2000 Euro pro Nacht

Berlusconi soll Frauen bezahlt haben

Silvio Berlusconi wittert einmal mehr eine "Verschwörung". Tonbandaufnahmen sollen den italienischen Regierungschef als Begleitservice-Kunden entlarven.

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Video: Berlusconi und die Frauen - Ermittlungen: Anstiftung zur Prostitution
Bereits zum dritten Mal erklärt Veronica Lario ihrem Gatten, dem bekannten Frauenheld und italienischen Staatsoberhaupt öffentlich den Rosenkrieg.
Seit fast dreißig Jahren lebt die ehemalige Schauspielerin nun Silvio Berlusconis Seite, doch ...
... der ehemalige Rosenkavalier mutierte schnell zum Schwerenöter. Privat, aber auch beruflich gibt der italienische Regierungschef gern den Gockel.
Zunächst fiel die weibliche Besetzung seines Kabinetts noch gediegen aus (Ministerin für Gleichstellung Stefania Prestigiacomo (l) und Bildungsministerin Letizia Moratti (r) im Jahr 2001).
Ob bei politischen Allianzen, wie mit der ultrarechten Mussollini-Enkelin Alessandra, oder dem eigenen Personal: Optik ist bei Silvio Trumpf. Schon bald wurde der Berlusconische Politharem immer jünger und - nun ja ...
... professioneller. Nicht erst für die kommende Europawahl setzte Berlusconi auf weiblichen Nachwuchs aus der Erotikbranche. Nach einem Flirt mit dem venezolanischen Showgirl Aida Yespica wurde es der Präsidentengattin das erste mal zu bunt.
Mara Carfagnas Ernennung zur neuen italienischen Gleichstellungsministerin sorgte 2008 für den zweiten öffentlichen Eklat unter den Eheleuten: Ein ehemaliges Nacktmodell mit politischen Weihen?
Bei ihrer Ernennung setzte Berlusconi dann noch einen drauf. Mit dem Ausspruch "Ich würde sie sofort heiraten" hatte es sich der Regierungschef erneut mit seiner Gattin verscherzt und so ...
... musste er sich in einem offenen Brief für seine "Liebe" zu Mara entschuldigen.
"Reine Imagepolitur" lästerte Gattin Veronica.
Seine Kandidatinnen seien eben keine "schlecht angezogenen ...
... und übel riechenden Menschen wie Vertreter anderer Parteien" konnterte der Regierungschef.
Das Fass zum Überlaufen brachte aber offenbar ein Besuch Berlusconis bei der Geburtstagsfeier einer 18-jährigen jungen Frau aus der Riege der Showgirls, Sängerinnen und Schönheitsköniginnen für die Europawahl.
Victoria nimmt sich eine Anwältin: "Meine Ehe ist zu Ende. Ich kann nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehrt"
Silvio findet's albern. Er ist eben nicht nur Staats- und Strahlemann, sondern ...
... auch ein großer Schmuser. Da stößt er bei seiner 52-jährigen Gattin aber offenbar auf taube Ohren. Seit Jahren ...
... bewohnt Berlusconi das Herrenhaus Villa Arcore (im Bild) außerhalb Mailands, während seine Gattin einige Kilometer weiter in der Villa Maccherio lebt.
Außerdem soll Lario schon seit geraumer Zeit nicht nur politisch mit Italiens Opposition flirten. Das Gerücht über ein Verhältnis mit Venedigs linksgerichtetem Bürgermeister Massimo Cacciari (r) hält sich hartnäckig.
Der offizielle Scheidungsgrund sieht anders aus: Victoria sieht sich und ihre Kinder als Opfer Berlusconis "schamlosen Schmuddelkrams". Tochter Marina (im Bild) aus Berlusconis erster Ehe ...
... ist Mama Lario allerdings ein Dorn im Auge. Vor der Scheidung sollten ihre eigenen Sprösslinge (im Bild Tochter Barbara) als Erben des 6-Milliarden-Euro-Imperiums feststehen.
Sonst ganz reuiger Sühner, hat Berlusconi diesmal offenbar die Nase voll: "Veronica sollte sich öffentlich bei mir entschuldigen. Und ich weiß nicht, ob das genügt".
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist immer für einen Spruch gut - und Fettnäpfchen lässt er dabei bekanntlich nur selten aus. Bei einem Besuch ...
... der obdachlos gewordenen Erdbebenopfer in den Abruzzen stellte er fest: Den in Zeltlagern untergebrachten Menschen fehle es an nichts. Sie hätten warmes Essen und medizinische Versorgung...
"Natürlich" sei ihre ihre Unterbringung "absolut provisorisch, aber man muss es eben nehmen wie ein Campingwochenende".
Geht so die südländische Frohnatur mit einer Katastrophe um oder besitzt das Staatsoberhaupt einfach kein Taktgefühl? Die Italiener werden es einzuschätzen wissen, schließlich hat sich Berlusconi schon des öfteren verbale Entgleisungen geleistet: ...
... "Ich habe zu viel Respekt vor der Intelligenz der Italiener, um zu glauben, sie könnten solche Trottel ("coglioni") sein und gegen ihre eigenen Interessen stimmen." (Über die Anhänger der Opposition, Parlamentswahl April 2006, Italien)
"Nur Napoleon hat mehr getan als ich. Aber ich bin definitiv größer." (Februar 2006)
"Ich bin der Jesus Christus der Politik. Ich bin ein geduldiges Opfer, habe mich selbst für alle geopfert." (Februar 2006)
"Gehen Sie und lesen Sie im Schwarzbuch des Kommunismus und Sie werden sehen, dass im China Maos keine Babys gegessen wurden, aber gekocht, um damit die Felder zu düngen." (März 2006)
"Nicht einmal die Wirtschaft läuft wirklich schlecht. Von meiner Villa aus habe ich eine herrliche Panorama-Sicht, die auch dieses Jahr durch den Blick auf viele Yachten besticht ...
... Niemand kann mehr Mobiltelefone, mehr Autos, mehr Fernseher sein Eigen nennen als die Italiener. Wissen sie wie viele unserer Frauen sich Schönheitsoperationen leisten können?" (In einem Interview mit "La Stampa", August 2005)
"Mussolini hat nie jemanden getötet. Mussolini schickte Menschen in Lager in den Urlaub." (Juni 2005)
"Herr Schulz, ich weiß, dass ein Mann in Italien einen Film über Konzentrationslager der Nazis produziert. Ich würde sie gern für die Rolle eines Aufsehers vorschlagen. Sie wären perfekt." Berlusconi zum deutschen EU-Abgeordneten Martin Schulz ...
… der ihn während einer Debatte im EU-Parlament kritisierte, Juli 2003.
"Ich habe ein Segelboot, aber in den vergangenen zwei Jahren war ich nur einen Tag darauf. Und in meinem Haus ...
... auf den Bermudas war ich seit zwei oder drei Jahren nicht mehr ... Mein Leben hat sich verändert …
... Die Qualität ist schrecklich geworden. Was für ein brutaler Job." (In einem Interview mit der "New York Times", Mai 2003)
"Die Klügsten können sicherlich einen zweiten Job finden, vielleicht inoffiziell." (Aufforderung an entlassene Fiat-Arbeiter, sich Jobs auf dem Schwarzmarkt zu suchen)
"Manchmal funktionieren Tretboote gut. Keine der Leichen hat sich beschwert." (Auf die Frage, warum die Polizei Tretboote benutzen muss, um schiffbrüchige Immigranten vor der Küste zu bergen, September 2002)
Berlusconi hebt bei einer Gruppenaufnahme beim EU-Gipfel hinter dem Kopf des spanischen Außenministers Josep Pique zwei Finger und macht die in südlichen Ländern gebräuchliche Geste für einen betrogenen Ehemann. (Februar 2002)
"Vor dem Gesetz sind alle Bürger gleich, aber vielleicht ist dieser hier noch ein bisschen gleicher als die anderen, angesichts der Tatsache ...
... dass ihm 50 Prozent der Italiener die Verantwortung übertrugen, ihr Land zu regieren." (Während eines gegen ihn gerichteten Korruptionsprozesses, Juni 2003)
Wie heisst es in seinem Wahlkampflied so schön? "Meno male che Silvio c'è" - Zum Glück gibt es Silvio. Immer gut für einen schrägen Spruch.
Silvio Berlusconi umgibt sich nicht nur gerne mit attraktiven Ministerinnen.

Der wegen pikanter Partyfotos unter Druck stehende italienische Regierungschef Silvio Berlusconi soll laut Medienberichten mehrere junge Frauen empfangen haben, die für ihre Besuche bezahlt wurden. Wie die Tageszeitung "La Stampa" am Donnerstag berichtete, lagen der Staatsanwaltschaft im süditalienischen Bari Aussagen von vier Frauen vor, denen zufolge sie von einem Geschäftsmann und Freund Berlusconis angeheuert wurden. Die Aussagen machten sie im Zuge eines Korruptionsprozesses gegen den Manager Giampaolo T. und dessen Bruder. Abgehörte Telefongespräche hätten ergeben, dass T. den Beschäftigten eines Begleitdienstes Geld dafür bezahlt habe, dass sie die Nacht in Berlusconis Anwesen in Rom und auf Sardinien verbrachten.

Eine der Frauen sagte der Zeitung "Corriere della Sera", sie habe für zwei Besuche in Berlusconis Haus in Rom jeweils 2000 Euro erhalten. Sie habe ihre Gespräche mit dem Regierungschef aufgenommen und die Tonträger an die Justiz gegeben. Berlusconis Anwalt Niccolo Ghedini sagte dem Blatt, er halte die Vorstellung, dass Berlusconi einer Frau eine solche Summe zahle, für "übertrieben". "Ich glaube, er könnte viele Frauen haben, und das kostenlos", fügte er hinzu. Selbst wenn die Frauen bezahlt worden seien, heiße das noch nicht, dass Berlusconi davon Kenntnis gehabt habe, sagte Ghedini. Damit könne der Ministerpräsident auch nicht "rechtlich oder moralisch" belangt werden.

Berlusconi selbst bezeichnete die Berichte als Unsinn, wie die Medien unter Berufung auf sein Umfeld berichteten. Sie seien Teil einer "Verschwörung", um ihn zu stürzen. Anfang Juni hatte die spanische Zeitung "El País" Fotos von Partys in Berlusconis Anwesen auf Sardinien veröffentlicht, auf denen unter anderem Frauen beim Sonnen mit freiem Oberkörper und ein nackter Mann zu sehen sind. Zeitungsberichten zufolge wurden einige der Fotos während der Silvesterfeier 2008/2009 gemacht.

(AFP, N24)

18.06.2009 15:50 Uhr

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