Bayern, VfB, Gladbach

Transferpoker: Es darf gezockt werden

Der VfB will Demba Ba, Hoffenheim versucht im Gegenzug noch Geld zu schinden. Gladbach will endlich Klarheit um Marin - und bei den Bayern zieht Lucio seinen Abgang in Erwägung.

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Wenn sich Demba Ba mal nicht verzockt: Der VfB will ihn zwar, aber auch nicht um jeden Preis. Ba sieht sich aber bereits als legitimer Nachfolger von Mario Gomez.
Sie sind die "Königlichen" und sie gehen standesgemäß einkaufen: Real Madrid hat für die teuersten Transfers in der Fußballgeschichte gesorgt. Die Wirtschaftskrise scheint spurlos am Verein vorüberzugehen, denn ...
... seit Manuel Pellegrini (im Bild) als neuer Trainer und der steinreiche Bauunternehmer Florentino Perez als zurückgekehrter Präsident bei Real das Sagen haben, heißt die Devise: Einkaufen bis der Arzt kommt.
Nur die besten Spieler sollen es sein: Gerade haben die Madrilenen mit dem Rekordangebot von 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo seinen Verein Manchester United und die übrige Fußballwelt geschockt. Wenn ManU da mal nicht schwach wird.
Auch auf Bayern-Star Franck Ribéry haben die Spanier mehr als ein Auge geworfen. Doch schon in den vergangenen Jahren haben sie die Maßstäbe in Sachen Transfersummen gesetzt. Hier die Top Ten der teuersten Einkäufe (Ablösesummen zum Teil geschätzt): ...
... Platz 10 für Juan Verón. Der Argentinier wechselte 2001 für 43,7 Millionen Euro von Lazio Rom zu Manchester United.
Auf Platz 9: Ronaldo. Als er sich noch in physischer Hochform befand (2002), legte Real Madrid 45 Millionen Euro bei Inter Mailand auf den Tisch.
Rang 8 für Andrej Schewtschenko. Er ging 2006 für 46 Millionen Euro vom AC Milan zum FC Chelsea.
Auf Rang 7 findet sich Christian Vieri wieder. 1999 kaufte ihn Inter bei Lazio für 46,5 Millionen Euro.
Einen Innenverteidiger ließ sich ManU 2002 46,7 Millionen Euro kosten. Rio Ferdinand kam von Leeds United und landet mit dieser Summe auf Platz 6.
Rang 5 für den Spanier Gaizka Mendieta (M.). Für 48 Millionen Euro kaufte ihn Lazio Rom 2001 beim FC Valencia ein.
Platz vier und 50-Millionen-Grenze geknackt: Hernan Crespo kostete im Jahr 2000 Lazio Rom 56,2 Millionen Euro. Ligakonkurrent AC Parma freute sich über das Geld.
Platz drei für diesen Transfer, der in der spanischen Liga im selben Jahr für Aufruhr sorgte: Portugals Mittelfeld-Genie Luís Figo ging für ...
... 61,4 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Real Madrid.
Erst vor wenigen Tagen wurde dieser Hammertransfer bekannt, der damit den 2. Platz besetzt: Real Madrid - wer sonst - holte sich den Brasilianer Kaká ...
... für schlappe 65 Millionen Euro. Das Konto des AC Mailand machte einen gehörigen Sprung.
Bislang unerreicht bleibt aber er: Frankreichs Ballzauberer Zinedine Zidane ist der teuerste Transfer aller Zeiten. Wiederum die "Königlichen" schlugen ...
... 2001 bei Juventus Turin zu und holten ihn für 71,6 Millionen Euro. Inzwischen ist auch Zidane wieder für Real aktiv: Er steht dem neuen Präsidenten als Berater zur Seite. Vielleicht flüstert er ihm ja noch mehr spektakuläre Transfers ein.
Hier noch der teuertste Torwarttransfer: Er ging 2001 in Italien über die Bühne. Juve überwies für Gianluigi Buffon 38,3 Millionen Euro nach Parma.
Von Rekordsummen ist die Bundesliga weit entfernt, doch auch hier ging gerade der teuerste Transfer über die Bühne. Für 30 Millionen Euro lotste sich der FC Bayern Stürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart ins Haus.
Fußball-Fan sein, ist eine Herzensangelegenheit. Klubbesitzer sein, ist purer Luxus. Und immer mehr ...
... Milliardäre leisten ihn sich. Jüngstes Beispiel: Real Madrids neuer Klubpräsident Florentino Perez. Der Spanier will die "Königlichen" zu den "Neo-Galaktischen" machen - in Anlehnung an die Ära mit Fußballikonen wie Zidane, Figo und Beckham. Dafür ...
... will Perez 300 Millionen Euro in die Hand nehmen. Nach Kaka (r.) für 65 Millionen Euro soll auch Cristiano Ronaldo kommen. Für mehr als 90 Millionen Euro lässt ManU den Portugiesen ziehen. Ole Perez! Die N24.de-Rangliste der "Soccer Billionaires":
Rang zehn geht an Philip Anschutz. In den Medien meidet er Auftritte und lässt eher seine Teams sprechen. Laut "Forbes" beläuft sich sein Vermögen auf acht Milliarden Dollar. "Seine" Fußballteams sind ...
... L.A. Galaxy um den englischen Superstar David Beckham, Houston Dynamo und Hammarby IF, schwedischer Erstligist. In Deutschland ist Anschutz vor allem als Erbauer der ...
... O2-Arena in Berlin bekannt. Dort spielen seine ...
... "Eisbären", Deutschlands ...
... vierfacher Eishockey-Champion, auch Titelträger 2009.
Platz neun schafft Dietmar Hopp. Der SAP-Gründer, geschätzte 8,5 Milliarden Dollar (etwa 6 Milliarden Euro) schwer, engagiert sich in seiner Heimatregion Rhein-Neckar und unterstützt dort die Sport- und Jugendarbeit. Sein bekanntestes Ziehkind ...
... heißt TSG Hoffenheim. Dort soll er in den vergangenen Jahren rund 170 Millionen Euro investiert haben. Herausgekommen ist bisher ein neues Stadion und der Titel des Herbstmeisters - und das Maskottchen "Hoffe".
Sportlich noch weit vor Hoffenheim rangiert Arsenal London, unter anderem mehrfacher englischer Meister und Pokalsieger. Mit dem Buch "Fever Pitch" und dem gleichnamigen Film wurde den "Gunners" ein Denkmal gesetzt. Auch ...
... dank des Geldes von Alisher Usmanov. Der Milliardär (geschätztes Vermögen 9,3 Milliarden Dollar) ist derzeit größter Aktionär des Klubs.
Platz sieben geht an Silvio Berlusconi. Der italienische Medienmogul und Ministerpräsident, dessen Vermögen bei 9,4 Milliarden Dollar liegen soll, ist seit 1986 "Presidente" des ...
... AC Mailand. Seinen Millionen ist so mancher Titel zu verdanken, seinen Gehältern so mancher Stareinkauf - wie Brasiliens Superstar Ronaldinho (l.). Berlusconis neueste Eroberung ...
... hat mit "Milan" aber nichts zu tun. Noemi, blutjung und wohl seit längerem mit Berlusconi "befreundet".
Hätten sie die Herren auf dem Bild erkannt? Links: Paul Allen, rechts: Bill Gates. Microsoft-Gründer. Allen ist auch Fußball-Fan, in den USA Soccer genannt. Sein Team ...
... sind die Seattle Sounders. Allen sitzt auf etwa 16 Milliarden Dollar.
Francois Pinault belegt Rang fünf. Sein Vermögen beträgt geschätzte 16,9 Milliarden Dollar. Es stammt zum Großteil aus den Gewinnen des Luxuskonzerns PPR, zu dem auch der Sportartikler Puma gehört. Seine Leidenschaft heißt aber ...
... Stade Rennes.
Amancio Ortega macht auch in Mode und Luxus: Sein Firmenimperium nennt sich Inditex, dazu gehört beispielsweise die Kette ...
... Zara und die floriert. Ortegas Vermögen beläuft sich derzeit auf 20,2 Milliarden Dollar. Der Spanier versucht seit Jahren ...
... Deportivo La Coruna erfolgreich zu machen.
Lakshmi Mittal ist Inder und macht in Stahl (ArcelorMittal). 20,5 Milliarden Dollar beträgt laut "Forbes" sein Vermögen. Eigentümer ist er von den ...
... Queen's Paar Rangers - neben Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Renault-Teamchef Flavio Briatore. Kein Wunder, dass die Fans schon ein wenig größenwahnsinnig erscheinen.
Auch bei Chelsea hat man (noch) keine Geldsorgen. Der Grund heißt ...
... Roman Abramowitsch. Der Milliardär sitzt auf geschätzten 23,5 Milliarden Dollar, trotz Scheidung. Damit kann sich der Russe auch noch einen ...
... Hubschrauber samt ...
... Jacht dazu leisten - und das Gehalt für den derzeit wohl besten ...
... deutschen Fußballspieler Michael Ballack. "You can't mess with the Blues." Lediglich ...
... Oleg Deripaska (im Bild rechts mit Russlands Präsident Medwedew) hat unter den Fußballfans dieser Welt noch mehr Kohle (geschätzte 28 Milliarden Dollar). Die steckt er vorzugsweise in den (noch) nicht so erfolgreichen russischen Klub Kuban Krasnodar.

Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim will dem Ligakonkurrenten VfB Stuttgart für den Transfer von Angreifer Demba Ba offenbar einen Großteil der 35 Millionen Euro aus dem Verkauf von Mario Gomez entlocken. Nach SID-Informationen liegt die Hoffenheimer Schmerzgrenze für den abtrünnigen Ba mittlerweile bei einer Ablöse in Höhe von über 20 Millionen Euro. Ursprünglich hatten die Kraichgauer beschlossen, den bis 2011 unter Vertrag stehenden Senegalesen nicht ziehen zu lassen.

"Wenn der VfB Demba Ba als legitimen Nachfolger von Mario Gomez betrachtet, dann muss das Angebot auch entsprechend ausfallen. Der Begriff Unverkäuflich existiert nirgends. Oder um in der Fußballersprache zu bleiben, der Ball liegt momentan beim VfB und auch bei Demba", sagte 1899-Trainer Ralf Rangnick der Rhein-Neckar-Zeitung.

Ba haut richtig auf den Putz

Allerdings verwies Rangnick in der Stuttgarter Zeitung darauf, dass der VfB, der ursprünglich maximal bis zu 15 Millionen Euro für den Stürmer bezahlen wollte, wegen der zuletzt öffentlich gewordenen charakterlichen Eigenschaften von Ba möglicherweise noch Abstand von einem Transfer nehmen könnte: "Mit seinem Verhalten hat sich Ba in ganz Deutschland keine Freunde gemacht."

Auch Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser scheint nunmehr bereit, den wechselwilligen Ba für eine gewisse Summe abzugeben. "Das Interesse ist da. Aber wie groß das Interesse ist, wird sich zeigen", sagte Schindelmeiser dem kicker, nachdem er am Sonntag im Gespräch mit dem SID einen Transfer des Angreifers nach Stuttgart noch ausgeschlossen hatte. "Es ist sein Wunsch, den er zum Ausdruck bringt. Aber für uns hat sich nichts geändert. Demba Ba hat seinen bis 2011 laufenden Vertrag zu respektieren."

Zuvor hatte Ba mit einem Interview für Verwirrung gesorgt und das Wechseltheater um seine Person fortgesetzt. Der 24-Jährige hatte behauptet, er habe von den Kraichgauern die Freigabe für einen Wechsel nach Stuttgart erhalten, wo er den zu Rekordmeister Bayern München abwandernden Nationalspieler Gomez ersetzen soll. "Ich möchte Champions League spielen. Stuttgart und Hoffenheim werden sich jetzt treffen und den Transfer klären", wurde Ba in der Bild am Sonntag zitiert.

Mindestens 8,5 Millionen für Marin

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach pocht auf eine schnelle Lösung im Transfer-Poker um Marko Marin mit Werder Bremen. "Wir wollen zügig Bescheid wissen. Ich hoffe, dass Klaus Allofs sich melden wird. Wenn es die 8,5 Millionen Euro sind, die aus Bremen kolportiert werden, dann ist das eine vernünftige Basis", sagte Sportdirektor Max Eberl am Montag beim Trainingsauftakt. Bislang würden die Zahlen, die Werder genannt hätte, keine Grundlage darstellen. Der 20 Jahre alte Marin, der zurzeit mit der U 21-Nationalmannschaft bei der EM in Schweden unterwegs ist, hatte mehrfach Wechselabsichten geäußert.

Lucio zieht Abgang in Erwägung

Neues Unheil kündigt sich derweil beim FC Bayern München an. Mit großer Verärgerung hat Abwehrchef Lucio auf Spekulationen reagiert, denen zu Folge der neue Trainer Louis van Gaal in der kommenden Saison nicht mehr mit ihm plane. "Wenn der Coach denkt, andere seien besser, dann spiele ich keine Sekunden mehr für Bayern", sagte der 31-jährige Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft in einem Interview mit der Münchner "tz". Eine vorzeitige Auflösung des bis Saisonende 2010 laufenden Vertrag schließe er nicht aus, "wenn Bayern nicht mehr möchte."

(dpa, SID, N24)

22.06.2009 13:11 Uhr

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