung ganzer Innenstädte in Deutschland nichts an. Und wir dürfen eines nicht vergessen: Hier geht es um 50.000 Arbeitsplätze, Tausende Verkäuferinnen."

Die gleiche Position vertritt die Gewerkschaft ver.di. Kritiker einer Bürgschaft in dreistelliger Millionenhöhe für Arcandor verweisen auf die Eigentümer, darunter die Privatbank Sal. Oppenheim und die Familie Schickedanz. Sie könnten demnach eine Kapitalerhöhung durchführen oder die Reisesparte Thomas Cook verkaufen, um die Arbeitsplätze bei Karstadt zu retten.

Deutsche gegen Staatshilfen für Arcandor

Es sei aber klar, dass sich das Kaufverhalten der Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten geändert habe. "Wir brauchen ein Zukunftskonzept, das trägt, das lebensfähige Kaufhäuser und lebendige Innenstädte erhält. Ob mit einer deutschen Warenhaus AG, weiß ich noch nicht", sagte der SPD-Politiker der Zeitung.

Laut einer Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" lehnen zwei Drittel der Bürger Staatshilfen für Karstadt ab. Einer Fusion von Kaufhof und Karstadt stehen der Emnid-Umfrage zufolge nur 32 Prozent skeptisch gegenüber, 59 Prozent wäre ein solcher Zusammenschluss "eher egal".

Guttenberg mahnt zur Umsicht

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor von Guttenberg hatte indessen davor gewarnt, in der Opel-Rettung einen Präzedenzfall für Arcandor zu sehen. "Auch hier haben wir wieder einen Fall, wo ich allen Beteiligten nur raten kann, lediglich aufgrund belastbarer Kriterien zu entscheiden", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Das Prozedere in den zuständigen Gremien laufe, unterstrich Guttenberg.

"Wer jetzt schon auf Bundesebene Unternehmen Hunderte Millionen in Aussicht stellt, ohne dass überhaupt eine erste fachliche Prüfung abgeschlossen ist, der führt einen Wahlkampf auf dem Rücken der Steuerzahler", sagte Guttenberg. Guttenberg sagte dazu: "Manche scheinen dies für eine intelligente Wahlkampfstrategie zu halten. Ich finde, es ist ein zynisches Spiel mit den berechtigten Sorgen der Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz."

(dpa, AP, N24)

31.05.2009 14:50 Uhr

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