Randale nach Schanzenfest

Schwere Zusammenstöße in Hamburg

Am Rande des Hamburger Schanzenfestes kam es zwischen Autonomen und Polizei zu schweren Zusammenstößen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Polizei ging mit Wasserwerfern vor.

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Das Hamburger Schanzenfest wurde am Samstagabend von schweren Krawallen überschattet.
Hunderte Autonome lieferten sich im Schanzenviertel Straßenschlachten mit der Polizei.
Die teils vermummten Jugendlichen warfen Steine, Glasflaschen und mindestens einen Molotowcocktail.
27 Polizeibeamte wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Mindestens zwei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die Randalierer vor. 67 Jugendliche wurden festgenommen.
Weitere 18 Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Auf den Straßen des Schanzenviertels ...
... errichteten die Autonomen Straßenblockaden aus Bauzäunen und Müllcontainern und zündeten diese teilweise an.
Auch einen vor einer Polizeiwache geparkten Streifenwagen schossen die Randalierer mit Leuchtkugeln in Brand.
Mit einem Wasserwerfer der Polizei wurde das Feuer anschließend gelöscht. Das Großaufgebot der Polizei ...
... konnte die Auseinandersetzungen erst gegen 3.00 Uhr am Sonntagmorgen beenden.
Mit schwerem Gerät wurden dann die Straßensperren beseitigt. Jetzt beginnt wohl auch die politische Aufarbeitung dieser weiteren Krawallnacht in Hamburg.
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Wer am Revolutionären 1. Mai in Berlin und anderswo etwas bewirken will, muss üben. Dieses versprengte Häuflein Demo-Lehrlinge paukt eifrig das Ritual "Sitzblockade“ vor der Humboldt Universität in Berlin.
Waren früher die Autonomen der Schrecken für Polizei und Bürger, so rückt 2010 besonders der "erlebnisorientierte“ Jugendliche in den Focus der Sicherheitsbehörden.
Rückblick: Letztes Jahr kommen die "Revolutionäre 1. Mai Demonstration" in Berlin-Kreuzberg gerade einmal 100 Meter...
...bis aus dem schwarzen Block die ersten Steine und Flaschen auf Polizisten fliegen. Auch in Hamburg hatten die Kollegen in der vorangegangenen Nacht ...
... alle Hände voll zu tun. In der Walpurgisnacht ...
... brannte dort das Schanzenviertel, Polizei und Randalierer lieferten sich Straßenschlachten.
Am "Tag der Arbeit" begannen letztes Jahr die gewalttätigen Ausschreitungen ungewöhnlich früh. Am Vormittag hatten sich Anhänger der NPD ...
... in Köpenick zu einer Kundgebung zusammengefunden.
Rund 1500 Menschen in Berlin-Köpenick demonstrierten gegen die rechtsradikale Veranstaltung.
Mehrere linke Demonstranten warfen Steine auf ein Haus, nachdem ein Anwohner auf einem Balkon den Hitlergruß gezeigt hatte.
Die Berliner Abgeordnete Evrim Baba (Linke) kritisierte den Polizeieinsatz und sprach von einem "massiven Einsatz physischer Gewalt".
Ganz in der Nähe des Kotbusser Tors, wo es später zu schweren Ausschreitungen kommen sollte, feierten ...
... rund 30.000 Menschen friedlich ihr "Myfest".
Wenige Meter weiter ...
wurden am Rande der traditionellen ...
... "Revolutionären 1. Mai-Demo" mehrere ...
... Demonstranten festgenommen.
Nicht erst in der Dunkelheit, sondern bereits im abendlichen Sonnenschein ...
... zeigen die schwarz Vermummten klar, was sie nicht wollten:
... eine ruhige Nacht. 400 Menschen marschieren im schwarzen Block mit - deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.
Und deren gezielter Eskalationsstrategie kann die Polizei anfangs wenig entgegensetzen.
Auch als die Demonstration nach dem ersten Gewaltausbruch weitergeht ...
... werfen schwarz gekleidete Männer Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten entlang der Strecke.
Steine fliegen auch in die Scheiben einer Bushaltestelle, zwei verirrte Wurfgeschosse landen in den Fenstern im 1. Stock eines Mietshauses.
An einer Feuerwache greifen die Randalierer zwei Polizisten vor ihren Autos an. Nur knapp können die Beamten sich retten. "Das war extrem", sagt Polizeisprecher Frank Millert später.
Im Gegenzug stürmen die Polizisten mit Helmen und Schutzanzügen in die Menge, bahnen sich mit ...
... Schlagstöcken den Weg und versprühen Tränengas. Dieses Jahr fürchtet die Polizei noch mehr Gewalt und hat sogar vor möglichen Todesfällen gewarnt.
In Hamburg eskalierte am 1. Mai die Gewalt ...
... Mitglieder autonomer Gruppen, die gegen eine NPD-Kundgebung demonstrierten, zündeten mehrere Autos an.
In diesem Auto lag eine Deutschlandfahne - eine Provokation in den Augen der Demonstranten.
Die Polizei setzte bei den Ausschreitungen Wasserwerfer ein ...
... was die Einen unbeeindruckt lies ...
... und die Anderen zu Ausweichmanövern zwang.
Ein Demonstrant steht vor einer Polizeikette, hinter der NPD-Anhäner zusammenkommen.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Kein Wunder, die Veranstalter sprachen von rund 10.000 Demonstranten gegen den Neonazi-Aufmarsch.
Demonstranten zündeten eine NPD-Fahne an.
Gegen Rechts demonstrieren geht aber auch friedlich ...
... verkleidet als Clown ...
... per Sitzblockade ...
... oder knutschend vorm Polizeibus.
Es kam wie es vermutlich kommen musste.
Bereits vor dem Auftakt des G20-Gipfels in London lieferten sich Demonstranten ...
... und Polizisten gewaltsame Auseinandersetzungen.
Mehrere Menschen wurden verletzt.
Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest, ...
... nicht alle kamen freiwillig mit.
Aber der Reihe nach: Im Laufe des Mittwochs versammelten sich in London mehrere tausend Demonstranten, ...
... um gegen das G20-Treffen zu demonstrieren.
Die Motive der Demonstranten sind unterschiedlich. Während die einen Anti-Kriegs-Parolen plakatieren ...
... oder für den Klimaschutz werben, ...
... ziehen die anderen mit kapitalismus- ...
... und konsumkritischen Spruchbändern auf die Straße.
Wieder andere werfen gar die Systemfrage auf. "Yes we can!" - Wer hätte gedacht, dass der Wahlslogan von US-Präsident Obama einmal als Antwort auf die Frage "Können wir unsere Regierung stürzen?" herhalten muss?
Doch im Zentrum der Proteste gegen den G20-Gipfel ...
... stehen die Finanzkrise ...
... und die Banker.
Manch einer möchte diese offenbar - ganz wie in alten Zeiten - am liebsten öffentlich aufknöpfen.
Andere sehen in ihnen offenbar Tod und Teufel.
Während es sich bei diesen Wachmännern um verkleidete Demonstranten handelt, die einen verkleideten Demonstranten beschützen, ...
... wagten sich laut Agenturmeldungen am Mittwoch viele "echte" Banker nicht zur Arbeit.
Wohl nicht ganz unbegründet, ...
... schließlich mischten sich unter die zahlreichen friedlichen G20-Gegner ...
... auch zahlreiche Autonome ...
... und gewaltbereite Demonstranten.
Und tatsächlich eskaliert die Lage, ...
... als die Demonstranten ins Bankenviertel ziehen.
Zunächst versuchten mehrere hundert Demonstranten, sich einen Weg in die Notenbank zu bahnen.
Auch wenn so mancher Beamter dabei in die Flucht geschlagen wird, ...
... können die Einsatzkräfte dies jedoch noch verhindern.
Eine Filiale der Royal Bank of Scotland indes hat nicht so viel Glück.
Sie wird von einer Gruppe Demonstranten gestürmt und geplündert.
Die Royal Bank of Scotland steht im Zentrum der Wut der Demonstranten, hatte sie doch wegen der Finanzkrise einen Rekordverlust verbucht - und gleichzeitig ihrem Ex-Chef eine Riesenpension zugestanden.
So ist das Klima in London, ...
... noch ehe der G20-Gipfel begonnen hat, massiv aufgeheizt.
Die Demonstranten lassen keinen Zweifel daran, dass sie ihrem Unmut lautstark Luft machen werden.
Die Polizei wiederum setzt auf massive Präsenz, um die Demonstranten in Schach zu halten.
5.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Überall gibt es Kontrollen, ...
... Absperrungen ...
... und Überwachungsmaßnahmen, ob zu Lande ...
... oder zu Wasser.
Und damit nicht genug: Schließlich bildet das G20-Treffen in London erst den Auftakt eines wahren Gipfel-Marathons, zu dem auch noch der NATO-Gipfel in Deutschland und Frankreich sowie das EU-USA-Treffen in Prag zählen.
Europa dürfte eine harte Protestwoche bevorstehen.

Heftige Auseinandersetzungen haben sich Hunderte Randalierer im Hamburger Schanzenviertel in der Nacht zum Sonntag mit der Polizei geliefert. Nach Angaben des Führungs- und Lagezentrums der Polizei wurden insgesamt 67 Randalierer fest- und weitere 18 in Gewahrsam genommen. Zwei verletzte Polizisten wurden mit Schnittwunden und Prellungen in Krankenhäuser gebracht. Insgesamt wurden 27 Beamte verletzt. Über verletzte Randalierer gab es zunächst keine Informationen.

Bei den stundenlangen Zusammenstößen nach einem Straßenfest gingen Einsatzkräfte massiv mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, die immer wieder brennende Barrikaden errichten und Beamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen. Erst am frühen Morgen beruhigte sich die Lage weitgehend. "Es waren heftige Ausschreitungen", sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Er sprach von einem "hohen Aggressionspotenzial". Nach dem sogenannten Schanzenfest kommt es seit Jahren zu Ausschreitungen.

Molotowcocktail gegen Polizei

Wie Polizeisprecher Meyer weiter sagte, hätten Demonstranten bei einer Gelegenheit einen Molotowcocktail geworfen. Vor einer Polizeiwache hätten sie zudem einen Streifenwagen mit Leuchtkugeln in Brand geschossen. Bis in die Nacht kam es insbesondere am Pferdemarkt in der Nähe des Schanzenviertels zu heftigen Konfrontationen.

Vermummte deckten Wasserwerfer und andere Einsatzfahrzeuge der Polizei mit einem Hagel aus Glasflaschen und anderen Wurfgeschossen ein. Immer wieder zogen Demonstranten Bauzäune, Müllcontainer und andere Gegenstände auf die Straßen und zündeten sie an. Die Polizei setzte Wasserwerfer und einen gepanzertes Räumfahrzeug ein, um die Barrikaden zu beseitigen. Erst gegen 3:00 Uhr kehrte in und um das Schanzenviertel weitgehend Ruhe ein. Aus einigen weiter entfernten Straßen meldete die Polizei allerdings noch kleinere "Scharmützel" sowie einige kleinere Brände.

Gezielte Vorbereitungen

Von einer außergewöhnlichen Dimension der Gewalt wollte Meyer in einer ersten Bilanz ausdrücklich nicht sprechen. Es seien heftige Ausschreitungen gewesen, aber es sei "Haarspalterei" darüber zu streiten, ob sie gewalttätiger gewesen seien als in den Vorjahren. Auffällig sei aus Polizeisicht jedoch gewesen, dass sich einige der Randalierer offenbar gezielt auf Ausschreitungen vorbereitet hätten. Bei zwei Festgenommenen aus Berlin habe man "Utensilien" gefunden, aus denen sich Molotowcocktails oder Brandsätze herstellen ließen.

Nach dem Schanzenfest rund um den Autonomentreff "Rote Flora" kommt es seit Jahren immer wieder zu Ausschreitungen. Im vergangenen Jahr wurden dabei 18 Menschen verletzt, darunter 11 Polizisten. Etwa 50 Protestierende wurden damals fest- oder in Gewahrsam genommen.

Ausgangspunkt "Rote Flora"

Begonnen hatten die Ausschreitungen gegen 22 Uhr, als Polizisten nahe der "Roten Flora" nach eigenen Angaben mit Feuerwerkskörpern und Flaschen angegriffen wurden. Unterstützt von fünf Wasserwerfern räumten Beamte innerhalb weniger Minuten die Straße vor der "Flora". Polizisten drängten die nach Meyers Angaben größtenteils aus der Autonomenszene stammenden 900 bis 1000 Randalierer sowie zahlreiche Passanten und Schaulustige in einen Park sowie in Nebenstraßen ab.

Dort kam es in der Folge wiederholt zu Zusammenstößen, die Lage war zwischenzeitlich unübersichtlich. Polizisten gingen mit mehreren Wasserwerfern gegen Gruppen von Demonstranten vor, aus denen heraus sie mit Flaschen beworfen und bisweilen auch lautstark beschimpft wurden. Immer wieder versuchten Randalierer, unmittelbar hinter den vorrückenden Einsatzfahrzeugen neue Barrikaden zu errichten.

Neben Autonomen befanden sich darunter auch einige Jugendliche, die sich offenbar den Krawallen anschlossen. Es habe auch in diesem Jahr wieder einige "erlebnisorientierte" Randalierer gegeben, sagte Meyer. Das Schanzenviertel ist auch ein beliebtes Ausgehviertel mit vielen Kneipen. Ausschreitungen werden dort oft von zahlreichen Schaulustigen verfolgt.

(dpa, N24)

05.07.2009 06:42 Uhr

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