Demo in Saada
Solidarität für entführte Deutsche im Jemen
"Unsere Religion verbietet das Töten Unschuldiger": Banner mit dieser Aufschrift haben Jemeniten getragen, die in Saada gegen die Entführung und Ermordung der Ausländer demonstrierten.
Im Jemen haben tausende Anhänger der Regierung am Mittwoch gegen die Entführung von neun Ausländern protestiert, von denen drei tot aufgefunden wurden. Die Demonstranten versammelten sich nach Augenzeugenberichten in Saada, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im unruhigen Norden des Landes. Sie trugen Banner mit Aufschriften wie "Keine Nachsicht mit den Kriminellen" und "Unsere Religion verbietet das Töten Unschuldiger".
In der zerklüfteten Bergregion waren die neun Ausländer, unter ihnen sieben Deutsche, am Freitag verschwunden. Drei der Entführten wurden mittlerweile tot geborgen, unter ihnen zwei Deutsche Bibelschülerinnen. Von den anderen fehlt bislang jede Spur.
Außenamtssprecher Jens Plötner erklärte, man wisse nichts über das Schicksal der fünfköpfigen Familie. Zu Forderungen der Geiselnehmer sagte er ebenfalls nichts. Die Zahl der Deutschen, die sich noch im Nordjemen aufhalten, bezifferte er auf "den unteren zweistelligen Bereich". Er verwies darauf, dass die deutsche Botschaft Kontakt zu Mitgliedern der vermissten Gruppe gehabt und ihnen die einschlägigen Reisewarnungen zur Kenntnis gebracht habe.
Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), appellierte derweil an die Geiselnehmer, Menschlichkeit walten zu lassen und die Entführten sofort freizulassen. "Sie tun Menschen unfassbares Leid an, die als Freunde des Jemen in Ihr Land gekommen sind", sagte Pöttering in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" an die Adresse der Entführer. Die Helfer seien im Land, um Kranke, Arme und Notleidende nach Kräften zu unterstützen. "Ich appelliere an Ihr Gewissen und Ihre Ehre, die deutsche Familie ebenso wie den britischen Ingenieur in die Heimat zurückkehren zu lassen", sagte Pöttering.
(AFP)
17.06.2009 20:35 Uhr







