Michael Jackson war zum Todeszeitpunkt offenbar körperlich am Ende. Laut einem Medienbericht war der "King of Pop" untergewichtig, wies Narben und zahlreiche Verletzungen auf.
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Der Tod von Popstar Michael Jackson gibt weiter Rätsel auf. Sein Privatarzt Conrad Murray ließ am Sonntag über seinen Anwalt versichern, er habe dem "King of Pop" keine morphiumähnlichen Schmerzmittel verabreicht. Jackson, einer der größten Popstars aller Zeiten, war am Donnerstag mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben.
Kurz vor seinem Tod soll der angeblich medikamentensüchtige Star nach Angaben des Internetdienstes tmz.com eine Spritze mit dem starken Schmerzmittel Demerol bekommen haben. Entsprechende Berichte seien "absolut falsch", sagte der Rechtsanwalt des Arztes, Edward Chernoff, nach Angaben der "Los Angeles Times". Murray habe Jackson weder mit Demerol versorgt noch es ihm verschrieben.
Beisetzung auf Neverland Ranch?
Die Familie des "King of Pop" ließ am Samstag überraschend eine zweite Obduktion machen. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. "Die Wahrheit muss noch herauskommen", sagte der Vater Joe Jackson. Zuvor war der Leichnam vom gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles freigegeben und auf Wunsch der Familie an einen geheim gehaltenen Ort gebracht worden. Über die Frage, wo der Sänger beerdigt werden soll, ist die Familie Medienberichten zufolge uneins. Im Gespräch ist, aus seiner Neverland Ranch nach dem Vorbild der Elvis-Presley-Gedenkstätte eine Art Graceland zu machen.
Einen offiziellen Zeitpunkt für die Beerdigung gibt es noch nicht. Allerdings beabsichtigt Jacksons Familie laut Aussagen eines Biografen, den Megastar am kommenden Mittwoch beerdigen zu lassen. Laut "Los Angeles Times" hat die Familie mehrere Angebote, den Abschied mit einer Serie von großen Konzerten zu begehen. Die Zeitschrift "The Hollywood Reporter" berichtete, die Familie sei "gespalten und durcheinander". Vor allem die Brüder überlegten, wie sie möglichst viel aus "Jackos" Erbe machen könnten. Der Star war zwar massiv verschuldet, hinterlässt aber lukrative Musikrechte.
Bericht: Jackson untergewichtig und verletzt
Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Sun" hat die Leiche Jacksons bei der Obduktion zahlreiche Narben und Verletzungen aufgewiesen. Der Sänger hatte bei seinem Tod dem Bericht zufolge nur teils aufgelöste Tabletten im Magen und wog bei einer Größe von 1,77 Metern knapp 51 Kilo. Das Boulevardblatt berief sich in seinen Bericht auf Ergebnisse der Obduktion, schrieb allerdings nicht, wie es an die Informationen gelangte.
Laut "Sun" trug der 50-jährige Sänger an seinem Todestag am Donnerstag eine Perücke, unter der er stellenweise kahlköpfig war. Eine vernarbte Stelle über Jacksons linkem Ohr sei total kahl gewesen. Grund dafür war laut "Sun" ein Unfall aus dem Jahr 1984, als Jacksons Haar bei Werbeaufnahmen Feuer fing. Zudem wies die Leiche des ehemaligen "King of Pop" dem Bericht zufolge Verletzungen von den erfolglosen Wiederbelebungsversuchen auf. So seien mehrere Rippen gebrochen gewesen. Außerdem gebe es in der Herzregion vier Einstichstellen von Spritzen. Laut "Sun" sollte das Herz des Sängers mit Adrenalin wieder zum Schlagen gebracht werden. Drei der Spritzen sollen auch die Herzwand durchstochen haben.
Das Gesicht des Sängers habe Narben chirurgischer Eingriffe aufgewiesen. Eine Seite seiner Nase sei teilweise eingefallen gewesen. Ferner seien an der Leiche des Sängers Einstiche an Hüfte, Schenkeln und Schulter gefunden worden, die angeblich von Schmerzmittel-Injektionen stammen. Ferner hätten die Gerichtsmediziner zahlreiche Narben von mindestens 13 kosmetischen Operationen festgestellt. Wie das Boulevardblatt weiter berichtete, hatte Jackson Verletzungen an den Knien und Schienbeinen. Schnittwunden am Rücken sollen von einem Sturz herrühren.
Arzt steht Rede und Antwort
Die Autopsie vom Freitag hatte nach bisherigen Angaben kein endgültiges Ergebnis gebracht. Gewalt als Todesursache schloss die Polizei allerdings aus. Zugleich bestätigte sie, dass Jackson verschreibungspflichtige Arzneimittel genommen hat. Murray, der den Sänger seit Mai medizinisch betreute und ihn nach seinem Zusammenbruch wiederzubeleben versuchte, stand der Polizei in der Nacht auf Sonntag Rede und Antwort. Einzelheiten der etwa dreistündigen Befragung wurden nicht mitgeteilt. Die Polizei erklärte nur, der Arzt sei kooperativ gewesen. Die Familie warf dem Arzt vor, ihr die Informationen über Jacksons letzte Stunden zu verweigern.
Laut der Zeitung "Los Angeles Times" hat Murray den Popstar bewusstlos im Schlafzimmer seines Hauses vorgefunden. Jackson habe "nicht mehr geatmet", zitierte das Blatt Murrays Anwalt Edward Chernoff. "Er prüfte seinen Puls. Der Puls in seiner Oberschenkelarterie war schwach. Er begann mit der Herz-Lungen-Reanimation." Murray selbst habe der Jackson-Familie die Autopsie des Leichnams vorgeschlagen. "Er hat nicht verstanden, warum Michael Jackson gestorben ist", sagte Chernoff demnach.
Die Polizei hatte auf der Suche nach Beweismitteln für einen möglichen Medikamentenmissbrauch Murrays Auto beschlagnahmt. Ausdrücklich nannte sie den Kardiologen aber nicht verdächtig. Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson, ein enger Freund der Familie, sagte dem Nachrichtensender CNN nach einem Besuch bei den Angehörigen, sie seien wegen Murrays Rolle zunehmend beunruhigt und verstört. "Wann kam der Doktor? Was machte er? Gab er ihm eine Spritze? Und wenn ja, was für eine?", fragte der Bürgerrechtler.
"Der Mann war nicht süchtig"
Eine frühere Angestellte des Popstars berichtete, sie habe ihm wegen seiner gefährlichen Drogencocktails regelmäßig den Magen auspumpen müssen. "Es gab eine Zeit, da war es so schlimm, dass ich die Kinder von ihm fernhielt", sagte Grace Rwaramba der britischen "Sunday Times". Sie hat eigenen Angaben zufolge über ein Jahrzehnt für Jackson gearbeitet, zuletzt als Kindermädchen, war aber im Dezember 2008 entlassen worden.
Nach Einschätzung seines früheren Konzertmanagers Marcel Avram nahm Jackson zwar jahrzehntelang Schmerzmittel, war aber nicht von ihnen abhängig. "Der Mann war nicht süchtig", sagte Avram in London. Jacksons Haare hätten bei Dreharbeiten für eine Pepsi-Werbung im Jahr 1984 Feuer gefangen. Seitdem habe er ein Haarteil getragen und für die stark verbrannte Kopfhaut Schmerzmittel eingenommen.
1987: "I Just Can't Stop Loving You" (with Siedah Garrett) (1 Woche)
Nr. 1-Hits in Deutschland
1995: "Earth Song" (6 Wochen)
1996: "They Don't Care About Us" (3 Wochen)
DiskografieStudioalben
1972: Got to Be There
1972: Ben
1973: Music & Me
1975: Forever, Michael
1979: Off the Wall
1982: Thriller
1987: Bad
1991: Dangerous
1995: HIStory – Past, Present and Future Book I
2001: Invincible
Videoclips
1979: Don’t Stop ’til You Get Enough
1980: Rock With You
1980: She’s Out Of My Life
1983: Billie Jean
1983: Beat It
1983: Say Say Say (mit Paul McCartney und LaToya Jackson)
1984: Thriller
1985: We are the World (USA for Africa)
1987: Bad (u. a. mit Wesley Snipes)
1987: The Way You Make Me Feel (u. a. mit LaToya Jackson)
1988: Man In The Mirror
1988: Dirty Diana
1988: Another Part Of Me
1988: Smooth Criminal (auch als „Zeitraffer“-Version)
1989: Leave Me Alone (aus dem Film „Moonwalker“)
1989: Liberian Girl (mit vielen Stars)
1991: Black Or White (mit Macaulay Culkin, Tyra Banks, Homer Simpson, Bart Simpson)
1992: Remember The Time (mit Eddie Murphy, Iman, Magic Johnson)
1992: In The Closet (mit Naomi Campbell) (auch als Remix-Video „Club Mix“)
1992: Who Is It (2 Versionen: Europäische und US-Version; US-Version beinhaltet lediglich Zusammenschnitt diverser Konzerte)
1992: Jam (mit NBA-Star Michael „Air“ Jordan)
1992: Heal The World
1993: Whatzupwitu (mit Eddie Murphy)
1993: Give In To Me (mit Slash, seltene Alternativ-Version mit anderen Szenen existiert)
1993: Will You Be There (auch als „Free Willy“-Version)
1993: Gone Too Soon
1995: Scream (mit Janet Jackson)
1995: Childhood (auch als „Free Willy 2“-Version)
1995: You Are Not Alone (mit Lisa Marie Presley, Alternativ-Version mit anderen Szenen inkl. MJ als Engel existiert)
1995: Earth Song
1996: They Don’t Care About Us (2 Versionen: 1. spielt in Brasilien, 2. im Gefängnis mit Einblendung diverser historischer Greueltaten)
1996: Stranger In Moscow
1996: Why (mit 3T)
1997: Blood On The Dance Floor (auch als Remix-Video „Refugee Camp Mix“)
1997: HIStory (Tony Moran Remix)
1997: Ghosts (Zusammenschnitt des gleichnamigen Musikfilms)
2001: You Rock My World (mit Chris Tucker, Marlon Brando, Michael Madsen, Billy Drago; mehrere unterschiedlich lange Versionen, u. a. mit anderer Soundabmischung und ein paar zusätzlichen Szenen)
2001: Cry (ohne Beteiligung von Michael Jackson)
2001: What More Can I Give (Studio-Aufnahmen, die bei der Bambi-Verleihung 2002 und den Radio Music Awards 2003 gezeigt wurden)
2003: One More Chance (Zusammenschnitt diverser Videos/Konzerte, richtiges Video wurde weder fertiggestellt noch veröffentlicht)
2004: Cheater (nur im UK gezeigter Zusammenschnitt diverser Konzerte)
Filmografie
1978: The Wiz – Das zauberhafte Land (VHS, 2004: DVD; insgesamt 4 Oscar-Nominierungen)
1984: Making Michael Jackson's Thriller (VHS/Laserdisc, nicht DVD)
1986: Captain EO (Dieser Film war von 1986 bis Ende der 1990er Jahre in den verschiedenen Disneyland-Parks zu sehen, kommerziell unveröffentlicht.)
1988: Michael Jackson…The Legend Continues (VHS/Laserdisc)
1988: Moonwalker (VHS/Laserdisc, 2004: DVD)
1993: Dangerous – The Short Films (VHS/VCD, 2001: DVD)
1995: Video Greatest Hits – HIStory (VHS/VCD, 2001: DVD)
1997: HIStory on Film Vol. 2 (VHS/VCD, 1998: DVD)
1996: Ghosts (Uraufführung in ausgewählten US-Kinos)
1997: Ghosts (abgeänderte Fassung, VHS/VCD, nicht DVD)
2002: Men in Black II (DVD)
2003: Number Ones (DVD)
2004: Live In Bucharest: The Dangerous Tour (DVD, zunächst nur im Boxset The Ultimate Collection enthalten, später auch einzeln erhältlich)
2004: Miss Cast Away (DVD)
2005: Live In Bucharest: The Dangerous Tour (Einzel-DVD)
Eine Auswahl der Auszeichnungen
American Cinema Awards (1990)
American Dance Award (1989)
American Music Awards (1980, 1981, 1984, 1986, 1988, 1989, 1993, 1996, 2002 – Artist of the Century Award)
American Video Awards (1984)
Bambi (2002)
Billboard Awards (1972, 1980, 1983, 1984, 1988, 1989)
Billboard Video Awards (1983)
BRAVO Magazin (1987, 1988, 1989, 1992, 1993, 1998)
Guinness Book of World Records (1984, 1986, 1993, 2006)
MTV Awards (1984, 1989, 1991)
Oscar-Nominierung für den Song „Ben“ 1973
World Music Awards (1989 – u. a. Hall Of Fame, 1993 – u. a. World's Best Selling Artist Of The Era, 2000 – Best-Selling Pop Male Artist of the Millennium, 2006 – Diamond Award)