El-Kaida-Chef Osama bin Laden hat laut Medienberichten eine Audiobotschaft zum Besuch von Barack Obama in Nahost veröffentlicht. Der US-Präsident ist unterdessen in Riad angekommen.
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Mit dem Beginn der Nahost-Reise von US-Präsident Barack Obama meldet sich der islamische Extremistenführer Osama bin Laden in einer Botschaft zu Wort. Der arabische Nachrichtensender El Dschasira berichtete von der bevorstehenden Veröffentlichung einer Tonaufnahme, in der Bin Laden die Politik des US-Präsidenten gegenüber der islamischen Welt kritisiert. Die Ankündigung erfolgte unmittelbar, nachdem Obama in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eingetroffen war.
Zuvor hatte bereits El-Kaida-Vize Aiman el Sawahiri die geplante Rede von US-Präsident Barack Obama zu einem Neubeginn der Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt als PR-Auftritt bezeichnet, wie das auf die Überwachung radikalislamischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte.
Mit der US-Politik in Nahost und den Kriegen in Afghanistan und Irak habe Obama den Muslimen bereits "blutige Botschaften" übermittelt. "Seine blutigen Botschaften wurden empfangen und werden weiterhin von den Muslimen empfangen und sie werden nicht von Public Relation-Operationen oder lächerlichen Besuchen und eleganten Worten verschleiert werden können", hieß es demnach in der Botschaft Sawahiris. Das Video trage den Titel "Der Folterknecht von Ägypten und seine amerikanischen Agenten begrüßen Obama". Es wurde vom El-Kaida-Mediendienst As Sahab veröffentlicht, wie SITE mitteilte.
Treffen mit Mubarak
Unterdessen traf Obama in Riad ein, wo ein Gespräch mit dem saudischen König Abdullah auf dem Programm stand. Zwischen dem Westen und den Muslimen gebe es "mehrere große Missverständnisse", erklärte Obama vor seiner Abreise in einem Interview der BBC. Auf der Tagesordnung seiner Gespräche steht unter anderem der Nahost-Konflikt und der Kampf gegen die Taliban in Pakistan und Afghanistan.
US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Saudi-Arabien bei einem Besuch im Mai bereits um Hilfe beim Vorgehen gegen die Islamisten gebeten. Das Königreich habe großen Einfluss in der er Region und langjährige Beziehungen zu Pakistan, hatte Gates erklärt. Riad könnte nach Einschätzung von Experten eine wichtige Rolle in einem Versöhnungsprozess spielen und helfen, den Fluss von Finanzmitteln an die Extremisten zu unterbinden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat Saudi-Arabien mehrfach um Vermittlung zwischen seiner Regierung und den Taliban gebeten.
Für den Donnerstag ist die Grundsatzrede Obamas in Kairo zum Verhältnis zur muslimischen Welt angekündigt. Die Rede werde so umfassend wie möglich verbreitet, hieß es in Washington. Rasche Veränderungen erwartet Obama demnach aber nicht. "Wir erwarten nicht, dass sich nach einer Rede alles verändert", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Dienstag. Obama sei sich bewusst, dass vielmehr "anhaltende Bemühungen" notwendig seien.
Treffen mit Barak im Weißen Haus
Wenige Stunden vor dem Beginn seiner Nahostreise traf Obama im Weißen Haus mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak zusammen und forderte Israel erneut zu einem Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland auf. Er hatte hatte bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor zwei Wochen deutlich gemacht, dass für einen Frieden im Nahen Osten ein palästinensischer Staat sowie ein Stopp des jüdischen Siedlungsbaus unausweichlich seien.
Ein Besuch Israels steht nicht auf dem Reiseprogramm Obamas. Im Anschluss an seine Nahostreise kommt Obama dann nach Deutschland: Am Freitag wird er Dresden besuchen, außerdem das frühere Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sowie das amerikanische Militärkrankenhaus in Landstuhl.