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Höchste-Schwierigkeit

Hambüchen trainiert in Japan den "Liukin"

Der deutsche "Turn-Floh" Fabian Hambüchen ist nach Japan aufgebrochen, um neue Top-Elemente zu trainieren. Das Spektakulärste wird der gestreckte Tkatschew mit ganzer Schraube sein.

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Der "Liukin" wird derzeit nur von einem Athleten der Welt geturnt.
Olympia ist für den deutschen Vorzeigeturner bis zum Teamwettbewerb super gelaufen. Weder Sprung ...
... noch Pauschenpferd ...
… oder Barren haben ihm Probleme bereitet.
Dann will Hambüchen am Reck die notwendigen Punkte für eine Mannschaftsmedaille holen.
Immerhin ist der Wetzlaer amtierender Reck-Weltmeister.
Er weiß, wenn alles klappt, ist für die Deutschen Bronze drin.
Doch es kommt anders. Hambüchen vergreift sich …
Dem deutschen Team und vielen Zuschauern stockt der Atem.
Aber Hambüchen ist ein Profi und kann sich abfangen.
Nach einem kurzen Check gibt der Turner Entwarnung. Er hat sich nicht verletzt.
Enttäuscht ist er dennoch. Immerhin war es der erste große Patzer des 20-Jährigen.
Das spricht für das deutsche Team. Es tröstet Fabian Hambüchen. Nur nicht aufgeben, die nächste Disziplin, der Boden, wartet.
Da zeigt er noch mal sein ganzes Können.
Das Reck war übrigens auch das Schicksalsgerät von Teamkollege Philipp Boy.
Auch der Cottbuser hatte sich in der Qualifikation vergriffen.
Und auch da haben die Turner zusammengehalten.
Nach Hambüchens Sturz hoffen alle auf Thomas Andergassen, der eine sehr gute Übung turnt. Es reicht aber nicht ganz für Bronze.
Wegen der Patzer gibt es keinen Streit unter den Deutschen. Im russischen Team ist dagegen ein Riesenzoff entbrannt. Anton Golozuzkow (Foto) attackierte Maxim Dewjatowski, der nach einem enttäuschenden sechsten Platz an den Ringen schon aufgab.
Dewjatowski (Foto) könnte jetzt der Ausschluss aus dem Team drohen. Bereits bei der WM 2007 hatte er nach einem Sturz am Barren vorzeitig aufgegeben und war für zwei Monate gesperrt worden.
Die Deutschen freuen sich über ihren vierten Platz. In Athen wurden sie 2004 achter. Zudem witzelt Philipp Boy (r.): "Jetzt sind wir die weltbeste Mannschaft Europas."
Und die könnte man bei dem Teamgeist bald wieder so jubeln sehen …
… wie über Silber bei der EM 2008 in Lausanne oder …
… oder über Bronze bei der WM 2007 in Stuttgart.

Mehrkampf-Europameister Fabian Hambüchen ist zu einem fast vierwöchigen Trip nach Japan aufgebrochen und will die Zeit nutzen, um neue Top-Elemente in seine Übungen einzubauen. "Wir haben viel mit neuen Teilen experimentiert, im Training mit japanischen Super-Technikern sollen diese nun stabilisiert werden", gibt Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen als Ziel der Trainings- und Wettkampfreise nach Tokio aus.

Spektakulärstes Element ist der "Liukin"

Er selbst wird erst eine Woche später mit der kompletten Riege um Cheftrainer Andreas Hirsch ins Land der aufgehenden Sonne reisen. Spektakulärstes neues Element in der Übung des Reck-Weltmeisters wird der gestreckte Tkatschew mit ganzer Schraube, der "Liukin", sein. "Das klappt schon ganz gut, wir werden nun sehen, ob das F-Teil die Übung so aufwertet, dass das Risiko auch Sinn macht", sagte Wolfgang Hambüchen. Derzeit turnt mit dem Georgier Ilja Giorgadse nur ein Athlet der Welt dieses schwierige Element.

Höhepunkt der Reise ist Japan-Cup

Am Barren soll künftig eine Felge mit ganzer Drehung in die Übung seines Sohnes eingebaut werden. Gelegenheit dazu gibt es beim täglichen Training im Kunami-Sportclub, wo auch einige der besten Japaner ihr Handwerk einstudieren. "Mal eine Woche Training ohne den Papa, das ist für Fabian auch mal ganz gut", meinte sein Coach mit einem Schmunzeln. Höhepunkt des Aufenthalts in Tokio ist der Start der deutschen Riege beim Japan-Cup am 18. Juli.

Cheftrainer Hirsch hat dafür die besten deutschen Turner nominiert. Dabei sind also auch Marcel Nguyen (Unterhaching), der Zweite der Champions Trophy, und der EM-Vierte Philipp Boy (Cottbus). Bei einem internen Testwettkampf mit den Japanern werden am 12. Juli aus den acht Kandidaten die fünf Turner für das Team ausgewählt, das beim Japan-Cup der besten sechs Nationen der Olympischen Spiele antritt.

(dpa, N24)

29.06.2009 13:43 Uhr

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