Die Verhandlungen zwischen Magna und GM zur Opel-Übernahme gestalten sich zäh. Nach Informationen der "Financiel Times" sind die Chancen des US-Finanzinvestors Ripplewood dadurch wieder gestiegen.
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Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist Magna-Chef Siegfried Wolf zuversichtlich, bei der Opel-Übernahme zum Zug zu kommen. "Wir wollen am 15. Juli zum Abschluss kommen", sagte Wolf in Erfurt: "Wir wollen aus Opel ein Unternehmen machen, das gemeinsam mit Partnern und Zulieferern für Erfolg, Wachstum und Innovation steht."
Allerdings sind die Chancen des US-Finanzinvestors Ripplewood im Rennen um Opel nach einem Zeitungsbericht deutlich gestiegen. Wie die "Financial Times" berichtete, hat die Ripplewood-Tochter RHJ International ihr Angebot für Opel verbessert und könnte innerhalb weniger Tage einen Vorvertrag mit dem bisherigen Mutterkonzern General Motors abschließen. Das verbesserte Angebot von RHJ werde von GM sehr ernst genommen, zitierte die Zeitung eine mit den Verhandlungen vertraute Person, wie die "Financial Times" berichtete.
Zähe Verhandlungen zwischen Magna und GM
Die Verhandlungen zwischen GM und Magna verlaufen offenbar zäh. GM fordert nach Medienberichten eine Rückkaufoption für Opel, was Magna ablehnt. Der Autozulieferer dagegen würde gerne das gesamte GM-Russlandgeschäft einschließlich der Marke Chevrolet übernehmen, worauf sich wiederum General Motors nicht einlassen will.
Wolf betonte die Bedeutung des russischen Marktes. Es wäre töricht, auf den Wachstumsmarkt in Russland zu verzichten, der in den nächsten Jahren größer sein werde als der gesamte deutsche Markt, sagte der Magna-Vorstandschef. Magna will gemeinsam mit der russischen Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen. Als industrieller Partner ist auf russischer Seite zudem der Autohersteller Gaz im Boot.
Gespräche am 22. Juli
Unterdessen hat der europäische Verband der Opel-Händler (Euroda) angekündigt, dass er seine Gespräche mit Magna über eine Beteiligung an dem deutschen Autohersteller am 22. Juli fortsetzen wird. Bei einem ersten Gespräch am 16. Juni habe der kanadische Zulieferer signalisiert, dass er kein Interesse an einer Beteiligung der Händler an den Produktiveinrichtungen von Opel habe. Vorstellbar sei aber eine Beteiligung im Vertriebsbereich.
Euroda betonte, der Händlerverband sei auch bereit, mit anderen an Opel ernsthaft interessierten Investoren zu verhandeln. Der europäische Opel-Händlerverband hatte am 15. Mai in Wien beschlossen, in den kommenden drei Jahren pro verkauftem Neufahrzeug 150 Euro in einen Fonds einzuzahlen. Dieser Fonds sollte nach dem Willen von Euroda mit bis zu 500 Millionen Euro rund 20 Prozent der Anteile an Opel erwerben. In dem Verband sind rund 4.000 Opel-Händler aus 25 europäischen Ländern organisiert.