Die Opel-Rettung ist noch nicht perfekt. Die EU-Kommission will weitere Informationen zu den Plänen der Bundesregierung. Opel-Interessent Ripplewood muss derweil massive Verluste verkraften.
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Die Rettung des Autobauers Opel wirft weiter Fragen auf. Die Europäische Kommission forderte von der Bundesregierung mehr Informationen über die geplanten Staatshilfen für das Rüsselsheimer Unternehmen. "Sobald wir die Informationen haben, werden wir schnell zu einem Ergebnis gelangen", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel.
Berlin will mit einem staatlich verbürgten Kredit über 1,5 Milliarden Euro Opels Überleben sichern. Diese Brückenfinanzierung sei unproblematisch, hieß es aus der EU-Kommission. Offene Fragen hat die Brüsseler Behörde aber offenbar bei den zugesagten drei Milliarden Euro zusätzlichen Bürgschaften, die den Einstieg eines Investors absichern sollen. Hier gebe es noch "Gesprächsbedarf", berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Angaben aus Berlin und Brüssel.
Kommission: Reine Routinesache
Der Kommissionssprecher wies zugleich Vermutungen zurück, die Wettbewerbshüter steuerten auf einen "größeren Konflikt" mit Berlin zu. Bei dem Beharren der Kommission auf mehr Informationen aus Berlin handele sich um eine reine Routineangelegenheit, betonte er.
Die Bundesregierung und die betroffenen Länder hatten sich Anfang Juni mit dem US-Mutterkonzern General Motors (GM), dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der US-Regierung auf ein Rettungspaket für Opel geeinigt. Danach stellt die öffentliche Hand kurzfristig bis zu 1,5 Milliarden Euro bereit, um das Überleben Opels bis zum Herbst zu sichern. Im Zeitraum von fünf Jahren beläuft sich der Bürgschaftsrahmen auf bis zu 4,5 Milliarden Euro. Der Zulieferer Magna will zusammen mit der russischen Sberbank 55 Prozent des Rüsselsheimer Traditionsunternehmens kaufen. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.
Ripplewood mit leeren Taschen
Ebenfalls Interesse an einer Übernahme von Opel zeigte der Finanzinvestor Ripplewood. Dessen belgische Holding RHI International kämpft derzeit jedoch mit tiefroten Zahlen. Der Verlust habe sich im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2008/2009 auf rund 1,0 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte RHJ mit. Die börsennotierte Holding mit Sitz in Belgien besitzt vor allem Beteiligungen im Automobilsektor.
RHI leidet entsprechend unter der Talfahrt der Branche. Der Wert der Beteiligungen brach im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 40 Prozent auf 912 Millionen Euro ein. Zum Portfolio zählen Zulieferer wie die japanische Asahi Tec Corp. und die belgische Honsel International Technologies. Ende März hatte RHJ knapp 542 Millionen Euro an Bargeld etwa für Übernahmen und weitere Beteiligungen in der Kasse. Zum Gebot für Opel äußerte sich die Gesellschaft in ihrer Mitteilung nicht.