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Nach NATO-Beschluss

Kabinett billigt AWACS-Einsatz in Afghanistan

Die Entsendung von AWACS-Flugzeugen nach Afghanistan hat eine erste Hürde genommen. Das Kabinett billigte den Einsatz. Rund 100 Soldaten der Bundeswehr sollen daran teilnehmen.

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AWACS steht für "Airborne Warning And Control System" (luftgestütztes Warnungs- und Kontrollsystem): Die NATO will einige Maschinen über Afghanistan fliegen lassen. Das Bundeskabinett hat den Einsatz gebilligt.

Das Bundeskabinett hat den ersten Einsatz von AWACS-Aufklärungsflugzeugen in Afghanistan gebilligt. Das verlautete aus Regierungskreisen. Rund 100 Soldaten der Bundeswehr werden mit den fliegenden Radarsystemen der NATO in den Einsatz geschickt. Der Bundestag soll dem Einsatz Anfang Juli zustimmen.

Die Entsendung der in Geilenkirchen bei Aachen beheimateten AWACS-Maschinen geht auf einen Beschluss der NATO-Verteidigungsminister in der vergangenen Woche zurück. Sie folgen damit auch einem Wunsch der militärischen NATO-Führung. Die AWACS-Aufklärer sollen die internationale Schutztruppe ISAF am Hindukusch unterstützen. Der Luftraum über Afghanistan sei sehr dicht geworden, und es gebe keine flächendeckende Radarkontrolle am Boden, argumentierte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bei der Konferenz. Die Aufgaben sollen die AWACS-Maschinen übernehmen.

Zusätzliche Sicherheit

Insgesamt sind 250 Mann Besatzung für die Überwachungsflugzeuge notwendig, rund 40 Prozent davon stellt die Bundeswehr. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sagte bei dem Ministertreffen, die Bundeswehr bewältige die Hälfte des Lufttransports für ISAF. «"Von daher haben wir ein Interesse an zusätzlicher Flugsicherheit." Er verwies zudem auf Pläne für eine direkte Flugverbindung zwischen Frankfurt und Kabul. Insgesamt wird laut Verteidigungsministerium für Afghanistan mit einer drei- bis fünffachen Steigerung des Luftverkehrsaufkommens gerechnet.

US-Luftwaffe unterstützte Bundeswehr

Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte unterdessen, dass deutsche Soldaten in Afghanistan in einem langandauernden Gefecht mit Aufständischen von amerikanischen Kampfflugzeugen unterstützt worden seien. Die US-Maschinen seien von der afghanischen Armee, der die Bundeswehr nahe Kundus zur Hilfe gekommen war, angefordert worden. Die «Financial Times Deutschland» berichtete hingegen, die Bundeswehr habe erstmals amerikanische Unterstützung aus der Luft angefordert. Bislang habe sie dies aus Rücksicht auf die zivile Bevölkerung vermieden. Dem Bericht zufolge kämpften 200 Bundeswehr- und afghanische Soldaten rund sechs Stunden lang gegen Aufständische. Zwei afghanische Soldaten und fünf Aufständische wurden demnach getötet.

(AP, N24)

17.06.2009 11:45 Uhr

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