EU will Informationen

Opel-Rettung verzögert sich weiter

Die Opel-Rettung ist noch nicht perfekt. Die EU-Kommission will weitere Informationen zu den Plänen der Bundesregierung. Opel-Interessent Ripplewood muss derweil massive Verluste verkraften.

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Video: Börse am Mittag - Opel-Rettung verzögert sich weiter
Opel bangt weiter: Noch steht der Einstieg von Magna bei dem deutschen Autohersteller nicht fest. Auch der Finanzinvestor Ripplewood macht sich noch Hoffnungen - hat aber selbst Probleme.
Solidarität für Opel zeigen nicht nur die Mitarbeiter. Jetzt sind auch die Anhänger des angeschlagenen Autobauers auf die Straße gegangen.
Ein aufgespannter Regenschirm über dem Opel-Logo: Fans haben sinnbildlich ihren Rettungsschirm aufgespannt.
In Rüsselsheim fanden sich 3.500 Menschen ein. Der "Rettungsschirm" schützte auch gleichzeitig vor dem starken Regen.
Es erübrigt sich die Frage, wie die Opelaner anreisten. Vom Kleinwagen bis zum Oldtimer versammelten ...
... sie sich auf dem Parkplatz des Adam-Opel-Hauses und protzten mit dicken Spoilern oder ...
…mit getunten Pferdestärken Marke Eigenbau: In diesem Manta (Bj. 1986) ist eine drei-Liter-Maschine eines Opel Senators versteckt.
Ein Oldtimer-Liebhaber zeigte die Innenansichten seines Opel-Rekords oder …
… einen alten Opel-Blitz.
Es scheint, als ob dieser Fan wusste, dass Opel irgendwann mal viel Glück braucht.
Apropos Glück: Ein frisch vermähltes Pärchen ist nach der Trauung zur Solidaritätskundgebung gefahren und hat dort den Hochzeitskuss nachgeholt. Hoffentlich steht die Ehe unter einem guten Stern.
"Wir sind Opel" war an diesem Tag, …
... hundertfach auf den T-Shirts der Markenanhänger zu lesen.
Den Kindern wurde kurzerhand auch ein Shirt verpasst.
Eine besondere Showeinlage für die Opel-Fans: Der Solidaritätssong "Seht das Zeichen" wird bestimmt zum "Opel-Nummer-1-Hit“. Der wurde im übrigen von Mitarbeiter-Kindern gesungen.
Die Opel-Fans zeigten trotz schlechtem Wetter Durchhaltevermögen.
Kinder von Opel-Fans fahren natürlich kein einfaches Bobby-Car, sondern die Corsa-Variante mit dem Blitz.
Für die Kundgebung wurden manches Vehikel passend umgestylt: Ein Opel-Blitz als "Katastrophenkommando" oder …
… ein anderer Blitz mit der Aufschrift "Opel Rettung - Es brennt".
Die Fans zeigten viel Kreativität: Hier wurde kurzerhand das Haupthaar genutzt.
Auch bei den Opel-Mitarbeitern haben sich in den letzten Wochen bei den zahlreichen Kundgebungen einige kreative Highlights heraus kristallisiert.
Der Kinofilm "Free Willy" wurde in "Free Opel" umgetauft.
"Yes we can", der Leitspruch von US-Präsident Barack Obama wurde ebenfalls verwendet und etwas umfunktioniert.
Und ganz traditionell wurde in die Reimkiste gegriffen: "Der Enkel und der Opa woll'n Opel für Europa".
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Die vier Opel-Brüder mit dem "Quintuplet". Vier Jahre nach dem Tod des Vaters Adam Opel bauten die Söhne Carl und Wilhelm im Jahr 1899 den ersten Opel-Patent-Motorwagen.
Lange bevor Autos vom Band rollten, stellte die Firma Fahrräder her.
Als erster Opel rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 aus der Opel-Fabrik. 4 PS, Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt er einer Pferdekutsche.
Der "Opel Doktorwagen" vom Typ Torpedo aus dem Jahr 1911.
Ein Opel Laubfrosch aus dem Jahr 1924 läuft immer noch. Passend zum Namen ist auch die Farbe gewählt.
Fließbandproduktion im Jahr 1924 bei der Adam Opel AG.
Heute übernehmen Präzisionsroboter viele Aufgaben in der Autoproduktion.
Aus den Jahren 1933 und 1939 stammen das 1,2 Liter-Fahrzeug (links) und der "Admiral" mit 3,6 l-Motor (rechts).
Mit ihrem "Opel Super 6 Cabriolet" aus dem Jahre 1937 nehmen die Besitzer an Rallyes teil, die oft weit über 2000 km reichen.
Auf Ausstellungen immer ein Hingucker sind die Opel mit jeder Menge Chrom.
Mit seinem Opel Rekord aus dem Jahr 1956 fährt Hilmar Born vom Opel-Museum Herne am 18.10.2004 am Opel-Werk I in Bochum vorbei. Er brachte Brötchen und Getränke für die Mitarbeiter. Die Opelaner streiken gegen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Opel Olympia aus dem Jahre 1964 im Gespann mit einem aufklappbaren historischen Wohnwagen Heiser-Austermann "Knospe".
Ohne Höhenangst - die sogenannte Hydra-Matic verbesserte auch die Bergsteigfähigkeit des Opel-Kapitän.
Mehr als nur ein Name: In den 60ern spiegelten die Modellbezeichnungen auch den sozialen Aufstieg wieder. Dem Opel-Modell Kadett etwa folgten in der Hierarchie der Kapitän, Commodore und Admiral.
Generationstreffen - vom Vorkriegskadett bis zum Opel Kadett E.
Große Klappe beim Kadett A.
Wagen wie der von 1972 bis 1977 gebaute Opel Commodore B GS/E wecken heute nostalgische Gefühle.
Den Commodore GS gab es auch mit verbreiterten Kotflügeln, das Auge fährt schließlich mit.
Der Auftritt des Opel Admiral wurde von dem mächtigen, chrombeladenen Kühlergrill bestimmt.
Up, and down. Der Admiral als Lowrider. Ein fast amerikanisches Auto.
Den Opel Ascona B in verschiedenen Motorisierungen für den Normalfahrer und . . .
. . . auf Basis des Ascona 400 als erfolgreiche Rallye-Version. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl für Opel die Rallye-Weltmeisterschaft.
Der Manta in der Mitte - die Opel Coupe-Familie vom Rekord bis zum Tigra.
Der Manta mit "Kriegsbemalung" - für Fahrer, die es rasant mochten, gab es die stärkeren Versionen mit der schwarzen Kühlerhaube.
Gerade der Manta wurde gern “verbastelt“ und geriet dadurch eine Zeitlang zum Witz.
Wie hier beim Kadett älteren Baujahrs sind breite Schlappen und schickes Räderwerk oft die ersten Tuning-Maßnahmen.
Der Astra hat den Kadett abgelöst und war gerade als Cabrio-Version sehr begehrt.
Markante Schweller und Schürzen - den neuen Opel Astra OPC kennzeichnet eine im Vergleich zum Basis-Astra dynamischere Optik.
Zur Zeiten der Finanzkrise sitzt das Geld nicht so locker. Ob sich das Fahrzeug, ein Opel-Corsa mit 25.000 Kilometern, jedoch verkaufen lässt, ist fraglich.
Der Opel Corsa B lief in den Jahren 1993 bis 2000 vom Band.
Ein beliebtes Fahrzeug der Mittelklasse, der Opel Vectra in der zweiten Generation
Der Vectra in der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Opel hat dort viele Erfolge erzielen können.
Auf Basis der Lotus Elise baut Opel den Speedster. Eine Hommage an den Opel GT.
Bei Bedarf auch oben ohne ist der TwinTop mit seinem faltbaren Metalldach.
Der Opel Insignia ist Auto des Jahres 2009 und . . .
. . . hat wie sein Vorgänger Vectra viel Platz für Familien.
Wem der kleine Corsa zu langsam ist, greift zum Corsa OPC und tief ins Portemonnaie.
So könnte die Zukunft aussehen. Eine Studie, angetrieben mit Brennstoffzellen, . . .
. . . damit unsere Kinder in einer sauberen Umwelt noch Spaß mit sauberen Autos haben.

Die Rettung des Autobauers Opel wirft weiter Fragen auf. Die Europäische Kommission forderte von der Bundesregierung mehr Informationen über die geplanten Staatshilfen für das Rüsselsheimer Unternehmen. "Sobald wir die Informationen haben, werden wir schnell zu einem Ergebnis gelangen", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel.

Berlin will mit einem staatlich verbürgten Kredit über 1,5 Milliarden Euro Opels Überleben sichern. Diese Brückenfinanzierung sei unproblematisch, hieß es aus der EU-Kommission. Offene Fragen hat die Brüsseler Behörde aber offenbar bei den zugesagten drei Milliarden Euro zusätzlichen Bürgschaften, die den Einstieg eines Investors absichern sollen. Hier gebe es noch "Gesprächsbedarf", berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Angaben aus Berlin und Brüssel.

Kommission: Reine Routinesache

Der Kommissionssprecher wies zugleich Vermutungen zurück, die Wettbewerbshüter steuerten auf einen "größeren Konflikt" mit Berlin zu. Bei dem Beharren der Kommission auf mehr Informationen aus Berlin handele sich um eine reine Routineangelegenheit, betonte er.

Die Bundesregierung und die betroffenen Länder hatten sich Anfang Juni mit dem US-Mutterkonzern General Motors (GM), dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der US-Regierung auf ein Rettungspaket für Opel geeinigt. Danach stellt die öffentliche Hand kurzfristig bis zu 1,5 Milliarden Euro bereit, um das Überleben Opels bis zum Herbst zu sichern. Im Zeitraum von fünf Jahren beläuft sich der Bürgschaftsrahmen auf bis zu 4,5 Milliarden Euro. Der Zulieferer Magna will zusammen mit der russischen Sberbank 55 Prozent des Rüsselsheimer Traditionsunternehmens kaufen. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Ripplewood mit leeren Taschen

Ebenfalls Interesse an einer Übernahme von Opel zeigte der Finanzinvestor Ripplewood. Dessen belgische Holding RHI International kämpft derzeit jedoch mit tiefroten Zahlen. Der Verlust habe sich im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2008/2009 auf rund 1,0 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte RHJ mit. Die börsennotierte Holding mit Sitz in Belgien besitzt vor allem Beteiligungen im Automobilsektor.

RHI leidet entsprechend unter der Talfahrt der Branche. Der Wert der Beteiligungen brach im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 40 Prozent auf 912 Millionen Euro ein. Zum Portfolio zählen Zulieferer wie die japanische Asahi Tec Corp. und die belgische Honsel International Technologies. Ende März hatte RHJ knapp 542 Millionen Euro an Bargeld etwa für Übernahmen und weitere Beteiligungen in der Kasse. Zum Gebot für Opel äußerte sich die Gesellschaft in ihrer Mitteilung nicht.

(AFP, dpa, N24)

01.07.2009 15:26 Uhr

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