Gutes Polster

Krankenkassen stehen blendend da

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen gut gepolstert in die Ära des Gesundheitsfonds. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten sie doppelt so viel wie vor kurzem noch angenommen.

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Die Krankenkassen sind finanziell gut ausgestattet.

Die Bundesregierung gibt vorläufige Entwarnung für die gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassen erzielten 2008 einen doppelt so hohen Überschuss wie noch vor wenigen Monaten gedacht. Sie starteten somit finanziell besser gepolstert in den Gesundheitsfonds als bisher bekannt. 4,9 Milliarden Euro betrug die Reserve zum Jahreswechsel. In diesem Jahr erhalten die Kassen aus dem Fonds voraussichtlich rund 300 Millionen Euro mehr als sie ausgeben müssen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

Zahlen übertreffen Schätzungen

Grund für den erwarteten Überschuss seien um mehrere hundert Millionen Euro nach unten korrigierte Ausgabenprognosen für 2009: Das Ministerium erwarte derzeit 166,4 Milliarden Euro, der Kassen-Spitzenverband 167,3 Milliarden. Das Ministerium bekräftigte Angaben von Ministerin Ulla Schmidt (SPD) vom Vortag, nachdem die Kassen Ende 2008 einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro hatten. Im März ging das Ministerium noch von einem Plus von lediglich 0,73 Milliarden Euro aus. Die damaligen Zahlen hätten teils auf Schätzungen beruht, begründete ein Ministeriumssprecher den Unterschied.

Im 1. Quartal 2009 gab es bei den Kassen laut Ministerium einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro. Nur sieben kleinere Betriebskrankenkassen hatten Ende 2008 noch 3,5 Millionen Euro Schulden. Fünf Jahre zuvor hatten die Kassen insgesamt noch 8,3 Milliarden Euro Schulden.

TK macht 202 Mio. Euro Überschuss

"Der notorische Zweckpessimismus einiger Kassenvertreter hat sich damit als haltlos erwiesen", meinte das Ministerium. Die Zahlen änderten aber nichts daran, dass die Kassen im Jahr 2009 wegen der Wirtschaftskrise voraussichtlich ein Staatsdarlehen von 2,9 Milliarden Euro brauchen, das sie 2011 zurückzahlen sollen. Der Kassen-Spitzenverband hielt seine Warnung vor Zusatzbeiträgen aufrecht. "So lange das Gesetz Zusatzbeiträge zur ergänzenden Finanzierung der Krankenkassen vorsieht, müssen wir uns darauf einstellen, dass sie kommen", sagte Sprecher Florian Lanz.

Die größte Kasse, die Techniker Krankenkasse (TK), schloss das Jahr 2008 mit einem Überschuss von rund 202 Millionen Euro ab. Ausgaben von 16,5 Milliarden Euro standen Einnahmen von 16,7 Milliarden Euro gegenüber, wie die Versicherung mitteilte. Auf Steigerungen beim Krankengeld machte die KKH-Allianz aufmerksam. Diese Kasse musste im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 6 Millionen Euro mehr dafür aufbringen, nämlich 53 Millionen Euro.

(dpa, N24)

03.07.2009 17:33 Uhr

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