"Skandal sondergleichen"

AKW Krümmel nach Defekt erneut vom Netz

Nach einem Störfall im Jahr 2007 war das Atomkraftwerk Krümmel zunächst für zwei Jahre stillgelegt worden. Bereits eine Woche nach der Wiederinbetriebnahme gibt es jetzt erneut technische Probleme.

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2007 ereignete sich im AKW Krümmel bereits ein Störfall.

Das Atomkraftwerk Krümmel ist am Mittwoch wieder vom Netz gegangen. Am Nachmittag habe sich die Turbine der Anlage automatisch abgeschaltet, was durch den Ausfall eines Eigenbedarftransformators ausgelöst worden sei, teilte der Betreiber Vattenfall mit. Die Anlage in Geesthacht sei daraufhin vom Netz getrennt worden. Der Reaktor wurde auf ein niedriges Leistungsniveau heruntergefahren. Die Ursachenanalyse dauere an, teilte Vattenfall mit. Nach zwei Jahren Stillstand infolge eines Transformatorbrands war das Kraftwerk erst in der vorigen Woche wieder in Betrieb genommen worden, kurz danach gab es einen Defekt in der Elektronik.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Aktionsgemeinschaft Robin Wood forderten, den Reaktor für immer abzuschalten. "Es darf nicht erst ein unkontrollierbarer Störfall passieren, damit der Pannenreaktor endgültig vom Netz genommen wird", teilte Greenpeace mit. Dass das AKW nach so kurzer Zeit schon wieder keinen Strom produziere, zeige, dass Vattenfall den Reaktor nicht im Griff hat, teilte Robin Wood mit.

Auch die Grünen in Schleswig-Holstein verlangten eine endgültige Abschaltung des "höchst störanfälligen Reaktors", wie die Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen, sagte. Sie kritisierte eine auch in diesem Fall ungenügende Informationspolitik des Energieerzeugers. Der Kandidat der Grünen für den Bundestag und Kreisvorstandssprecher für Lauenburg, Konstantin von Notz, bezeichnete den erneuten Störfall als einen "Skandal sondergleichen". "Die Sicherheit der Bevölkerung hat Vorrang vor den Profitinteressen eines Energiekonzerns", mahnte er. Krümmel müsse abgeschaltet bleiben.

(dpa, N24)

01.07.2009 18:50 Uhr

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