Bei der Explosion eines mit Flüssiggas gefüllten Tankwaggons in der toskanischen Küstenstadt Viareggio sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Nach Angaben des Zivilschutzes war ein Güterzug in der Nacht kurz vor dem Bahnhof von Viareggio entgleist, dabei explodierte einer der Waggons. Die Wucht der Detonation brachte zwei Häuser zum Einsturz. Die Fahrer des Zuges konnten sich retten, nachdem bereits Gas ins Führerhaus eingedrungen war. Unglücksursache war nach ersten Untersuchungen offenbar ein Achsenbruch.
Nach Angaben des Zivilschutzes wurden 36 Menschen verletzt, 14 von ihnen schweben noch immer in Lebensgefahr. Nach Angaben von Bürgermeister Luca Lunardini werden fünf Menschen vermisst. Es war das schwerste Zugunglück in Italien seit Januar 2005. Damals waren beim Zusammenstoß von zwei Zügen in der Nähe von Bologna 17 Menschen getötet und etwa 60 weitere verletzt worden.
Gegen Mitternacht war ein Zug mit 14 Waggons vor dem Bahnhof im Zentrum von Viareggio entgleist. Aus einem Tankwaggon sei Flüssiggas in die anliegenden Häuser ausgelaufen und dann explodiert. Bürgermeister Lunardini berichtete von drei Detonationen. Zwei kleinere Gebäude stürzten ein, vier weitere wurden beschädigt. Bei den Todesopfern handelt es sich um Bewohner der eingestürzten Häuser und um Passanten. Etwa tausend Menschen aus den umliegenden Vierteln wurden in Sicherheit gebracht.
"Wir sind am Leben, das ist ein Wunder", sagte einer der Zugführer. Mehrere Augenzeugen standen unter Schock. "Ich habe die Explosion gehört und bin raus auf die Straße. Da stand ich direkt in den Flammen, und vor mir auf dem Boden lag eine verkohlte Leiche", sagte ein Zeuge der Nachrichtenagentur ANSA.
Die Explosion hinterließ im Bahnhofsviertel von Viareggio ein Bild der Verwüstung: Zerfressen von den Flammen lagen fünf der 14 Waggons des Güterzugs im teilweise deformierten Gleisbett.
Von zwei kleineren Wohngebäuden nahe des Bahnhofs blieb nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Mehr als 300 Feuerwehrleute aus verschiedenen Regionen mussten bei den Rettungsarbeiten helfen. In der angrenzenden Region Lucca wurde der Ausnahmezustand erklärt.
(AFP)
30.06.2009 19:31 Uhr








