Cherilyn Lee, Krankenschwester und Ernährungsberaterin Michael Jacksons, berichtet von einem besorgniserregenden Telefonat mit dem Popstar - wenige Tage vor seinem Tod.
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Michael Jackson litt nach Angaben einer Krankenschwester in seinen letzten Monaten so sehr unter Schlaflosigkeit, dass er sie trotz aller Warnungen um ein bestimmtes Beruhigungsmittel anflehte. Sie habe sein Verlangen wiederholt abgelehnt, berichtete Cherilyn Lee, die auch Ernährungsberaterin ist und für den Popstar tätig war, während er sich auf sein Comeback vorbereitete. Ein hektischer Anruf vier Tage vor seinem Tod lasse sie aber befürchten, dass er doch irgendwie an das Anästhetikum Diprivan oder ein anderes Schlafmittel herangekommen sei.
Einer seiner Mitarbeiter habe sie am 21. Juni, als sie in Florida war, aufgeregt angerufen und gesagt, Jackson wolle sie umgehend sehen. "Ich fragte 'Was ist los?'", erzählte Lee am Dienstag. "Im Hintergrund hörte ich Michael: 'Meine eine Körperseite ist heiß, sie ist heiß, und eine Körperseite ist kalt. Sie ist sehr kalt'", berichtete die Krankenschwester. "Ich sagte: 'Sag ihm, er muss ins Krankenhaus. Ich weiß nicht, was da los ist, aber er muss ins Krankenhaus - und zwar sofort'". Sie habe erkannt, "dass ihm jemand etwas gegeben hatte, das auf das zentrale Nervensystem wirkt", erklärte Lee. Er sei an diesem Tag in Schwierigkeiten gewesen und habe um Hilfe gerufen, schilderte sie ihren Eindruck.
"Ich weiß nicht, was da passiert ist"
Jackson ging nicht ins Krankenhaus. Er starb am 25. Juni, nach Angaben seiner Familie nach einem Herzstillstand. Das Ergebnis von Autopsien zur Klärung der genauen Todesursache wird erst in einigen Wochen erwartet. "Ich weiß nicht, was da passiert ist. Ich kann nur sagen, dass er auf diesem Mittel bestanden hat."
Das Hypnotikum Diprivan, in Deutschland unter anderem unter dem Namen Disoprivan im Handel, enthält den Wirkstoff Propofol und wird intravenös verabreicht. Es ist ein kurz wirkendes Anästhetikum, das bei kleineren Eingriffen und Untersuchungen sowie zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose benutzt wird, für eine längere Sedierung aber auch als Dauerinfusion gegeben werden kann.
Verzweifelt nach Schlaf gesehnt
Nach Jacksons Tod kursierten Gerüchte, der 50-Jährige habe Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und Antidepressiva genommen. Lee erklärte jedoch, er sei von Schlaflosigkeit gequält gewesen und habe Freizeitdrogen abgelehnt. "Er war nicht darauf aus, von Drogen high zu werden oder sich gut zu fühlen oder runterzukommen", sagte sie. "Dieser Mensch war nicht auf Drogen. Dieser Mensch suchte verzweifelt Hilfe, um ein bisschen Schlaf zu finden, sich mal auszuruhen."
Jackson probte hart für die strapaziösen Auftritte der geplanten Comeback-Tournee. Der als "Hulk" bekanntgewordene Schauspieler und Bodybuilder Lou Ferrigno, der mit ihm trainierte, schilderte ihn als gesundheits- und ernährungsbewusst. "Er war nicht stoned. Er war nicht high. Er war nicht abwesend oder hibbelig. Hat nie von Drogen gesprochen. Er hat immer über gesunde Ernährung geredet."
Bei Überdosis Atemstillstand
Lee berichtete, in den letzten Monaten habe er sie immer wieder wegen Diprivan genervt. Unter Propofol erwachen Patienten schneller wieder aus der Narkose als bei manch anderen Mitteln und fühlen sich klarer, wie der Psychopharmakologe James Zacny von der Universität Chicago erklärte. Der Wirkstoff werde aber auch zum Selbstmord oder zum "chillen" missbraucht, wobei von tödlichen Unfällen berichtet werde. Eine Überdosis könne zu Atemstillstand führen, gefolgt von unregelmäßigem Herzschlag und schließlich Herzstillstand, erläuterte John Dombrowski, Vorstandsmitglied der amerikanischen Anästhesistenvereinigung. Weil das Mittel intravenös gegeben wird und normalerweise nicht in der Apotheke zu haben ist, sind Zacny zufolge in Missbrauchsfälle in der Regel Anästhesisten, Schwestern und anderes Krankenhauspersonal verwickelt.
Das geht schon in Ordnung"
Jackson habe ihre Warnungen in den Wind geschlagen, sagte Lee. Er habe erzählt, er habe das Mittel schon früher bekommen, aber nicht sagen wollen woher. Er habe eine Infusion bekommen und sei augenblicklich eingeschlafen, gab sie seine Äußerung wieder: "Das ist es, was ich will." Sie habe entgegnet, das Problem sei nur, dass er dann nicht mehr aufwachen werde. Er habe aber darauf beharrt, dass das Mittel ungefährlich sei: "Nein, mein Arzt hat gesagt, es ist sicher. Es wirkt schnell und es ist sicher, so lange jemand dabei ist, um auf mich aufzupassen und mich wieder zu wecken. Das geht schon in Ordnung."
1987: "I Just Can't Stop Loving You" (with Siedah Garrett) (1 Woche)
Nr. 1-Hits in Deutschland
1995: "Earth Song" (6 Wochen)
1996: "They Don't Care About Us" (3 Wochen)
DiskografieStudioalben
1972: Got to Be There
1972: Ben
1973: Music & Me
1975: Forever, Michael
1979: Off the Wall
1982: Thriller
1987: Bad
1991: Dangerous
1995: HIStory – Past, Present and Future Book I
2001: Invincible
Videoclips
1979: Don’t Stop ’til You Get Enough
1980: Rock With You
1980: She’s Out Of My Life
1983: Billie Jean
1983: Beat It
1983: Say Say Say (mit Paul McCartney und LaToya Jackson)
1984: Thriller
1985: We are the World (USA for Africa)
1987: Bad (u. a. mit Wesley Snipes)
1987: The Way You Make Me Feel (u. a. mit LaToya Jackson)
1988: Man In The Mirror
1988: Dirty Diana
1988: Another Part Of Me
1988: Smooth Criminal (auch als „Zeitraffer“-Version)
1989: Leave Me Alone (aus dem Film „Moonwalker“)
1989: Liberian Girl (mit vielen Stars)
1991: Black Or White (mit Macaulay Culkin, Tyra Banks, Homer Simpson, Bart Simpson)
1992: Remember The Time (mit Eddie Murphy, Iman, Magic Johnson)
1992: In The Closet (mit Naomi Campbell) (auch als Remix-Video „Club Mix“)
1992: Who Is It (2 Versionen: Europäische und US-Version; US-Version beinhaltet lediglich Zusammenschnitt diverser Konzerte)
1992: Jam (mit NBA-Star Michael „Air“ Jordan)
1992: Heal The World
1993: Whatzupwitu (mit Eddie Murphy)
1993: Give In To Me (mit Slash, seltene Alternativ-Version mit anderen Szenen existiert)
1993: Will You Be There (auch als „Free Willy“-Version)
1993: Gone Too Soon
1995: Scream (mit Janet Jackson)
1995: Childhood (auch als „Free Willy 2“-Version)
1995: You Are Not Alone (mit Lisa Marie Presley, Alternativ-Version mit anderen Szenen inkl. MJ als Engel existiert)
1995: Earth Song
1996: They Don’t Care About Us (2 Versionen: 1. spielt in Brasilien, 2. im Gefängnis mit Einblendung diverser historischer Greueltaten)
1996: Stranger In Moscow
1996: Why (mit 3T)
1997: Blood On The Dance Floor (auch als Remix-Video „Refugee Camp Mix“)
1997: HIStory (Tony Moran Remix)
1997: Ghosts (Zusammenschnitt des gleichnamigen Musikfilms)
2001: You Rock My World (mit Chris Tucker, Marlon Brando, Michael Madsen, Billy Drago; mehrere unterschiedlich lange Versionen, u. a. mit anderer Soundabmischung und ein paar zusätzlichen Szenen)
2001: Cry (ohne Beteiligung von Michael Jackson)
2001: What More Can I Give (Studio-Aufnahmen, die bei der Bambi-Verleihung 2002 und den Radio Music Awards 2003 gezeigt wurden)
2003: One More Chance (Zusammenschnitt diverser Videos/Konzerte, richtiges Video wurde weder fertiggestellt noch veröffentlicht)
2004: Cheater (nur im UK gezeigter Zusammenschnitt diverser Konzerte)
Filmografie
1978: The Wiz – Das zauberhafte Land (VHS, 2004: DVD; insgesamt 4 Oscar-Nominierungen)
1984: Making Michael Jackson's Thriller (VHS/Laserdisc, nicht DVD)
1986: Captain EO (Dieser Film war von 1986 bis Ende der 1990er Jahre in den verschiedenen Disneyland-Parks zu sehen, kommerziell unveröffentlicht.)
1988: Michael Jackson…The Legend Continues (VHS/Laserdisc)
1988: Moonwalker (VHS/Laserdisc, 2004: DVD)
1993: Dangerous – The Short Films (VHS/VCD, 2001: DVD)
1995: Video Greatest Hits – HIStory (VHS/VCD, 2001: DVD)
1997: HIStory on Film Vol. 2 (VHS/VCD, 1998: DVD)
1996: Ghosts (Uraufführung in ausgewählten US-Kinos)
1997: Ghosts (abgeänderte Fassung, VHS/VCD, nicht DVD)
2002: Men in Black II (DVD)
2003: Number Ones (DVD)
2004: Live In Bucharest: The Dangerous Tour (DVD, zunächst nur im Boxset The Ultimate Collection enthalten, später auch einzeln erhältlich)
2004: Miss Cast Away (DVD)
2005: Live In Bucharest: The Dangerous Tour (Einzel-DVD)
Eine Auswahl der Auszeichnungen
American Cinema Awards (1990)
American Dance Award (1989)
American Music Awards (1980, 1981, 1984, 1986, 1988, 1989, 1993, 1996, 2002 – Artist of the Century Award)
American Video Awards (1984)
Bambi (2002)
Billboard Awards (1972, 1980, 1983, 1984, 1988, 1989)
Billboard Video Awards (1983)
BRAVO Magazin (1987, 1988, 1989, 1992, 1993, 1998)
Guinness Book of World Records (1984, 1986, 1993, 2006)
MTV Awards (1984, 1989, 1991)
Oscar-Nominierung für den Song „Ben“ 1973
World Music Awards (1989 – u. a. Hall Of Fame, 1993 – u. a. World's Best Selling Artist Of The Era, 2000 – Best-Selling Pop Male Artist of the Millennium, 2006 – Diamond Award)