Geiseldrama im Jemen
Deutsche Bibelschülerinnen sind tot
Nach den Meldungen über den Tod der koreanischen Geisel ist auch das Schicksal zweier deutscher Frauen traurige Gewissheit. Die getöteten Bibelschülerinnen waren für ein Praktikum im Jemen.
Die Bundesregierung hat bestätigt, dass zwei der drei im Jemen tot aufgefundenen Frauen Deutsche sind. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Dienstag in Berlin: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich unter den Toten zwei vermisste deutsche Frauen befinden." Die Todesumstände seien derzeit unklar. Die Bundesregierung habe am Morgen ein Expertenteam in den Jemen entsandt, um eine genaue Identifizierung vorzunehmen.
Die Bibelschule Brake in Lemgo erklärte derweil auf ihrer Internetseite, dass es sich bei den toten Frauen um Studentinnen ihrer Einrichtung handelt. "Anita G. und Rita S. waren Studierende des dritten Jahrgangs unserer Ausbildungsstätte", heißt es auf der Internet-Seite. Beide hätten sich im Rahmen ihres sozial-diakonischen Engagements für ein Praktikum im Jemen entschieden. Dort seien sie Kurzzeitmitarbeiter der Organisation Worldwide Services im Krankenhaus von Saada gewesen.
"In der Hand skrupelloser Gewalttäter "
Über den Verbleib der übrigen fünf vermissten Deutschen habe die Regierung aktuell keine gesicherten Erkenntnisse, sagte der Vizekanzler. "Wir müssen aber nach den Ereignissen der letzten Tage davon ausgehen, dass sie in der Hand skrupelloser Gewalttäter sind." Steinmeier sagte: "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten in dieser Stunde den Angehörigen, den Familien und den Freunden der Opfer. Wir sind in dieser schweren Stunde in der Trauer mit ihnen vereint.
Steinmeier hat nach eigenen Worten am Morgen mit dem jemenitischen Außenminister telefoniert. "Er hat mir zugesagt, dass die jemenitische Regierung und ihre Behörden alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um das Schicksal der jetzt noch vermissten deutschen Staatsangehörigen aufzuklären", berichtete Steinmeier. "Ich habe unterstrichen, dass für die Bundesregierung die Unversehrtheit und das Leben unserer Landsleute oberste Priorität hat." Der Bundesminister ergänzte, der Krisenstab im Auswärtigen Amt setze seine Bemühungen unverändert und unvermindert intensiv fort. Die Regierung werde alles dafür tun, die Vermissten "heil und gesund" wieder nach Hause zu bringen.
(AP)
16.06.2009 14:56 Uhr








